Weihnachtsmarkt Hamburg: PETA ZWEI Streetteam deckt Verbrauchertäuschung auf

Hamburg / Stuttgart, 22. Dezember 2017 – Mützen, Handschuhe und Schals sind beliebte Mitbringsel vom Weihnachtsmarkt. Ein Bummel durch die Stände kann allerdings alles andere als besinnlich ausfallen. Der Grund: nicht gekennzeichneter Pelz aus tierquälerischer Zucht an den wärmenden Accessoires. Auf dem kleinen Weihnachtsmarkt am Gerhart-Hauptmann-Platz in Hamburg hat das freiwillige PETA ZWEI Streetteam verschiedene Buden kontrolliert – und wurde fündig. Bei den drei Ständen, die Bommelmützen mit Pelz zwischen fünf bis 25 Euro verkaufen, fehlte der gesetzlich vorgeschriebene Hinweis „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“. PETA fordert von der Bundesregierung, sich für eine nationale und EU-weite Pelzdeklaration einzusetzen, die Tierart, Herkunftsland und Haltungsform für den Verbraucher transparent macht.

„Gut gemachter Kunstpelz kann teurer sein als Billigpelz. Da es in China kein Tierschutzgesetz gibt, können Pelzfarmer dort Füchse, Marderhunde oder Kaninchen in winzige Käfige pferchen und sie teilweise bei vollem Bewusstsein häuten“, erklärt Frank Schmidt, Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie bei PETA. „Wer auf Weihnachtsmärkten shoppt, sollte bei Bommelmützen den Pelzcheck machen und die Ware im Zweifel lieber liegen lassen.“

Aus China gelangen immer wieder falsch beschriftete oder als Kunstpelz deklarierte Echtpelze in den Handel. Darunter auch Produkte aus Katzen- und Hundefell, häufiger jedoch Pelz vom Marderhund. Laut repräsentativen Studien sprechen sich über 70 Prozent der Deutschen klar gegen das Tierqualprodukt Pelz aus, doch 38 Prozent der Befragten Pelzträger war gar nicht bewusst, dass sie Tierfell gekauft hatten.

Mithilfe dieser Tests können Kunden Kunstpelz von Tierpelz unterscheiden:
• Strukturprobe: Wird leicht über den Pelz gepustet, legt sich bei echtem Fell das dicke Deckhaar zur Seite. Meist lässt sich dann leicht gekräuselte und feine Unterwolle erkennen. Kunsthaar ist starrer und weniger leicht beweglich, häufig gleichlang geschnitten und durch statische Aufladung etwas klebrig im Griff.

• Ledercheck: Echtpelz wird mitsamt der Tierhaut verarbeitet. Kommt beim Auseinanderziehen der Haare am Ansatz Leder zum Vorschein, handelt es sich um echtes Tierfell. Bei Kunstpelz hingegen ist eine gewebte Textilschicht zu sehen.

• Feuertest: Aus bereits erworbener Ware können einzelne Haare herausgerissen und angezündet werden. Echtpelzhaare verbrennen genauso wie menschliches Haar mit Horngeruch, während Kunsthaar wie Plastik zu Klümpchen schmilzt und auch so riecht.

Weltweit werden jedes Jahr schätzungsweise 100 Millionen Nerze, Füchse und Marderhunde sowie rund zwei Millionen Hunde und Katzen für die Pelzproduktion getötet. Die Tiere werden vergast, mit Eisenstangen erschlagen, per Genickbruch oder mit analem Stromschlag gepeinigt. Menschen, die Tierleid verhindern möchten, greifen auch in Modefragen zu pflanzlichen Materialien.

Weitere Informationen:
PETA.de/Echtpelz-oder-Kunstpelz
Pelz.PETA.de

Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de