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Aquakultur ist Aqua-Tortur – PETA kritisiert Welszucht in Berggrumbach

 
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Fische leiden in Massentierhaltung unter Enge und Bewegungsarmut

Stand Juli 2014
Berggrumbach / Stuttgart, 10. Juli 2014 – Auf engstem Raum gemästet: In Berggrumbach hat die erste Aquakultur für afrikanische Welse in Bayern ihren Betrieb aufgenommen. Laut Medienberichten sind dort 7000 Welse in 20 Becken, zu je fünf Kubikmetern Fassungsvolumen zusammengepfercht –  das sind 350 Tiere auf einer Bodenfläche von fünf Quadratmetern. Diese werden in den nächsten Monaten ein Gewicht von jeweils circa 1,5 kg erreichen, 50 bis 60 cm lang werden und übereinander gestapelt in den Becken vor sich hin vegetieren. Für die Fische bedeutet das großen Stress, denn in ihrer Heimat sind die afrikanischen Welse Einzelgänger, die ihr Revier verteidigen.  PETA Deutschland e.V. übt scharfe Kritik an der Fischzucht und bittet alle Verbraucher, keinen Fisch zu verzehren.
 
„Das grausame Grundrezept jeder Massentierhaltung – viel Futter, kaum Bewegung und eine extrem hohe Besatzdichte – wird auch auf der bayerischen Welsfarm angewandt“, so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA Deutschland e.V. „Der Fisch wird zum Lebensmittel und zur Fleischmaschine degradiert. Das ist Tierquälerei auf höchstem Niveau.“
 
Im Durchschnitt verzehrt jeder Mensch 19 Kilo Fisch im Jahr. Gut die Hälfte aller Fische wird im Meer gefangen: knapp 80 Millionen Tonnen. Aus Zuchtanlagen stammen etwa 65 Millionen Tonnen mit einer jährlichen Steigerung um fünf bis acht Prozent.
 
Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass der Verzehr von Fischen aus Aquakulturen keine Entlastung für die überfischten Weltmeere darstellt. Denn zu den tierquälerischen Aspekten der Fischzucht kommen ökologische Probleme: wenn Raubfische wie der Wels gezüchtet werden, muss das hoch konzentrierte Futter Fischmehl und -öl enthalten. Weltweit verbraucht die Aquakultur sieben Millionen Tonnen Fischmehl im Jahr, um daraus drei Millionen Tonnen Raubfisch für den menschlichen Verzehr zu erzeugen. Das Problem der Überfischung wird also noch verschärft. Die sehr häufig eingesetzten Chemikalien und Antibiotika verseuchen zudem die Gewässer und gelangen über die Nahrungskette auch in den menschlichen Organismus. Durch das Übergreifen von Krankheiten gefährden die Massenanlagen auch die Fischwildbestände [1].
 
Der afrikanische Wels stammt aus den Flüssen und Sümpfen Afrikas und ernährt sich von kleinen Fischen, Wasservögeln und Aas. Er kann ans Ufer robben, mit den Fortsätzen seiner Kiemen Luft atmen und sogar mehrere Stunden außerhalb des Wassers überleben.

PETA fordert ein Ende der tierquälerischen Welszucht, denn schon seit Jahren ist bekannt, dass Fische Schmerzen empfinden [2] und ebenso intelligent sind wie manche Primaten [3].


Quellen:
[1]: DIE ZEIT Nº 17/2014
[2]: Segner, 2013; Sneddon, 2011; Braithwaite, 2010 u. a
[3]:. Anim Cogn. 2002 Mar;5(1): 1-13. Fish cognition: a primate's eye view. Bshary R1, Wickler W, Fricke H.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Fische
 
Kontakt:
Sylvie Bunz, 49 (0)711 860 591 528, SylvieB@peta.de