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Schwere Tierschutzverstöße in Hessen - Hohe Geldbußen für Vivisektoren

 
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Stand November 2014
Stuttgart, 8.November 2014 – Nicht genehmigtes Tierleid wird mit Geldbußen bestraft: Jahrelang hatten vier sogenannten „Forscher“ des Franz-Groedel-Instituts in Bad Nauheim den Tieren unnötiges und illegales Leid zugefügt, bevor die zahlreichen Verstöße gegen geltendes Recht bei der Staatsanwaltschaft Gießen aktenkundig wurden. Nun hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren im September 2014 gegen Zahlung hoher Geldbußen eingestellt, obwohl sich die Täter jahrelang mit schweren Zuwiderhandlungen gegen das Tierschutzgesetz schuldig gemacht haben. PETA Deutschland e.V. macht darauf aufmerksam, dass alle Tierversuche verwerflich sind und immer erhebliche Leiden für die Lebewesen darstellen. Umso nötiger ist eine Verurteilung solcher Vivisektoren, die nahezu systematisch gegen die ohnehin schwachen tierschutzrechtlichen Bestimmungen gehandelt haben.
 
"Auch wenn es sich um ganz beträchtliche Geldbußen handelt, hätten diese Vivisektoren in einer öffentlichen Verhandlung verurteilt werden müssen. In jedem Fall müssten sie aus dem Wissenschaftsbetrieb ausgeschlossen werden - das Gegenteil ist in Hessen jedoch der Fall.“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschaftsabteilung bei PETA Deutschland e.V.
 
Die Arbeitsgruppe "Experimentelle Kardiologie" des Franz-Groedel-Instituts in Bad Nauheim hat bis ca. 2012 gegen mehrere Auflagen des Regierungspräsidiums Darmstadt verstoßen und teilweise auch nicht genehmigte Tierversuche durchgeführt. Erheblich gelitten haben in diesen Versuchen Hunderte von Mäusen und einige Schweine.
Unfassbar: Die hier handelnden Wissenschaftler sind nach wie vor im Wissenschaftsbetrieb Hessens tätig, teilweise sogar im Umfeld der Universität Gießen.
Zu den Fällen äußert sich auch das Regierungspräsidium in Darmstadt in einem Anschreiben an das Max-Planck-Institut Bad Nauheim im Juni 2012: „(…) Darüber hinaus wurde bei der Durchführung einiger Tierversuche laut den Angaben in einzelnen Veröffentlichungen von der genehmigten Versuchsordnung derart abgewichen, sodass die Tiere einer größeren Belastung als genehmigt ausgesetzt waren.“ Was genau bedeutet diese Formulierung für die Tiere? Sie müssen durch diese illegale Vorgehensweise noch mehr Leid und Schmerzen ertragen, als die Tierversuche ihnen ohnehin zumuten.
 
Deutlich wird dies durch die Beschreibung eines an diesem Institut durchgeführten Versuches, der wie folgt aussieht: Mäuse wurden radioaktiver Strahlung ausgesetzt und anschließend an 7 aufeinander folgenden Tagen für jeweils 150 min auf dem Rücken fixiert (Stress-Immobilisation), anschließend wurden sie getötet. Für Mäuse, die bekanntermaßen Fluchttiere sind, bedeutet dies unvorstellbare Qualen. Dieser Versuch zur sogenannten „Stress-induzierten Kardiomyopathie“ wurde ohne Genehmigung regelmäßig ausgeführt.
 
PETA setzt sich dafür ein, dass Tierversuche verboten und durch humane, moderne  Forschungsmethoden ersetzt werden.


Weitere Informationen:
PETA.de/illegale-tierversuche-am-franz-groedel-institut-bad-nauheim
 
Kontakt:
Dr. Edmund Haferbeck, Tel. 0171 – 43 17 387, EdmundH@peta.de