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Europa-Park Rust tötet jeden Monat 500 Hummer

 
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PETA spricht von unvorstellbarer Tierquälerei

Stand September 2012
Rust / Gerlingen, 3. September 2012 – Nachdem der neue Küchenchef des Hotels Bell Rock im Europa-Park Rust jüngst ankündigte, künftig jeden Monat 500 Hummer zu servieren, hat die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. die Geschäftsleitung des beliebten Freizeitparks angeschrieben und dazu aufgefordert, Hummer von der Speisekarte zu streichen. Der Koch brüstet sich nicht nur damit, die Krebstiere „frisch“ zuzubereiten, sondern ist außerdem stolz darauf, sie unter quälerischen Bedingungen aus Kanada einfliegen zu lassen. Dabei ist längst belegt, dass Hummer Schmerzen empfinden.

„Lebende Tiere in kochendes Wasser zu werfen und bis zu zehn Minuten lang qualvoll leiden zu lassen ist unvorstellbare Tierquälerei“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin bei PETA. „Besucher sollten sich gut überlegen, ob sie diese Grausamkeit mit ihrem Eintrittsgeld belohnen.“

Dr. Breining macht darauf aufmerksam, dass Hummer allerfrühestens nach drei Minuten in kochendem Wasser sterben. Die Organisation filmte das Sterben eines Hummers unter für das Tier „idealsten“ Bedingungen. Dazu wurde ein einziger Hummer kopfüber in kochendes Wasser gelegt und der Topf anschließend mit einem Deckel abgedeckt. Nach 2,5 Minuten lebte der Hummer immer noch. Werden mehrere Hummer gleichzeitig gekocht, kühlt sich das Wasser zunächst ab, was zur Folge hat, dass sich der Todeskampf verlängert. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die mehr Schutz für die sensiblen Tiere fordert, attestierte ihnen in einer Studie nicht nur ein Schmerzempfinden, sondern auch ein Bewusstsein.

Bereits der lange Transport ist eine Tortur für die Tiere: Damit sie sich nicht verletzen, werden den Hummern, die in freier Wildbahn durchaus größere Strecken zurücklegen, die Scheren zusammengebunden. Darüber hinaus erhalten sie nach ihrem Fang keine Nahrung mehr, um die Becken, in denen sie aufbewahrt werden, nicht durch ihre Exkremente zu verschmutzen. So müssen die Einzelgänger monatelang übereinandergestapelt und ohne Nahrung ausharren.

PETA weist darauf hin, dass Hummer faszinierende Tiere sind. Sie haben blaues Blut, kauen mit dem Magen und werden so alt wie Elefanten. Die nachtaktiven Einzelgänger leben in Höhlen und unter Steinen in Wassertiefen von bis zu 50 Metern. Die meisten Hummer sind "Rechtshänder" (die rechte Schere ist kräftiger und dient dem Beutefang sowie der Verteidigung, mit der linken Schere zerkleinern sie die Nahrung). Die Weibchen werden erst mit sechs Jahren geschlechtsreif und tragen bis zu 100.000 Eier neun Monate an ihrem Schwanzteil mit sich herum.
Das KaDeWe bietet seit 2011 keine lebenden Hummer mehr an und ist somit Vorbild für zahlreiche Gourmetgeschäfte in Deutschland.

Weitere Informationen:
Freiheit-fuer-Hummer.de

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de