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Pferderipper schlug erneut in Braunschweig zu – PETA setzt 1.000 Euro Belohnung für Hinweise aus

 
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Stand Juni 2014
Braunschweig / Gerlingen, 3. Juni 2014 – Fahndung nach Tierquäler: Am Sonntag fügte ein unbekannter Täter einem Pferd auf einer Weide am Neddernkamp in Braunschweig eine Verletzung am Vorderlauf zu. Das blutende Tier wurde um 20 Uhr gefunden und tierärztlich behandelt. Genau eine Woche zuvor wurden bereits einem auf einer Weide am Wöhrdenweg in Braunschweig-Querum stehenden Pferd im Zeitraum zwischen 18:45 und 21:30 Uhr Verletzungen mit einem scharfkantigen Gegenstand zugefügt. In diesem Tatzusammenhang sucht die Polizei insbesondere einen 65 bis 75 Jahre alten schlanken Mann mit grauen Haaren und schmalem Gesicht, der gegen 18:45 Uhr auf einer Holzbank an der Weide gesessen hat. Medienberichten zufolge wurden in den letzten Monaten und Jahren in der Region immer wieder Pferde lebensbedrohlich verletzt oder getötet.
Die Polizei Braunschweig fahndet nach dem Pferdeschänder und bittet um Hinweise. Um die Behörden bei ihren Ermittlungen zu unterstützen, setzt die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. nun eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur Ermittlung und Überführung des Tierquälers führen. Möglicherweise waren mehrere Personen an den Taten beteiligt. Zeugen, die Informationen zu diesen Fällen beisteuern können, wenden sich bitte telefonisch unter 01520 73 733 41 oder per E-Mail an PETA oder direkt an den Kriminaldauerdienst Braunschweig unter der Telefonnummer 0531 47 62 51 6.

„Bitte helfen Sie mit, diese herzlose Taten aufzuklären. Häufig ist Tierquälerei auch der Ausgangspunkt von Gewalt gegen Menschen“, so Judith Pein im Namen von PETA Deutschland e.V. „Zudem sollten Pferdehalter und Tierfreunde in der Gegend unbedingt verstärkt achtsam sein und ihre Tiere bestmöglich vor einer ähnlichen Misshandlung schützen.“

PETA weist darauf hin, dass aus sadistischen und sexuellen Aggressionen gegenüber Tieren auch schnell Gewalt gegen Menschen werden kann. Insbesondere Taten, die von sogenannten „Pferderippern“ begangen werden, gelten als Indikator für eine mögliche Vorstufe schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte. Zahlreiche Mörder vergingen sich zunächst an Tieren, bevor ihnen Menschen zum Opfer fielen. So ließ der als „Rhein-Ruhr-Ripper“ bekannte Serienmörder Frank Gust seine perversen Fantasien zunächst an Pferden, Schafen und Rindern aus, bevor er vier Frauen auf exakt dieselbe Weise tötete wie zuvor die Tiere. Bereits in den 1990er Jahren erschütterte eine Serie von „Pferderipper“-Taten die Republik: Damals wurden über 100 Pferde, vorzugsweise in Niedersachsen, gepeinigt.

PETA Deutschland e.V. rät Pferdehaltern daher zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten, sofern möglich, nachts nicht auf der Koppel stehen, sondern in einer sicheren, bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten, Stallung untergebracht werden. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem sollten nach Möglichkeit Kontrollgänge zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen ist es dabei ratsam, die Kontrollgänge mit mindestens zwei Personen durchzuführen, die zudem Mobiltelefone mit sich tragen sollten. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.

Fälle von grausamer Tierquälerei werden täglich in Deutschland aufgedeckt. Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Gewalttaten an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen.

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von Tierquälerei aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.


Weitere Informationen:
PETA.de/Staatsanwalt
PETA.de/Tierqual
PETA.de/TierischeMitbewohner

Kontakt:
Sylvie Bunz, +49 (0) 30 - 68 32 666 04, SylvieB@peta.de