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Reptilien auf Achse: PETA veröffentlicht Ausbruchs-Chronik

Stand November 2012
Gerlingen, 1. November 2012 – 17 Pythons, 25 Boa Constrictor, 34 Kornnattern, 7 Leguane – dies ist nur ein Auszug, der 99 in diesem Jahr aufgefundenen und gemeldeten Reptilien. Insbesondere in den Sommermonaten werden immer wieder exotische, teils sogar giftige Tiere entdeckt oder von Haltern vermisst. Ursächlich dafür ist einerseits die vermehrte Aktivität der wechselwarmen Tiere in der heißen Jahreszeit, andererseits werden im Sommer verstärkt Tiere ausgesetzt. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. hat einschlägige Fälle aus diesem Jahr in einer Chronik zusammengefasst – die Dunkelziffer ist wesentlich höher – und fordert gleichzeitig ein Haltungsverbot von Wildtieren wie Reptilien und Amphibien in Privathaushalten.

„Ob ausgebrochen oder ausgesetzt, die Chronik ist ein Protokoll verantwortungsloser Tierhaltung“, so Nadja Kutscher, Kampagnenleiterin bei PETA. „Viele Halter sind mit den hochkomplexen Lebewesen überfordert, Wildtiere gehören nicht in Gefangenschaft.“

Obwohl die Pflege von Reptilien aufwendig und äußerst kostenintensiv ist, werden selbst giftige Tiere, teils oft kostengünstig und unter tierschutzwidrigen Umständen wie beispielsweise auf Messen, von ahnungslosen Impulskäufern angeschafft. Viele Menschen sind schnell mit den kostspieligen und anspruchsvollen Bedürfnissen der Tiere überfordert. Im Sommer werden verstärkt Reptilien ausgesetzt, da die Halter davon ausgehen, dass die Tiere bei den Temperaturen auch langfristig in Deutschland überleben können – dies trifft jedoch nur auf wenige Arten zu. Gerade diese stellen wiederum eine Gefahr für die heimische Natur dar.

Das Aussetzen von Tieren ist nach §3 Tierschutzgesetz verboten. Wer ein exotisches Tier findet und nicht sachkundig ist, sollte es auf keinen Fall anfassen und umgehend die Polizei oder den örtlichen Tierschutzverein kontaktieren. Bundesweit werden tausende gefährliche Gift- und Würgeschlangen gehalten.

Tierfreunde, die sich vorab intensiv mit den Bedürfnissen der jeweiligen Tierart auseinandergesetzt haben und trotzdem ein Reptil halten möchten, sollten einem Tier aus dem Tierheim oder einer Auffangstation eine Chance geben, anstatt bei Händlern oder auf Messen zu kaufen.

Weitere Informationen:
PETA.de/Reptilienchronik
Terraristika-info.de
PETA.de/Exotenboersen
PETA.de/Exoten

Kontakt:
Judith Stich, 030 68326660-4, JudithS@peta.de