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Schwangere Kuh irrt durch Gaildorfer Wälder: PETA fordert Abgabe an einen Lebenshof

 
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Stand August 2014
Gaildorf / Stuttgart, 26. August 2014 – Lebenshof statt Schlachthaus: Seit einigen Wochen irrt in den Wäldern bei Gaildorf im Kreis Schwäbisch Hall eine Kuh umher. „Anja“, wie PETA Deutschland e.V. die Kuh genannt hat, ist etwa im fünften Monat schwanger und brach nach Angaben des Halters schon zum zweiten Mal aus. Vor einigen Tagen war das Tier auf einer Straße in Gaildorf unterwegs, ein Autofahrer musste abbremsen. Freiheitsliebenden Kühen wie Anja droht der Abschuss – doch da sie ein Kalb in ihrem Bauch trägt, soll sie vorerst verschont werden. Solange die Polizei den genauen Standort der Kuh nicht ermitteln kann und keine weiteren Zwischenfälle passieren, überlässt sie dem Landwirt weitere Einfangversuche. Bis dahin streift Anja weiter alleine durch die schwäbischen Wälder. Die Tierrechtsorganisation fordert den Halter auf, einen Lebenshof für Anja zu finden, auf dem sie ihr Leben weitestgehend selbstbestimmt verbringen und ihr Kalb in Frieden großziehen darf.
 
„Es muss einen Grund dafür geben, dass die Kuh nicht an diesem Ort bleiben möchte“, so Lisa Wittmann, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA Deutschland e.V. „Nicht nur Anja, alle Kühe sind sehr intelligente Lebewesen mit einer ausgeprägten Persönlichkeit, die intensive soziale Bindungen eingehen. Als sogenannte Milchkühe jedes Jahr ein Kalb zu gebären, das ihnen gleich wieder entrissen wird, ist für diese sensiblen Tiere eine Qual.“
 
PETA weist darauf hin, dass Passanten nicht versuchen sollten, Anja einzufangen: wie alle werdenden Mütter wird sie sich und ihren Nachwuchs verteidigen wollen.
 
Auch wenn Anja im Moment aus Rücksicht auf das Ungeborene oder aus finanziellen Gründen noch nicht erschossen werden soll – getötet werden wird sie in jedem Fall. Rinder, die einmal die Freiheit gekostet haben, lassen sich nur schwer wieder einsperren und stellen so aus Sicht der Landwirte eine unbequeme Gefahrenquelle dar.

Kühe leben normalerweise in einem starken Herdenverband und würden sie sich aufopfernd um ihren Nachwuchs kümmern. In der Milchindustrie werden sie zu reinen Milchlieferanten degradiert. Nicht das Wohl der Tiere, sondern die maximale Produktionsmenge steht im Mittelpunkt. So werden Kühe, die weit über 15 Jahre alt werden können, bereits nach 4 bis 5 Jahren getötet, wenn ihre Milchleistung nachlässt. In dieser kurzen Lebenszeit werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet und ihr Kind wird ihnen direkt nach der Geburt weggenommen.
 
Zudem ersticken jedes Jahr geschätzt 180 000 Kälber im Mutterleib, da ihre Mütter teilweise hochschwanger im Schlachthaus getötet wurden. Meist sind dies sogenannte Milchkühe, die für den Landwirt unwirtschaftlich geworden sind und für deren Fleisch er noch etwas Geld einnehmen kann. Dabei wird meist bewusst unterschlagen, dass es sich um schwangerer Kühe handelt.
 
Menschen, die Tierleid verhindern möchten, sollten kein Geld für tierische Produkte ausgeben. Mit PETAs kostenlosem Veganstart-Programm gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, sondern jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten.
 

Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Milch
PETA.de/Kühe
Veganstart.de
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 (0) 30 - 68 32 666 04, JudithS@peta.de