Spenden
 »  »  » PETA kritisiert Vogelbörse in Delitzsch

PETA kritisiert Vogelbörse in Delitzsch

 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge

Tiere dürfen nicht zu Ware degradiert werden

Stand August 2012
Delitzsch / Gerlingen, 2. August 2012 – Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. rät eindringlich von einem Besuch der von dem Verein Delitzscher Vogelliebhaber 1963 e.V. veranstalteten Vogelbörse mit Kleintiermarkt in Delitzsch an diesem Samstag ab. Veranstaltungen wie diese widersprechen laut der Organisation nicht nur dem Tierschutz, sondern degradieren Tiere zu Ware. Die Vögel, deren Bedürfnisse den prestigeorientierten Verkäufern auf Vogelbörsen augenscheinlich gleichgültig sind, werden in enge Käfige gepfercht und enormem Stress ausgesetzt.

„Vogelmärkte sind nicht zeitgemäß“, so Charlotte Köhler, Kampagnenleiterin bei PETA. „Wie im Mittelalter werden die Tiere feilgeboten. Nach einem belastenden Transport über teils weite Strecken, häufig ohne Nahrung und Wasser, werden die sensiblen Vögel in enge Schaukäfige gezwängt und unter unwürdigen Bedingungen zur Schau gestellt. Tiermärkte bedeuten für die Vögel erheblichen Stress und Leid, was die Hobbyzüchter und vorgebliche Tierfreunde in Kauf nehmen, um ihre Sammelleidenschaft zu befriedigen.“

PETA-Ermittler konnten auf zahlreichen Vogelbörsen und -ausstellungen, darunter die Internationale Vogelbörse Straubing und die Meisterschaft des Deutschen Kanarien- und Vogelzüchterbunds, eindeutige Verstöße gegen den Tierschutz dokumentieren. Bereits der Transport ist mit enormem Stress für die sensiblen und intelligenten Vögel verbunden. Während der Veranstaltungen werden die Vögel dem Publikum in winzigen, oft verdreckten und überfüllten Ausstellungskäfigen präsentiert. In den Ausstellungsräumen herrscht ein permanent extrem hoher Lautstärkepegel. Besonders bei Märkten drücken sich die Besucher direkt an den aufgetürmten Käfigreihen vorbei – für die Vögel, die nicht entkommen können, eine extreme Stresssituation.

Die Präsentation von Qualzuchten ist die Regel. Viele Kanarienvögel können aufgrund angezüchteter Federhauben nichts sehen und ziehen sich Hornhautverletzungen zu, sogenannte Korkenzieherkrallen bergen ein Verletzungsrisiko und bei den „gebogenen Positurkanarien“ experimentieren verantwortungslose Züchter mit der Haltung der Vögel. Auch werden verletzte und kranke Vögel dargeboten, die auf Nachfrage vom PETA-Rechercheteam nicht in den Quarantäneraum gebracht wurden, was für die betroffenen Vögel tödlich enden kann und der Verbreitung von Krankheitserregern Tür und Tor öffnet. Bei manchen Krankheiten kann auch eine Übertragung auf Menschen nicht ausgeschlossen werden.

Das Geschäft mit der „Ware Tier“ ist lukrativ. 3,5 Millionen „Ziervögel“ leben in deutschen Haushalten. Mehrere Millionen Euro werden jedes Jahr allein in Deutschland in dieser Branche umgesetzt. Die Vögel bleiben in dieser auf Gewinn orientierten Industrie folglich auf der Strecke.

Die Tierrechtsorganisation appelliert an die Bevölkerung, einschlägige Veranstaltungen zu meiden und den Handel nicht weiter anzukurbeln. Die Kontrolle dieser Vogelbörsen und -ausstellungen ist nicht möglich, da sie rechtlich de facto nicht geregelt sind. Es existieren lediglich Leitlinien zur Ausrichtung von Tierbörsen unter Tierschutzgesichtspunkten, die dem Tierschutzgedanken nicht genügen und zudem explizit nicht rechtsverbindlich sind. Erst wenn die Veterinärbehörden die in den Leitlinien vorgegebenen Mindestanforderungen per Verfügung gegenüber den Börsenbetreibern und den einzelnen Ausstellern festsetzen, wird dieser Mindestschutz juristisch verbindlich.

Rassenwahn: Falsch bei Menschen, falsch bei Tieren / © PETA

Fotos in druckfähiger Auflösung:
http://fotos.peta.de/categories.php?cat_id=103

Videomaterial:
PETA.de/videoportal

Weitere Informationen:
PETA.de/vogelleid
PETA.de/web/voegel_in_der.176.html

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de