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Erfolg für Tierschutz: Friedberger Zirkus gibt Elefanten nach PETA-Protesten an Safaripark

 
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Stand Februar 2015
Friedberg / Stuttgart, 3. Februar 2015 – Endlich Schluss mit Zirkus: Vor 16 Monaten meldete Daniel Renz, der Direktor des im hessischen Friedberg beheimateten Zirkus Universal Renz, Insolvenz an. PETA Deutschland e.V. forderte deshalb im September 2013 das hessische Umweltministerium und Anfang 2014 das Wetterauer Kreisveterinäramt auf, die beiden Elefantendamen des Zirkus zu beschlagnahmen und in einem sorgfältig ausgewählten Zoo unterzubringen. Über ein Jahr lang lebten die Afrikanischen Elefantinnen Baby und Mausi aber noch auf dem Zirkusgelände in Friedberg – unter teilweise mangelhaften Haltungsbedingungen. Im Januar 2015 wurden die Tiere schließlich an den nordrhein-westfälischen Safaripark Stukenbrock veräußert. Die Tierrechtsorganisation ist erleichtert, dass sich die beiden Elefantendamen nicht mehr in der Obhut der umstrittenen Friedberger Zirkusfamilie befinden und bekräftigt ihre Forderung nach einem Wildtierverbot für Zirkusse.

„Der Safaripark Stukenbrock ist nicht gerade ein Traum für Elefanten, die Anlage ist veraltet und entspricht nicht dem aktuellen Stand“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland e.V. „Aber wir sind froh, dass Baby und Mausi nicht mehr bei Daniel Renz sind – immerhin ist er bekannt dafür, schnell auszurasten und Gewalt anzuwenden.“
 
Die beiden etwa 33 Jahre alten Tiere sind Wildfänge. Laut einem im Auftrag des hessischen Umweltministeriums erstellten Gutachten von 2011 leiden Baby und Mausi unter Verhaltensstereotypien, deformierten Beinen und starkem Minderwuchs. In Stukenbrock wartete bereits eine vereinsamte Afrikanische Elefantin auf Gesellschaft.

PETA hat in den vergangenen Jahren immer wieder auf zahlreiche Tierhaltungsmissstände bei der Friedberger Zirkusfamilie aufmerksam gemacht. Im Februar 2012 verstarb die von Geschwüren übersäte Elefantendame Maya in einer Halle in Friedberg – nur wenige Tage nachdem das Veterinäramt sie für „putzmunter“ erklärt hatte. Elefantin Saida fand im Februar 2013 während eines Gastspiels des Zirkus in Oberhausen den Tod. Im Juni 2013 starb Elefantin Mädi in der Obhut von Rene (Alois) Renz bei einem Gastengagement in Estland, während er in einem See auf ihr herumsprang.

Laut dem von den Veterinärbehörden geführten Zirkusregisterauszug erhielt „Universal Renz“ allein zwischen Januar 2011 und März 2012 über 20 amtstierärztliche Ordnungsverfügungen und Verwarnungen aufgrund mangelhafter Tierhaltung. Im Frühjahr 2012 wurde ein Auftritt mehrerer kranker Tiger erst unterbunden, nachdem PETA die Behörden auf den bedenklichen Zustand der Tiere hingewiesen hatte. Ein Bußgeldbescheid der Kreisverwaltung Kleve gegen den Zirkus Universal Renz wegen mangelhafter Tierhaltung wurde im Dezember 2010 rechtskräftig. Im April 2009 erfolgte die Verurteilung des Zirkusdirektors durch das Amtsgericht Bocholt aufgrund versuchter Nötigung. Daniel Renz hatte einer Amtstierärztin bei einer Kontrolle gedroht, weil sie gravierende Tierschutz- und Sicherheitsmängel beanstandet hatte. Insgesamt wurde der Zirkusdirektor seit dem Jahr 2000 mehrfach wegen Körperverletzung, Nötigung und anderer Vergehen rechtskräftig verurteilt.


Weitere Informationen:
PETA.de/Renz
PETA.de/Maya
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de