Zukunftskommission Landwirtschaft: Keine Besserung für Tiere

Schweinefarm SpanienJo-Anne McArthur / We Animals

Anfang Dezember 2019 fand ein dreistündiger Agrargipfel im Kanzleramt statt, bei dem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zusammen mit den teilnehmenden Verbänden die Bildung einer „Zukunftskommission Landwirtschaft“ beschlossen. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft soll die Kommission erarbeiten, wie die Agrarbranche in Deutschland wettbewerbsfähig bleibt und wie es einen „angemessenen Ausgleich der Interessen geben“ kann [1].

Für Tierhaltung keine Besserung in Sicht

Kurz vor Abschluss des Gipfels wurde entschieden, dass ausgerechnet Vertreter des Deutschen Bauernverbandes und der Bewegung „Land schafft Verbindung Deutschland“ Vorschläge zur künftigen Gestaltung der „Zukunftsmission Landwirtschaft“ erbringen sollen. Ihre Ausarbeitung wurde Merkel und Klöckner im März 2020 übergeben –Tierschutzverbände konnten bei dieser wichtigen Erarbeitung von Anfang an nicht mitwirken. Die Vorschläge zur Gestaltung der Kommission sind überdies nicht öffentlich einsehbar.

Bauernverband und Bundesministerin bekannt für tierfeindliche Politik

Der Deutsche Bauernverband und das Bundeslandwirtschaftsministerium fahren seit Jahren eine tier- und umweltfeindliche Politik. Die Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration und die Erlaubnis für Landwirte, in diesem Zusammenhang tierärztliche Tätigkeiten zu übernehmen, Sauen in Kastenständen oder qualvolle Tiertransporte – all das sind nur einige bekannte Beispiele für die legalisierte Tierquälerei der Politik auf Drängen der Verbände. Diese und weitere Entscheidungen haben in der Gesellschaft zu einem berechtigten schlechten Bild der Landwirtschaft geführt. Und nun sollen die gleichen Personen eine Zukunftskommission leiten, deren Ziel es ist, zu einer besseren Akzeptanz der Landwirtschaft in der Gesellschaft beizutragen?

Vieles deutet darauf hin, dass es bei der Zukunftskommission nur um eine weitere Imagekampagne geht, die aber keine weitreichenden Veränderungen in der Landwirtschaft herbeiführen wird – und für wirkliche Verbesserungen im Bereich Tierhaltung ist mit diesen Akteuren, denen es augenscheinlich rein um wirtschaftliche Interessen geht, nicht zu rechnen.

Was Sie tun können

Bitte informieren Sie sich darüber, wie tierfeindlich, klima- und umweltschädlich und letztlich auch menschenverachtend unsere derzeitige Agrarpolitik ist.

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[1] Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: „Zukunftskommission Landwirtschaft wird eingerichtet“, Pressemitteilung Nr. 50 vom 19.03.2020. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2020/050-zukunftskommission-Landwirtschaft.html (zuletzt abgerufen am 09.04.2020)

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