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Nach Verkehrsunfall mit 1500 Wildtieren bei Gmünd: PETA fordert Ende des Wildtierhandels

 
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Stand Juni 2013
Gmünd / Gerlingen, 3. Juni 2013 – Nachdem ein mit exotischen Wildtieren beladener Kleinlaster am Freitag auf der Tauernautobahn Höhe Gmünd verunglückte, wurden die rund 1500 Mäuse, Ratten, Streifenhörnchen, Spinnen, Schildkröten, Igel, Präriehunde und Königspythons aus dem Fahrzeug auf die Fahrbahn geschleudert. Der Kraftfahrer, der keine Langtransporterlaubnis vorlegen konnte, war auf dem Weg aus den Niederlanden zu einem Tiermarkt nach Longarone in Italien. Alle Tiere wurden gerettet und bis Samstag im Klagenfurter Tierschutzkompetenzzentrum untergebracht. Dann setzte der Fahrer die Tour mit einem Ersatz-LKW fort. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. fordert aus dem aktuellen Anlass erneut ein Ende des Wildtierhandels.

„Tierhändler arbeiten ohne Rücksicht auf die Tiere“, so Nadja Kutscher, Kampagnenleiterin bei PETA. „Vielfach werden exotische Wildtiere von Börse zu Börse gekarrt, oft von einem Land in das nächste - der Handel muss verboten werden.“

Eine Recherche von PETA USA bei dem Wildtierimporteur U.S. Global Exotics (USGE) in Arlington, Texas, zeigte den Alltag des Wildtierhandels. In winzige Plastikbehältnisse oder Boxen verpackt warteten Tiere wie Schlangen, Schildkröten, Faultiere, Igel und Frösche über Tage oder Wochen darauf, an Zoohandlungen oder Privathändler in der ganzen Welt verschickt zu werden – oft ohne Wasser oder Nahrung sowie jegliche tierärztliche Versorgung der teils schwerkranken Tiere. Viele Wildtiere, die auf Börsen, im Internet oder im Zoohandel verkauft werden, sind noch immer Wildfänge: Krankheiten, Verletzungen und Nahrungsverweigerung lassen über 90 Prozent dieser Tiere noch im ersten Jahr sterben. Zudem bedeuten Tierausstellungen und Börsen für die empfindlichen Wildtiere puren Stress; die Käufer entscheiden sich oft aus einer Laune heraus für ein Tier und besitzen nicht das nötige Fachwissen.

PETA appelliert an die Bevölkerung, einschlägige Ausstellungen zu meiden. Wer das nötige Fachwissen besitzt, sollte ein Tier aus einer Auffangstation bei sich aufnehmen – so wird der Handel nicht weiter angekurbelt. Um Kindern Wissen über die faszinierenden Tiere zu vermitteln, könnten entsprechende Dokumentationen hilfreich sein.

Weitere Informationen:
PETA.de/Exotenbörsen
PETA.de/USGE

Kontakt:
Judith Stich, +49 (0)30 68326660-4, JudithS@peta.de