Spenden
 »  »  »  » Circus Voyage in Zwickau: PETA fordert kommunales Wildtierverbot von Stadtrat / Nashorn Hulk gestorb

Circus Voyage in Zwickau: PETA fordert kommunales Wildtierverbot von Stadtrat / Nashorn Hulk gestorben

Stand März 2016
Stuttgart, 18. März 2016 – Der mit zahlreichen exotischen Tieren reisende Circus Voyage gastiert derzeit in Zwickau. PETA erhebt aufgrund der mangelhaften Haltungsbedingungen der Elefanten und der Giraffen schwere Vorwürfe gegen den Zirkus. Die Tierrechtsorganisation macht geltend, dass die Haltung exotischer Tierarten in einem mobilen Zirkusbetrieb systembedingt mit erheblichen Einschränkungen für die Tiere verbunden ist. Auffällig ist beispielsweise, mit wie vielen Narben eine der Giraffen regelrecht übersät ist. PETA kritisiert zudem die mangelhafte Haltung von Flusspferd Jedi, das sein Dasein als Herdentier beim Circus Voyage allein in einem kleinen Wassertank fristen muss. Die Tierrechtsorganisation appelliert in einem aktuellen Schreiben an die Fraktionen im Stadtrat, ein parteiübergreifendes kommunales Wildtierverbot für Zirkusbetriebe zu initiieren. Vorbild dafür sind Städte wie Schwerin, Rostock und Leipzig, die allein in diesem Jahr Wildtierzirkusse von kommunalen Flächen verbannt haben.
 
„Elefanten, Giraffen oder Flusspferde gehören keinesfalls in einen Wanderzirkus“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Doch noch schlimmer ist der rücksichtslose Umgang der Zirkusverantwortlichen mit den Tieren, deren Leben größtenteils auf Lkw-Transportern stattfindet.“
 
Über 50 Städte haben der Tierquälerei im Zirkus bereits eine Absage erteilt und Vermietungen kommunaler Flächen an Zirkusbetriebe mit Wildtieren ausgeschlossen. Ein erstinstanzliches Urteil des Verwaltungsgerichts München vom August 2014 bestätigte die Rechtmäßigkeit einer solchen Maßnahme (Az. M 7 K 13.2449). Am heutigen Freitag wird auch der Bundesrat die Bundesregierung – zum mittlerweile dritten Mal – in einem Entschließungsantrag auffordern, Wildtiere im Zirkus zu verbieten. Für Nashorn Hulk vom Circus Voyage käme ein Verbotsbeschluss jedoch zu spät – er ist im Dezember während des Gastspiels in Berlin gestorben.
 
Neben PETA sprechen sich mittlerweile auch die Bundestierärztekammer sowie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus. Einer aktuellen repräsentativen forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden können. 2011 befanden zwei Drittel der Befragten einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung, dass Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß sind. 2003 und nochmals Ende November 2011 hat der Bundesrat in zwei Entschließungsanträgen ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließungen bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 18 anderen europäischen Ländern wie beispielsweise Belgien, Österreich und Griechenland, die bereits sämtliche oder bestimmte Tierarten im Zirkus verboten haben.

Vernarbtes Bein: Giraffenleid bei Circus Voyage / © PETA

Das druckfähige Motiv kann hier heruntergeladen werden.
Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkus
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de