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Heiraten mit Herz und Verstand: PETA-Expertin gibt Tipps für ein tierfreundliches, veganes Hochzeitsfest

 
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Stand Juli 2017
Stuttgart, 6. Juli 2017 – Liebe für alle Lebewesen: Die Hochzeit ist einer der schönsten Tage des Lebens, und gerade in den Sommermonaten geben sich viele Paare das Ja-Wort. Eine Party für viele unterschiedliche Gäste zu planen, kann allerdings anstrengend sein, denn schnell sieht sich das Brautpaar mit einem Berg an Wünschen und Meinungen konfrontiert. Dabei wird gerne vergessen, dass der besondere Tag allein dem Hochzeitspaar gehört und dieses die Möglichkeit haben sollte, seinen ethischen Überzeugungen und sich selbst treu zu bleiben – auch bei der Wahl des Menüs, der Torte oder des Brautkleides. Um den Hochzeitstag ganz ohne „tierische Fettnäpfchen“ verbringen und die Gäste dennoch verzaubern zu können, hat Johanna Fuoß, Fachreferentin für Bekleidung bei PETA, eine kleine Checkliste für alle tierfreundlichen Brautpaare zusammengestellt.
 
„Eine Hochzeit ist die perfekte Möglichkeit, der Familie und Freunden die schönsten Seiten des veganen Lebens zu zeigen“, so Johanna Fuoß. „Die große Vielfalt an tierfreundlichen Gestaltungsmöglichkeiten verwandelt jede Feier in ein Fest der Liebe, für das garantiert niemand leiden musste.“
 
Was bei der Planung eines veganen Festes zu beachten ist:

• Das Festmahl: Ein veganes Menü verursacht nicht nur weniger Tierleid, sondern sorgt auch dafür, dass jeder Gast beherzt zugreifen kann. Immer mehr Menschen wählen schließlich aufgrund von Allergien und Lebensmittelintoleranzen sowie aus religiösen oder ethischen Überzeugungen rein pflanzliche Produkte. Eine wachsende Anzahl veganer oder vegan-freundlicher Caterer und Restaurants liefern allerhöchsten Genuss für ein tierleidfreies Fest. Bei konventionellen Caterern kann eine Anfrage mit erklärenden Informationen und Vorschlägen sehr hilfreich sein.
• Getränke: In Getränken kann sich sowohl in den Zutaten als auch in den Hilfsstoffen Tierisches verstecken. Letzteres muss leider nicht deklariert werden. Darum sollte das Hochzeitspaar auf ausdrücklich vegane Varianten setzen, die z. B. ohne tierische Farbstoffe, Gelatine oder Fischblasen zur Klärung auskommen. Das Angebot an veganen Getränken, einschließlich Wein und Sekt, ist mittlerweile groß. Herstellerunabhängige Vegan-Siegel sowie der Einkaufsguide von PETAs Jugendkampagne PETA ZWEI helfen bei der Auswahl.
• Hochzeitstorte: Der Höhepunkt eines jeden Hochzeitsfestes ist die Hochzeitstorte. Leider verursacht sie mit Zutaten wie Milch, Eiern, Butter und Sahne auch viel Tierleid. Das muss nicht sein: Immer mehr Konditoren bieten vegane Köstlichkeiten an. Hochzeitspaare, die auf Do-it-yourself setzen, finden in PETAs „ultimativem veganem Backpapier“ und vielen veganen Backbüchern Hilfe bei der rein pflanzlichen Zubereitung.
• Brautkleid und Anzug: Beliebte Stoffe für das vegane Brautkleid sind tierfreundliche Baumwolle, Chiffon und natürlich Spitze (mit Ausnahme von Chantillyspitze, die aus Seide besteht). In Unter- und Oberröcken versteckt sich gerne Seide, die viel Leid verursacht: Für ein einziges Kleid werden bis zu 50.000 Raupen in ihren Seidenkokons verbrüht. Während der Herzensdame eine Vielfalt an Kleidern zur Verfügung steht, greift der Bräutigam meist auf den klassischen Anzug zurück, in dem jedoch häufig Wolle verarbeitet wird. Anzüge aus Baumwolle, Polyester oder Viskose sind die tierfreundliche Alternative. Für Frauen, die im Anzug heiraten möchten, gilt natürlich dasselbe.
• Accessoires und Schuhe: Schuhe wählt das tierfreundliche Hochzeitspaar am besten aus Kunstleder oder pflanzlichen Stoffen. In Sachen Schmuck und Accessoires stehen Leder, aber auch Federn und Perlen auf der roten Liste. Bei Krawatten, Fliegen und Brusttüchern sollten Varianten ohne Seide und Wolle gewählt werden. Paare, die noch mehr Tipps brauchen, finden unter veganemode.info alles zum veganen Dresscode.
• Deko: Kunstblumen aus Seide, Federn von gerupften Vögeln und Kerzen aus Bienenwachs braucht niemand auf einer Hochzeit. Echte Blumen sehen ohnehin viel schöner aus und sind – wie Kunstfedern und Kerzen aus tierfreundlichem Paraffin – überall erhältlich. Wer bei der romantischen Beleuchtung auf Erdölprodukte verzichten möchte, kann Kerzen aus Sojaöl, zertifiziertem Palmöl, Stearin oder Biomasse wählen. In manchen Kerzen verstecken sich jedoch tierische Fette, weshalb im Zweifel der Hersteller kontaktiert werden sollte.
• Geschenke: Hochzeitsgeschenke sollen nicht die Gäste, sondern das Brautpaar glücklich machen. Daher ist es völlig in Ordnung, vorab um tierfreundliche Präsente zu bitten. Hilfreich sind Informationen zu veganen Kennzeichnungen oder eine Liste mit spezifischen Wünschen. Wer bereits rundum zufrieden ist, kann auf Geschenkideen von Tierrechtsorganisationen wie PETA zurückgreifen und um eine Geschenkspende bitten.
• Transportmittel: Pferdekutschen sind nicht nur unbequem und holprig, sie sind regelrecht gefährlich, wie zahlreiche Kutschunfälle und vor Erschöpfung zusammenbrechende Pferde immer wieder zeigen. Besser eignen sich tierfreundliche Transportmittel wie Auto, Limousine, Motorrad – oder etwas ausgefallener – gerne auch ein Fahrrad.
• Neue und alte Bräuche: Einer der traurigsten Hochzeitsbräuche ist wohl das Entsenden weißer Tauben in den Himmel. Häufig verirren sich die Tiere und enden krank und hungernd in den Städten. Schmetterlinge, die für Auflässe über das Internet in Pappschachteln bestellt werden können, sind meistens schon zerquetscht, verhungert oder verdurstet, bevor sie beim Brautpaar ankommen. Schlechter lassen sich „Liebe und Treue“ wohl kaum symbolisieren. PETA empfiehlt stattdessen tierfreundliche Seifenblasen – sie machen auch den kleinsten Gästen eine große Freude.
• Reis werfen: An dieser Stelle räumt PETA mit einem alten Mythos auf. Reis kann gedankenlos über das frisch vermählte Paar gestreut werden. Vögeln passiert durch ungekochten Reis nämlich rein gar nichts – im schlimmsten Fall werden sie satt.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Backpapier
PETA.de/Pferdekutschenunfälle
veganemode.info

Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de