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Jäger schießt in Mönchengladbach auf Jagdkollegen – PETA fordert Verbot der Hobbyjagd in Deutschland

Stand Februar 2016
Mönchengladbach / Stuttgart, 1. Februar 2016 – Gefährliche Schüsse: Gestern schoss ein 19-jähriger Jungjäger auf einen Jagdkollegen. Medienberichten zufolge waren mehrere Jäger auf der Fuchsjagd und umstellten eine Strohmiete, in der sich ein Fuchs versteckte. Als ein Jagdhund das verängstigte Tier aus seinem Versteck trieb, schoss der Jungjäger auf den unter Todesangst flüchtenden Fuchs, traf jedoch stattdessen seinen Jagdkollegen. Der 73-Jährige wurde von der Schrotladung am Bein verletzt und musste operiert werden. Im Hinblick auf diesen und ähnliche Jagdunfälle fordert PETA Deutschland e.V. das längst überfällige Verbot der sogenannten Hobbyjagd in Deutschland. Immer wieder bringen die Weidmänner auch Passanten in Gefahr und gefährden die öffentliche Sicherheit durch fahrlässiges Handeln. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass jedes Jahr neben zahlreichen Tieren, denen durch Fehlschüsse erhebliches Leid zugefügt wird, im deutschsprachigen Raum auch mehrere Dutzend Menschen von Hobbyjägern getötet und verletzt werden.
 
„Der aktuelle Fall in Mönchengladbach zeigt wieder einmal: Bei der Jagd besteht Gefahr für jedes Lebewesen, das sich in der Nähe aufhält – ob Mensch oder Tier“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V. „Jährlich ereignen sich Dutzende Vorfälle, bei denen Fehlschüsse oder Querschläger Menschen verletzen oder gar töten, Gewehrkugeln in Häuser einschlagen oder Spaziergänger plötzlich unter Beschuss geraten. Die Hobbyjagd muss verboten werden.“
Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für die Jagd von Privatpersonen in deutschen Wäldern. Im Gegenteil, die Hobbyjagd geht mit einer Störung des Rechtsfriedens sowie der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einher. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht dazu geeignet ist, Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt [1]. Demnach hat ein hoher Jagddruck zur Folge, dass sich die Population der Wildschweine in dem betreffenden Gebiet erhöht. Auch der namhafte Biologe Prof. Dr. Josef Reichholf sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.
PETA weist darauf hin, dass den rund 350.000 Hobbyjägern in Deutschland nur etwa 1.000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüberstehen.
[1] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.

PETA bietet den Bewohnern von Mönchengladbach den neuen PETA-Jagdsticker „Lebensgefahr! Sie betreten gerade ein Jagdgebiet“ in einer limitierten Auflage kostenfrei an, um auf die Gefahr durch Jäger in deutschen Wäldern hinzuweisen. Den Sticker können sie unter Info@peta.de anfordern.
 

PETA-Jagdsticker / © PETA
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Jagd
PETA.de/Jagdunfälle

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de