Spenden
 »  »  »  » Ostsee-Dorsch massiv bedroht: PETA fordert komplettes Fangverbot

Ostsee-Dorsch massiv bedroht: PETA fordert komplettes Fangverbot

 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge

Fischern muss Umschulung ermöglicht werden

Stand Dezember 2016
Stuttgart, 12. Dezember 2016 – Fangquote Null: Kieler Wissenschaftler warnen vor einem Aussterben des Dorsches in der Ostsee in 2019, sollte er weiterhin befischt werden. [1] Die EU und die Bundesregierung haben jedoch erst kürzlich eine bloße Reduzierung der Fangmenge um 56 Prozent (westliche Ostsee) und 25 Prozent (Osten) gegenüber 2016 für nächstes Jahr festgelegt – von der EU-Kommission gefordert waren ursprünglich 88 Prozent. Angesichts des milliardenfachen Leids, das die Fischerei den Meerestieren zufügt und welches nun die gesamte Art bedroht, fordert die Tierrechtsorganisation PETA ein Fangverbot für Dorsche. Fischern soll eine Umschulung ohne finanzielle Einbußen ermöglicht werden.
 
„Die aktuelle Fischereipolitik verwandelt unsere Meere in Todeszonen. Wir fordern ein komplettes Fangverbot für Dorsch als ersten Schritt, um den Lebensraum Ozean und den Schutz seiner Bewohner zu sichern“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Gleichzeitig muss die Politik Fischern eine Umschulung für eine tierfreundliche Tätigkeit ohne finanzielle Nachteile ermöglichen.“
 
Nach Berechnungen des UN-Umweltprogramms UNEP ist spätestens 2050 weltweit keine kommerzielle Fischerei mehr möglich. [2]  Jedes Jahr werden zwischen 1000 und 3000 Milliarden Fische aus den Weltmeeren gezogen. [3] Die Tiere werden in den Netzen erdrückt, ersticken an Bord von Schiffen oder werden ohne Betäubung aufgeschnitten und ausgenommen. Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten.“ [4]
 
Zudem ist Fisch häufig mit Dioxinen, PCBs (giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen) oder Quecksilber belastet. Neuerdings werden auch zunehmend Mikroplastikpartikel aufgrund der Meeresverschmutzung in Fischfleisch gefunden. [5]
 
PETA spricht sich grundsätzlich gegen Fischfang und für die vegane Ernährung aus.
 
Quellen:
[1] http://www.uni-kiel.de/pressemeldungen/index.php?pmid=2016-409-dorschbestand
[2]http://unep.org/Documents.Multilingual/Default.Print.asp?DocumentID=624&ArticleID=6566&l=en
[3] fishcount.org.uk
[4] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.
[5] http://science.sciencemag.org/content/352/6290/1213.full
 
Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 (0)711 860591-528, DenisS@peta.de