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Polen: Verhandlungen über Transport lebender Pferde zu japanischen Schlachthöfen – PETA Deutschland und Stowarzyszenie Otwarte Klatki appellieren an Präsident, Vorhaben zu verhindern

 
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Video zeigt, was hinter den Mauern der Schlachthäuser passiert – Protest zieht weite Kreise

Stand Juni 2016
Poznań / Stuttgart, 6. Juni 2016 – Die polnische Regierung verhandelt aktuell ein Abkommen mit Japan, das die Ausfuhr lebender Pferde aus Polen zu japanischen Schlachthöfen erlauben soll. Laut Umfragen sprechen sich 69 Prozent der Bevölkerung Polens generell gegen das Töten von Pferden aus – viele Recherchen von Tierschutzorganisationen zeigen Verstöße gegen geltendes Gesetz bei Langstreckentransporten der Tiere. Die polnische Tierrechtsorganisation Stowarzyszenie Otwarte Klatki hat vergangenen Dienstag ein Video mit Aufnahmen aus Recherchen von PETA USA aus dem Jahr 2009 veröffentlicht. Im Video wurde verfolgt, welchen Weg amerikanische Pferde, die zu japanischen Schlachthöfen transportiert werden, zurücklegen müssen.
 
Polens Präsident Andrzej Duda hat in der Vergangenheit während seiner Wahlkämpfe zugesagt, tierfreundliche Projekte in seinem Land zu unterstützen. PETA Deutschland und Stowarzyszenie Otwarte Klatki wandten sich daher an Duda sowie den polnischen Landwirtschaftsminister Krzysztof Jurgiel – mit dem Appell, entsprechende Schritte einzuleiten, um den Transport lebender Pferde zu japanischen Schlachthöfen zu verhindern. Der polnische Präsident könnte so konkret Stellung zu seinem tierfreundlichen Bemühen beziehen. Ebenso fordern die Organisationen die Politiker auf, die Bemühungen Tausender Polinnen und Polen zur Veränderung des Tierschutzgesetzes zu unterstützen, die auf ein Verbot von Pferdetötung zu Ernährungszwecken abzielt. Jedes Jahr werden in Polen 20.000 Pferde zu Ernährungszwecken getötet, weitere 10.000 werden in ausländische Schlachthöfe transportiert.
 
„Ein circa 30-tägiger Schiffstransport in einem Laderaum stellt eine große körperliche Belastung dar – dabei ist nicht auszuschließen, dass ein Teil der Pferde Japan nicht lebendig erreichen wird. Die Gewährleistung und Überprüfung von Tierschutznormen ist nach dem Verlassen der EU-Grenzen praktisch unmöglich. Selbst während eines zehnstündigen Transports mit dem Flugzeug kann ein Pferd bis zu fünf Prozent seines Körpergewichts verlieren. Die Pläne Polens richten sich gegen die Forderungen des Großteils der Bevölkerung, Pferde zu schützen, statt sie qualvoll zu töten. Zudem steht es auch im Widerspruch zum Bestreben vieler europäischer Länder in Sachen Tierschutz“, so Andrzej Pazgan, Fachreferent für Tiere in der Agrarindustrie und Koordinator für Osteuropa bei PETA. „Daher appellieren wir an die polnische Regierung, diese Transporte nicht zu erlauben und rechtliche Schritte einzuleiten, das Pferd als einen tierischen Begleiter einzustufen.“
 
„Das Wohlergehen der Tiere während solcher Transporte kann nicht gewährleistet werden. Bei dem Vorhaben wird nicht nur die Meinung der polnischen Bevölkerung zu Pferden, sondern auch die der Tierschutzvereine und die Erkenntnisse wissenschaftlicher Studien übergangen. Das Landwirtschaftsministerium und der Generaldirektor der Veterinärdienste müssen die Stimme der Bevölkerung bei ihren Plänen berücksichtigen“, so Paweł Rawicki von Stowarzyszenie Otwarte Klatki.
 
PETA vertritt die Ansicht, dass bereits Pferdetransporte innerhalb der EU mit enormen Leiden für die sensiblen Tiere verbunden sind.
 

Tötungsszene im japanischen Pferdeschlachthof. / © PETA
 
Das Motiv kann hier heruntergeladen werden.
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de