Weihnachtszirkus in Dresden: PETA kritisiert Stadtrat für Genehmigung von Wildtierdressuren

Dresden / Stuttgart, 14. Dezember 2017 – Traurige Weihnachten für Tiere: Ab dem 20.12.2017 öffnet der „Dresdner Weihnachts-Circus“ seine Pforten. PETA übt scharfe Kritik an der tierschutzwidrigen Veranstaltung, bei der exotische Wildtiere wie Elefanten und Seelöwen zu unnatürlichen Kunststücken gezwungen werden. Die Tierrechtsorganisation hatte sich in der Vergangenheit mit der Bitte an die Fraktionen im Stadtrat gewandt, dem Beispiel von mittlerweile knapp 90 deutschen Städten zu folgen und künftig keine kommunalen Flächen mehr an Zirkusbetriebe mit Wildtieren zu vermieten.
 
„Für die Tiere im Zirkus ist Weihnachten kein Fest – sie zahlen einen hohen Preis für das kurze, zweifelhafte Vergnügen der Zirkusbesucher“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Auch Dresden sollte der Tierquälerei endlich einen Riegel vorschieben.“
 
Immer mehr Städte setzen ein Zeichen für den Tierschutz. So haben unter anderem Köln, Erfurt, Düsseldorf, Stuttgart und Erlangen ein kommunales Wildtierverbot beschlossen. In mehr als 20 europäischen Ländern, beispielsweise Belgien, Österreich und den Niederlanden, sind bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten. Allein 2017 haben Italien, Irland, Rumänien, Estland und Lettland neue Gesetze zum Verbot von Wildtieren im Zirkus erlassen.
 
Der Dresdner Stadtrat hat bereits ein Wildtierverbot diskutiert. Das Vorhaben von Grüne und Linke, nur noch Zirkusse ohne Wildtiere auf städtische Flächen lassen zu wollen [3], erhielt jedoch einen Dämpfer durch ein Schreiben der Landesdirektion Sachsen, welche das Verbot als rechtswidrig bezeichnet. Statt den Wunsch vieler Stadtparlamente zu respektieren und durch eine entsprechende Beratung zu unterstützen, stellte sich die Landesdirektion damit auf die Seite der Zirkusbranche.
Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof betonte 2016 ausdrücklich die Entscheidungsfreiheit der Städte bei der Gestaltung ihrer Veranstaltungskonzepte [1]. Damit wurde ein vorangegangenes Urteil des Verwaltungsgerichts München über die Zulässigkeit eines kommunalen Wildtierverbots für Zirkusbetriebe in der Stadt Erding rechtskräftig [2].
 
Bezüglich exotischer Wildtierarten sprechen sich auch die Bundestierärztekammer sowie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland für ein Verbot aus. Einer repräsentativen forsa-Umfrage zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden können. Auch der Bundesrat forderte 2016 erneut ein Verbot von Wildtieren im Zirkus und begründete in seinem Entschließungsantrag detailliert, warum sie in Zirkussen erheblichem Leid ausgesetzt sind – unabhängig vom jeweiligen Betrieb. Vor diesem Hintergrund kritisiert PETA insbesondere die CDU/CSU-Fraktion, die als einzige Partei im Bundestag ihre Zustimmung zu einem Wildtierverbot verweigert.

Die Tierrechtsorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus. Die Haltung und Zurschaustellung sind für sie alle untrennbar mit Leid verbunden. Zudem sind die meisten exotischen Tierarten nicht an kalte Temperaturen angepasst und im Zirkus in der Regel nur unzureichend davor geschützt. Die ständigen Transporte, die viel zu kleinen Gehege und eine Dressur, die gerade bei Wildtieren von Gewalt und Zwang geprägt ist, führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.
 
[1] Kveton, P. (2016): Zirkus zieht Klage zurück. Kommunen dürfen weiter Verbote für Wildtiere erlassen. In: Bayerischer Rundfunk.
[2] VG München, Az. M7K 13.2449.
[3] Sächsische Zeitung Online (2017): Zirkustier-Verbot in Dresden auf der Kippe. Online abrufbar unter: http://www.sz-online.de/nachrichten/zirkustier-verbot-in-dresden-auf-der-kippe-3732736.html. (14.12.2017)  
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Wildtierdressur
PETA.de/VerbotWildtiereImZirkus
 
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