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50 Jahre Mehrwertsteuer: Tausende fordern höhere Steuer auf Fleisch / PETA übergibt Petition an Bundesfinanzministerium

 
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Stand Mai 2017
Berlin / Stuttgart, 2. Mai 2017 – Höhere Abgaben für Umwelt und Tiere: Die Tierrechtsorganisation PETA hat heute ein Gesuch an das Bundesfinanzministerium in Berlin übergeben, den reduzierten Steuersatz auf Fleisch und andere tierische Produkte abzuschaffen. Über 17.000 Bundesbürger haben die Petition unterschrieben. Der Konsum von Fleisch, Milch, Eiern und Co. zerstört nicht nur die Umwelt und das Klima – er kostet auch Millionen Tiere das Leben. Ein erhöhter Steuersatz kann den Verbrauch tierischer Produkte senken, so Ressourcen und das Klima schonen und Tiere vor einem grausamen Tod im Schlachthaus bewahren.
 
„Fleisch ist in Deutschland zu billig, um Tiere, Umwelt und das Klima zu schützen“, so René Schärling, Fachreferent für Ernährung bei PETA. „Daher fordern wir vom Bundesfinanzminister eine Anpassung des Mehrwertsteuersatzes für tierische Produkte von 7 auf 19 Prozent, damit Kaufanreize für tierfreundliche Produkte, frisches Obst und Gemüse gesetzt werden können.“
 
Die Tierwirtschaft ist Hauptverursacher der schlimmsten Umweltprobleme unserer Zeit. Schon 2009 stellte das Worldwatch Institute fest, dass 51 Prozent der vom Menschen verursachten Treibhausgase aus diesem Sektor stammen. Auch das UN-Umweltprogramm bestätigte 2010, dass ein globaler Wandel hin zu einer veganen Ernährung notwendig sei, um den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels entgegenzutreten. In die gleiche Richtung geht auch eine Aussage eines Berichts des deutschen Landwirtschaftsministeriums (BMEL), nach der eine pflanzliche Ernährung über 40 Prozent der Treibhausgasemissionen einsparen könnte. Eine Studie der University of Oxford von 2016 geht von einem CO2-Reduktionspotenzial von 70 Prozent in der Landwirtschaft aus, wenn verstärkt auf die pflanzliche Ernährung gesetzt wird.
 
Ein verringerter Fleischkonsum würde den Bund außerdem um bis zu 100 Milliarden Euro entlasten: So hoch sind die jährlichen Gesundheitskosten, die auf ernährungsmitbedingte Erkrankungen zurückzuführen sind. Tierische Produkte enthalten viel Cholesterin und gesättigte Fettsäuren, die sich in ihrer Zusammensetzung ungünstig auf die Gesundheit auswirken. Der zu hohe Konsum tierischer Produkte ist ein wesentlicher Risikofaktor für erhebliche gesundheitliche Probleme wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie verschiedene Krebserkrankungen.
 
19 Prozent Mehrwertsteuer auf tierische Produkte empfiehlt auch der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz, dem zufolge sich die Steuereinnahmen hierdurch um 5,5 bis 6,3 Milliarden Euro erhöhen würden. Zudem fordert das Umweltbundesamt, Fleisch höher zu besteuern, denn durch die hohen Kosten der Umweltfolgen sei es an der Ladentheke nur scheinbar billig zu haben.
 
Produktsteuern aus anderen Ländern (Ungarn (Salz, Zucker, Koffein), Finnland (Süßigkeiten), Frankreich (Softdrinks)) haben erfolgreich gezeigt, dass dadurch das Bewusstsein für das Produkt erhöht wird. Eine Fleischsteuer trägt dazu bei, dass die Folgen des Fleischkonsums in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken.
 
Um Tieren zu helfen und die Umwelt zu schützen müssen wir nicht warten, bis endlich eine Fleischsteuer eingeführt wird. Wir können schon durch unsere Kauf- und Konsumentscheidungen zu einer umwelt- und klimafreundlicheren, aber vor allem tierfreundlichen Ernährung beitragen. PETA appelliert deshalb an die Menschen, sich vegan zu ernähren.

Weitere Informationen:
PETA.de/Fleischsteuer
Veganstart.de
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 (0)30 6832666-04, JudithS@peta.de