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Erneute Pferderipper-Tat in der Region: Stute in Darmstadt-Arheilgen verletzt – PETA setzt 1.000 Euro Belohnung für Hinweise aus

 
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Tierrechtsorganisation fordert bundesweites Register für Pferderipper-Fälle

Stand April 2017
Darmstadt / Stuttgart, 5. April 2017 – Suche nach Tierquäler: Einer Polizeimeldung zufolge verletzte ein unbekannter Täter in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche eine Stute auf einer Koppel eines Reiterhofes im Kalkofenweg in Darmstadt-Arheilgen. Der Täter fügte dem Tier mit einem stumpfen Gegenstand schwere Wunden im Genitalbereich zu. Die Polizei Darmstadt ermittelt und bittet unter der Telefonnummer 06151 96 90 um sachdienliche Hinweise. Um die Suche nach dem Tierquäler zu unterstützen, setzt die Tierrechtsorganisation PETA nun eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zum Täter führen. Zeugen, die Verdächtiges beobachtet haben, können sich auch telefonisch unter 01520 7373341 oder per E-Mail bei PETA melden – auch anonym.
Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass es in den vergangenen Jahren zahlreiche Anschläge auf Pferde im Umkreis von nur circa 30 Kilometern von Darmstadt gab. Beispielsweise verletzte ein Pferderipper  im Mai 2015 Stuten in Modautal und in Rimbach-Albersbach schwer im Genitalbereich; im Juni eine Stute in Lautertal. Im September 2015 starb ein Pony durch Schnitte am After in Michelstadt. Im April 2016 wurde eine Stute in Lorsch mit einem Dildo missbraucht und an der Vagina verletzt. Im Mai 2016 verwundete ein Unbekannter eine schwangere Stute in Mühltal-Traisa im Genitalbereich schwer. Aufgrund der Häufung der Angriffe auf Pferde rund um Darmstadt fordert PETA jetzt die Einführung eines zentralen Meldesystems für Pferderipper-Anschläge.
 
„Immer wieder werden PETA Gewalttaten gegenüber Pferden gemeldet“, so Judith Pein im Namen von PETA. „Wir fordern daher ein bundesweites, behördliches Register, in dem Anschläge auf Pferde und bereits überführte Tierquäler erfasst werden. So könnten regionale Häufungen und mögliche Tatzusammenhänge aufgezeigt sowie Täterprofile erstellt werden. Behörden könnten effektiver überregional zusammenarbeiten. Pferdehalter würden über Gefahrenschwerpunkte informiert und gewarnt, um Pferde besser vor Angriffen schützen zu können. Die Überführung sadistischer Täter ist umso wichtiger, da sich Tierquäler unter Umständen später auch an Menschen vergehen.“
 
PETA registriert seit 2013 bundesweit Taten von Pferderippern und stellt diese Informationen gerne den ermittelnden Behörden zur Verfügung.
 
Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass insbesondere Taten, die von sogenannten „Pferderippern“ begangen werden, als Indikator für eine mögliche Vorstufe schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte gelten. Zahlreiche Mörder vergingen sich zunächst an Tieren, bevor ihnen Menschen zum Opfer fielen. So ließ der als „Rhein-Ruhr-Ripper“ bekannte Serienmörder Frank Gust seine perversen Fantasien zunächst an Pferden, Schafen und Rindern aus, bevor er vier Frauen auf exakt dieselbe Weise tötete wie zuvor die Tiere. Bereits in den 1990er Jahren erschütterte eine Serie von „Pferderipper“-Taten die Republik: Damals wurden über 100 Pferde, vorzugsweise in Niedersachsen, gepeinigt.

PETA rät Pferdehaltern daher zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten – sofern möglich – nachts nicht auf der Koppel stehen, sondern in einer sicheren, bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten Stallung untergebracht werden. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem sollten Kontrollgänge nach Möglichkeit zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen ist es dabei ratsam, diese mit mindestens zwei Personen auszuführen und Mobiltelefone bei sich zu tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.
 
Kaltblütigen Handlungen gegenüber Tieren liegen oft schwerwiegende psychologische Störungen der Täter zugrunde. Sie können erstes Zeichen für eine gewalttätige Pathologie sein, die menschliche Opfer miteinschließt. PETA liegen zahlreiche Studien vor, die den Zusammenhang zwischen Delikten an Menschen und Tieren aufzeigen. Diese Studien haben mittlerweile Soziologen, Gesetzesgeber und Gerichte davon überzeugt, dass Gewalttaten an Tieren unsere Aufmerksamkeit verlangen. In der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ klärt PETA über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten an Menschen auf. Sie dient als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter.
 
 
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Tierquälerei
PETA.de/ZeugeVonGrausamkeit
PETA.de/Staatsanwalt
VEGANBLOG.de/2015/01/Pferderipper-Norddeutschland-gefasst/

 
Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 (0)711 860591-528, DenisS@peta.de