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Qualvoller Tod im Feuer: 2015 starben 130.000 Tiere bei Stallbränden

 
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PETA stellte 31 Strafanzeigen und fordert verschärften Brandschutz

Stand Dezember 2015
Stuttgart, 18. Dezember 2015 – Kein Entkommen aus dem Feuer: Alleine in diesem Jahr starben in Deutschland circa 130.000 Tiere durch Brände in landwirtschaftlichen Stallgebäuden – darunter Hühner und Küken, Schweine und Ferkel sowie Rinder und Kälber. Jedes fühlende Lebewesen wurde dabei aus wirtschaftlichen Gründen – nämlich wegen seines Fleisches, seiner Milch oder seiner Eier – gehalten und in der Regel mit Hunderten oder gar Zehntausenden Artgenossen in enge Ställe gesperrt. Diese bedeuten im Brandfall den sicheren Tod der Tiere, da die Brandschutzvorschriften in Tierställen kaum rechtlich geregelt sind und in der Praxis oftmals stark vernachlässigt werden. Im Notfall ist die Rettung verängstigter Tiere – vor allem bei großen Tierzahlen – aufgrund veralteter Technik, fehlender Frühwarnsysteme, der Lagerung leicht brennbarer Materialen im Stall sowie des Mangels an Notfallplänen oder Fluchtwegen unmöglich. Dies verstößt nach Ansicht von PETA Deutschland e.V. gegen geltendes Bau- und Tierschutzrecht. Daher erstattet die Tierrechtsorganisation bei Stallbränden mit Todesfolge regelmäßig Anzeige – allein in diesem Jahr 31 – und fordert verschärfte brandschutzrechtliche Bestimmungen für Tiere in der Ernährungsindustrie.
 
„Jedes Tier, das bei einem Brand im Stall stirbt, wurde grob fahrlässig getötet – 130.000 sensible Lebewesen verloren so allein 2015 in den Flammen den Kampf um ihr Leben“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA Deutschland e.V. „Der Brandschutz wird bei vielen Tierställen immer noch nicht ernst genommen – hier ist die Politik gefragt und muss endlich für verschärfte Gesetze sorgen.“
 
Verschiedenen Brandschutzverordnungen geben vor, dass Haltungseinrichtungen so beschaffen sein müssen, dass eine Gefährdung der Tiere nach aktuellem Stand der Technik ausgeschlossen werden kann. Den Brandschutz betreffend wird dies jedoch kaum in der Praxis umgesetzt. So sind Frühwarnsysteme beispielsweise in anderen Ländern wie Norwegen und Finnland schon länger Pflicht. Notfallpläne, gesicherte Fluchtwege und Löschwasserversorgung werden ebenfalls vernachlässigt. Zudem zeigt sich auch im Bereich der Fluchtwege, dass Wirtschaftlichkeit über dem Tierschutz steht: Fluchtwege, die die verängstigten Tiere tatsächlich nutzen, sind in der Praxis kaum umsetzbar – das würde eine Genehmigung gerade von großen Stallbauten bei verschärften Brandschutzvorschriften unmöglich machen.
 
Für die Ernährungsindustrie sind Tiere ein reines Produktionsgut. Verbrennen oder ersticken Tiere in einem Stall, wird allein der entstandene Sachschaden berechnet. In der Tierhaltungsindustrie bedeutet jedoch nicht nur ein Brandfall Leid und Tod. Ganz gleich, ob Rind, Schwein oder Geflügel, egal, ob konventionelle oder ökologische Haltung: Tiere als leidensfähige Lebewesen werden anhand ihrer Leistung und ihres Nutzens für den Menschen beurteilt. Für Fleisch, Milch und Eier werden sie ausgebeutet und getötet, obwohl sie ihr natürliches Lebensalter nicht annähernd erreicht haben. Im Schlachthaus ist das Leiden noch nicht beendet: Kopfüber an einem Bein hängend wird ihnen die Kehle durchtrennt – Millionen Tiere sind dabei nicht ausreichend betäubt. [1]
 
PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, gegessen zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.
 
Die Tierrechtsorganisation setzt sich für eine moderne Definition der Grundnahrungsmittel ein: Bislang wurden hierzu unter anderem Fleisch und andere tierische Produkte gezählt und dementsprechend günstiger besteuert. Doch sollten aus ernährungsphysiologischer, ökologischer und tierrechtlicher Sicht keine tierischen Produkte, sondern pflanzliche Eiweißquellen die Proteine für die menschliche Ernährung liefern. PETA fordert die Politik auf, tierische Produkte aus der Liste der Grundnahrungsmittel zu streichen und dafür gesunde Lebensmittel mit einem verminderten Steuersatz zu belegen.
[1] Bärbel-Höhn.de/kleine_Anfrage_Tierschutz_bei_Schlachtung.pdf
 
Weitere Informationen:
Veganblog.de/Warum_PETA_Braende_in_Tierstaellen_anzeigt
PETA.de/Ernährung
Veganstart.de

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de