VIDEO: Löwe beißt Dompteur bei Zirkus-Vorstellung in den Arm

Dieser Moment machte nicht nur dem Publikum große Angst: Während einer Zirkus-Vorstellung in Luhansk in der Ukraine griff Ende März 2019 ein Löwe plötzlich den Dompteur an und biss ihm in den Arm. Vor den Augen der schreienden Kinder sprang er den Mann an und krallte sich in ihn. Der Dompteur trug Verletzungen am Arm, Rücken und Bein davon.

Der ägyptische Dompteur Hamada Kouta berichtete, dass die Löwen gereizt und verunsichert waren, als sie direkt nach der Ankunft in der ukrainischen Stadt gezwungen wurden, aufzutreten. Als er während der Vorstellung einen der Löwen zu sich rief, griff ein anderer ihn an. Nach dem Angriff schickte Kouta die Tiere zurück in ihre Käfige. Anschließend beruhigte er das Publikum – und begann die Aufführung von vorn.

Dompteur spielt den Angriff herunter

Der Dompteur berichtete den Medien nach dem Angriff, dass Löwen wie wir Menschen auch mal schlecht gelaunt sein können und es daher zu der Attacke kam. Das Ungewöhnliche daran: Der Dompteur macht den gestressten Zustand der Tiere nach der Ankunft für den Angriff verantwortlich. Normalerweise behaupten Dompteure, dass Tiere im Zirkus durch die Transporte nicht gestresst seien.


Weiterhin sagte der Dompteur, die Löwen seien seine Kinder und daher wisse er, dass sie ihn niemals töten würden. Mit dieser verklärten Einschätzung von Wildtieren spielt der Dompteur den Angriff des Löwen herunter. Angriffe von Tieren während Zirkus-Vorstellungen und auch Ausbrüche und Unfälle außerhalb der Manege sind leider keine Ausnahme. So tötete 2013 ein Tiger einen Dompteur in Mexiko vor den Augen der Zuschauer. 2015 brach die Elefantendame Benjamin im baden-württembergischen Buchen aus dem Circus Luna aus und verletzte einen Mann tödlich. Diese und viele weitere Vorfälle zeigen deutlich, welche Gefahr von Tieren im Zirkus ausgehet und dass diese niemals unterschätzt werden sollte. Deutschland ist dabei europaweit sogar trauriger Spitzenreiter: Knapp die Hälfte aller dokumentierten Vorfälle mit Tieren aus Zirkussen in den letzten 22 Jahren ereigneten sich in Deutschland, wie eine Studie 2017 belegt.

Gestresste Wildtiere im Zirkus: Ein hausgemachtes Problem

Stress, Angst und Gewalt stehen für Tiere im Zirkus an der Tagesordnung:Mit Peitschen, Stöcken, Elefantenhaken, Elektroschocker und psychischem Druck zwingen Dompteure und Trainer die Tiere zu unnatürlichen Handlungen. Die restliche Zeit sind die Tiere in viel zu kleinen Käfigen eingesperrt und müssen lange Transporte über sich ergehen lassen. In der Manege erwarten sie außerdem laute Musik, grelles Licht und viele Menschen. Viele Tiere leiden unter psychischen Krankheiten und Angstzuständen. So brach 2018 ein Tiger sogar mitten in der Zirkusmanege zusammen.

In der Ukraine gilt zwar ein Verbot für Auftritte mit Wildtieren in reisenden Zirkusbetrieben, in stationären Zirkussen sind Wildtierdressuren jedoch noch erlaubt. In Deutschland haben bereits über 100 Städte kommunale Beschlüsse gefasst, um Auftritte von Wildtierzirkussen auf ihren Flächen zu untersagen. Vor allem aufgrund der jahrelangen Blockadehaltung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion lässt ein bundesweites Verbot in Deutschland noch auf sich warten. Nur mit solchen Verboten kann das Leid der Tiere im Zirkus auf der ganzen Welt verhindert werden.

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Unsere Autoren

Friederike Huth

setzt sich als Editor und Coordinator im Online Marketing für die Rechte der Tiere ein.