Weiterer Elefant bei Circus Krone gestorben – PETA übt scharfe Kritik und fordert Direktion auf, die letzten fünf verhaltensgestörten, kranken Tiere endlich in Rente zu schicken

Bayern / Stuttgart, 4. Dezember 2017 – Hinweisen aus der Zirkusszene zufolge soll bei Circus Krone ein weiterer Elefant gestorben sein. Demnach befindet sich das Tier derzeit im Institut für Tierpathologie der Universität München. PETA übt scharfe Kritik an der Geschäftsführung für das wiederholte Mitführen kranker und verhaltensgestörter Elefanten bis zum Tode. Zuletzt waren 2012 der Elefantenbulle Colonel Joe und die Elefantendame Sandrin bei Circus Krone gestorben. Beide Tiere litten unter Verhaltensstereotypien und diversen Erkrankungen. Die Tierrechtsorganisation fordert Circus Krone auf, den verbleibenden fünf weiblichen Elefanten einen ruhigen Lebensabend in einer Auffangstation zu gewähren. 

„Circus Krone bleibt seinem Geschäftsmodell treu und beutet die Tiere bis zum letzten Atemzug in der Manege aus. Statt das Tierwohl in den Vordergrund zu stellen, geht es bei Krone ausschließlich um den Profit“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA.

Ein Video der Tierrechtsorganisation zeigt die Verhaltensstörungen der Elefanten und gibt auch einen Einblick in den gewaltvollen Umgang mit den Tieren: Die sensiblen Rüsseltiere werden bei Circus Krone während der Tournee tausende Kilometer auf Lkws durch Deutschland gekarrt, jede Nacht an zwei Beinen fixiert und mit dem Elefantenhaken – einem Stock mit einem spitzen Metallhaken – gequält, damit sie gehorchen.

Mehrere Veterinärbehörden, Staatsanwaltschaften und behördliche Gutachter stellten bei Circus Krone in den vergangenen Jahren wiederholt gravierende Missstände bei der Tierhaltung fest, die die Tierrechtsorganisation im Wortlaut auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat. Darin ist bei den Elefanten beispielsweise von „deutliche Haltungsmängel und Verhaltensstörungen“ sowie „degenerative Veränderungen“ die Rede.

Die Elefantendame Sandrin ist 2012 im Alter von 30 Jahren während eines Krone-Gastspiels in Freiburg gestorben. Bereits 2008 attestierte ein offizielles Gutachten im Auftrag der Landesnaturschutzbehörde in Nordrhein-Westfalen (LANUV) diesem und anderen Elefanten Gelenkerkrankungen und andere Gesundheitsdefizite als Folge der unnatürlichen Zirkusbedingungen. Trotzdem musste Sandrin während der Tournee bis zum Tod auf dem Lastwagen mitfahren. Ebenfalls 2012 verstarb der Elefantenbulle Colonel Joe. Laut LANUV-Gutachten litt er seit Jahren unter degenerativen Gelenksveränderungen, einem nahezu vollständig steifen linken Vorderbein sowie schweren Verhaltensstörungen. Dennoch musste auch dieser Elefant die Tournee bis zuletzt auf dem Lastwagen begleiten. Sämtliche Elefanten bei Circus Krone leiden Gutachten und Videoaufnahmen zufolge unter Verhaltensstörungen und Erkrankungen des Bewegungsapparats.

PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod. Bezüglich exotischer Wildtierarten spricht sich auch die Bundestierärztekammer für ein Verbot aus. Einer repräsentativen forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können. Über 20 europäische Länder, darunter Belgien, Österreich, die Niederlande und Griechenland, haben bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten.

Weitere Informationen:
PETA.de/CircusKrone
PETA.de/KroneChronik

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, JanaF@peta.de