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Nach Beißvorfall in Leipzig: PETA fordert Einführung eines Hundeführerscheins in Sachsen

Nachweis kann Unfälle verhindern und ermöglicht Hunden ein tiergerechteres Leben

Stand Januar 2016
Leipzig / Stuttgart, 8. Januar 2016 – Verantwortungslose Hundehaltung: Vergangenen Samstag war eine 56-jährige Frau mit ihrem Yorkshire Terrier auf dem Weg zu einer Hundewiese, als ihr Hund von der nicht angeleinten Staffordshire-Terrier-Hündin „Emma“ angegriffen wurde. Der Yorkshire Terrier erlitt schwere Verletzungen und musste tierärztlich behandelt werden. Der Halter hatte noch einen weiteren Staffordshire Terrier bei sich. Er sagte, dass „Emma“ ja nichts tue, und verließ den Ort des Geschehens, ohne der Frau und ihrem Hund zu helfen. Die Polizei bittet um Hinweise zum etwa 40-jährigen Täter, der als etwa 1,80 Meter groß beschrieben wird. Zeugen werden gebeten, sich im Polizeirevier in der Ritterstraße 19-21 oder telefonisch unter 0341 71050 zu melden. Angesichts dieses Vorfalls fordert PETA Deutschland e.V. die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins in Sachsen: Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem vermittelt das Training Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sind.
 
„Dieser Fall macht deutlich, dass offenbar viele Halter verantwortungslos mit ihren Vierbeinern umgehen. Anders ist nicht erklärbar, dass ein Hund einen Artgenossen – vermeintlich ohne erkenntliche Anzeichen – angreift und verletzt“, so Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA Deutschland e.V. „Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden – unabhängig davon, ob er ein Staffordshire Terrier, ein Dackel oder ein Mischling ist.“

Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor der Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, um das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Auf den theoretischen Kurs folgt ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar für Hund und Halter in einer Hundeschule.

In der Schweiz sind Hundehalter bereits seit 2008 zu einem Sachkundenachweis verpflichtet. Ebenso in Liechtenstein, wo die Zahl der Hundeangriffe auf Menschen seither deutlich zurückgegangen ist. Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen eine entsprechende Regelung beschlossen – der allgemeine Hundeführerschein ist in diesem Bundesland seit Juli 2013 verpflichtend.
Die Einführung eines Hundeführerscheins hat einen weiteren Vorteil: Sie kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen – darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.

Weitere Informationen:
PETA.de/Hundefuehrerschein
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de