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PETA ersucht Unterstützung des Zentralrats der Juden zur Kampagne “Holocaust auf Ihrem Teller”

Plakate zeigen, wie sehr die Massentierhaltung den Todeslagern der Nazis ähnelt

Stand Oktober 2012
18. November 2003

Kontakt: Harald Ullmann, +49 (0)711-866-6165

Stuttgart/Norfolk, Va. -- In einem Brief an Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, bittet PETA um die Unterstützung seiner für März nächsten Jahres geplanten Kampagne „Holocaust auf Ihrem Teller“, die Verständnis und Mitgefühl vermitteln soll.

Inspiriert durch die Worte jüdischer Gelehrter, darunter der Autor Edgar Kupfer-Koberwitz, der sagte: “Ich glaube, dass der Mensch, solange er Tiere quält und tötet, auch Menschen quälen und töten wird” und der jüdische Schriftsteller und Nobelpreisträger Isaac Bashevis Singer, der schrieb: “In Bezug auf [Tiere] sind alle Menschen Nazis”, hat PETA in den USA ihr kontroverses Projekt “Holocaust auf Ihrem Teller” Anfang diesen Jahres gestartet. Die Ausstellung umfasst acht Plakate, die jeweils mit Fotos aus der Massentierhaltung und Szenen von Schlachthöfen bestückt sind, Seite an Seite mit Fotos aus den Nazi-Todeslagern.

Nach Angaben des United States Holocaust Memorial Museum “liefert der Holocaust den Kontext, um zu erkennen, wie gefährlich Stillschweigen, Abstumpfung und Gleichgültigkeit im Angesicht der Unterdrückung anderer sind”. PETA möchte anregen, über die Parallelen nachzudenken, wie man einerseits Juden, Zigeuner, Homosexuelle und andere zu Opfern machte, indem man sie während des Holocausts als “des Lebens unwürdiges Leben” charakterisierte, und wie die moderne Gesellschaft andererseits Tiere missbraucht und ihr Abschlachten rechtfertigt. Gerade so, wie die Nazis versuchten, Juden zu „entmenschlichen“, indem sie sie zwangen, in verdreckten, beengten Verhältnissen zu leben, Kinder ihren Müttern entrissen und sie wie am Fließband töteten, bekommen Tiere in der heutigen Massentierhaltung alles vorenthalten, was für sie schön und natürlich ist; stattdessen behandelt man sie als reine Fleisch-, Eier- und Milch“maschinen“.
Legehennen werden in winzigen Drahtkäfigen so übereinander gepfercht, dass sie nicht einmal Platz genug haben, um sich abzulegen oder auch nur einen Flügel zu spreizen. Schweine werden in Ställen auf nackten Betonböden gehalten, die Wundheit verursachen, und Kälber, die zur Kalbfleischgewinnung aufgezogen werden, werden ihren Müttern nur wenige Stunden nach der Geburt entrissen und in winzigen, dunklen Stallboxen angekettet, wo sie verzweifelt versuchen, auf den schlüpfrigen, mit Exkrementen bedeckten Latten die Balance zu halten.

“Dasselbe Gedankengut, das den Holocaust möglich machte —dass wir mit denen, die wir als ‘anders’ oder ‘minderwertiger’ erachten, alles tun können, was wir wollen—ist es, das es uns erlaubt, tagtäglich Grausamkeiten gegen Tiere zu begehen”, so PETA’s Kampagnen-Koordinator Matt Prescott, der Familienmitglieder durch die Nazis verlor. “Wir appellieren an die Menschen, ihre Herzen zu öffnen und Mitgefühl auf ihren Tellern Platz finden zu lassen, indem sie eine gewaltfreie, vegane Ernährungsform wählen, die jedes Leben respektiert.”