Weihnachtszirkus mit Giraffen, Flusspferd und Elefanten in Berlin: PETA kritisiert Abgeordnetenhaus für Genehmigung von Wildtierdressuren

Berlin / Stuttgart, 4. Dezember 2017 – Traurige Weihnachten für Tiere: Ab Samstag öffnet der „Berliner Weihnachtscircus“ seine Pforten. PETA übt scharfe Kritik an der tierschutzwidrigen Veranstaltung, bei der exotische Wildtiere wie Tiger, Giraffen, Elefanten und sogar ein Flusspferd zu unnatürlichen Kunststücken gezwungen werden. Die Tierrechtsorganisation hatte sich in der Vergangenheit mit der Bitte an die Fraktionen im Abgeordnetenhaus gewandt, dem Beispiel von mittlerweile knapp 90 deutschen Städten zu folgen und künftig keine kommunalen Flächen mehr an Zirkusbetriebe mit Wildtieren zu vermieten.
 
„Für die Tiere im Zirkus ist Weihnachten kein Fest – sie zahlen einen hohen Preis für das kurze, zweifelhafte Vergnügen der Zirkusbesucher“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Auch Berlin sollte der Tierquälerei endlich einen Riegel vorschieben.“
 
Hinter dem Berliner Weihnachtscircus steht Circus Voyage. Bei einem Gastspiel in Berlin im Mai 2017 kam es zu einem Zwischenfall, als der Zirkus eine veterinäramtliche Kontrolle verweigerte: Ein Berliner Amtsveterinär und ein Polizist wurden während einer Kontrolle von einem ungesicherten Wachhund des Zirkus gebissen; der Amtsveterinär wurde im Krankenhaus behandelt. Die Polizei hatte die Kontrolle begleitet, da das Veterinäramt bei vorherigen Kontrollen mehrere gravierende Tierschutzverstöße festgestellt hatte und der Zirkus behördliche Nachkontrollen verweigerte. Das Veterinäramt hatte Mängel in der Elefanten-, Giraffen-, Pferde- und Gänsehaltung dokumentiert.
 
Immer mehr Städte setzen ein Zeichen für den Tierschutz. So haben unter anderem Köln, Erfurt, Düsseldorf, Stuttgart und Erlangen ein kommunales Wildtierverbot beschlossen. In mehr als 20 europäischen Ländern, beispielsweise Belgien, Österreich und den Niederlanden, sind bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten. Allein 2017 haben Italien, Irland, Rumänien, Estland und Lettland neue Gesetze zum Verbot von Wildtieren im Zirkus erlassen.
 
Bezüglich exotischer Wildtierarten sprechen sich auch die Bundestierärztekammer sowie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland für ein Verbot aus. Einer repräsentativen forsa-Umfrage zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden können. Auch der Bundesrat forderte 2016 erneut ein Verbot von Wildtieren im Zirkus und begründete in seinem Entschließungsantrag detailliert, warum sie in Zirkussen erheblichem Leid ausgesetzt sind – unabhängig vom jeweiligen Betrieb. Vor diesem Hintergrund kritisiert PETA insbesondere die CDU/CSU-Fraktion, die als einzige Partei im Bundestag ihre Zustimmung zu einem Wildtierverbot verweigert.

Die Tierrechtsorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus. Die Haltung und Zurschaustellung sind für sie alle untrennbar mit Leid verbunden. Zudem sind die meisten exotischen Tierarten nicht an kalte Temperaturen angepasst und im Zirkus in der Regel nur unzureichend davor geschützt. Die ständigen Transporte, die viel zu kleinen Gehege und eine Dressur, die gerade bei Wildtieren von Gewalt und Zwang geprägt ist, führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Wildtierdressur
PETA.de/VerbotWildtiereImZirkus

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, JanaF@peta.de