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Milchgipfel: PETA fordert Ausstieg aus der Milchwirtschaft

 
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Millionen Kühe leiden und sterben für unrentable Massenware

Stand Mai 2016
Stuttgart, 30. Mai 2016 – Zeit zum Umdenken: Deutsche Bauern produzieren zu viel Milch. Die Folge sind Milchpreise im Rekordtief: Teilweise unter zwanzig Cent pro Liter erhalten die Erzeuger. Heute soll es ein Gipfel in Berlin unter Leitung von Bundesagrarminister Christian Schmidt richten. Im Gespräch sind Finanzhilfen und Entschädigungen für Landwirte in Höhe von hunderten Millionen Euro – für ein Produkt, das offenbar niemand will und für das unzählige Kühe zu Milchmaschinen degradiert werden. Unterstützer der Tierrechtsorganisation PETA hatten gestern vor dem Brandenburger Tor gegen die Ausbeutung der Tiere mit überdimensionalen Buchstaben protestiert und für eine vegane Ernährung geworben. Die Organisation fordert das Ende der tierquälerischen Milchindustrie und eine Agrarwende hin zu einer bio-veganen Landwirtschaft.
 
„Es muss endlich Schluss sein mit der steuerfinanzierten, zügellosen Milchproduktion auf Kosten der Tiere. Weitere Zahlungen der Bundesregierung an die Bauern verlängern nur das Leid der auf Hochleistung gezüchteten ‚Wegwerfkühe‘, die nur so lange am Leben erhalten werden, wie sie wirtschaftlichen rentabel sind; und sie täuschen darüber hinweg, dass ein ‚Weiter so‘ keine Option ist für Landwirte und Tiere“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung  bei PETA. „Die Bauern müssen umdenken – weg von der unrentablen Tierproduktion zu einer Landwirtschaft, die auf pflanzliche Produkte setzt. Nur so haben ihre Höfe eine Zukunft.“
 
Während die Nachfrage nach Milch stagniert, steigt sie für pflanzliche Produkte stetig an. Angesichts dieser Veränderung des Essverhaltens der Gesellschaft und der zunehmenden Sensibilität gegenüber Tieren in der Agrarindustrie ist der Umstieg auf eine bio-vegane Landwirtschaft die einzige Alternative für Bauern und Verbraucher.
 
In der Agrarindustrie werden Tiere als Milchmaschinen gezüchtet: Die Kuhmütter werden in den Betrieben meist künstlich besamt – mit ausgewähltem Sperma, um möglichst „leistungsstarken“ Nachwuchs zu zeugen. Nach neun Monaten, einer ebenso langen Schwangerschaft wie bei einer Frau, gebärt die Kuh ihr Kalb. Nun würde die Mutter ihren Nachwuchs liebevoll umsorgen, doch das Neugeborene wird ihr sofort oder nur wenige Stunden nach der Geburt weggenommen, mit billiger Ersatznahrung versorgt und isoliert in sogenannten Kälberboxen oder mit anderen Jungtieren untergebracht. Nicht selten schreien Mutter und Kind tagelang nacheinander. Die Kuh hält den Strapazen, die mit der hohen Milchmenge und der nicht tiergerechten Haltung einhergehen, nicht lange stand. Ist sie für den Landwirt unwirtschaftlich geworden, wird sie zum Schlachthof transportiert. Etwa 180.000 Kühe im Jahr sind schwanger, wenn ihnen im Schlachthaus die Kehle durchtrennt wird – für das ungeborene Kalb bedeutet dies den qualvollen Erstickungstod im Mutterleib. Insgesamt werden in Deutschland jährlich rund 3,5 Millionen Rinder getötet, bis zu 9 Prozent davon verbluten aufgrund von Fehlbetäubungen bei vollem Bewusstsein.
 
Einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge, die PETA im Mai 2015 in Auftrag gegeben hatte, können über die Hälfte aller Deutschen die Frage, wieso Kühe Milch geben, nicht richtig beantworten. Mehr als ein Drittel, insgesamt 35,6 Prozent der 1.000 Studienteilnehmer glaubt, dass eine Kuh immer Milch gibt. 23,4 Prozent haben keine Antwort. Fakt ist jedoch: Genau wie Menschen produzieren Kühe nur dann Milch, wenn sie ein Kind zur Welt gebracht haben. Um die komplette Milch der Nahrungsmittelindustrie zur Verfügung zu stellen, wird der Mutter ihr Kalb kurz nach der Geburt weggenommen – mit fatalen körperlichen und psychischen Folgen für die Tiere.
 
PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder in Fischernetzen. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.
 

Aktivisten von PETA ZWEI, der Jugendkampagne von PETA, protestieren in Berlin gegen die Milchindustrie. / © PETA
 
Das Motiv kann hier heruntergeladen werden.
 
Das Video zum Protest kann hier heruntergeladen werden.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Milchumfrage
PETA.de/Milch
Veganstart.de
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de