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Tierquäler verletzt Stute auf Koppel in Katzenstein – PETA setzt 1.000 Euro Belohnung für Hinweise aus

 
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Tierrechtsorganisation fordert bundesweites Register für Pferderipper-Fälle

Stand Juni 2017
Katzenstein / Stuttgart, 30. Juni 2017 – Fahndung nach Pferderipper: Medienberichten zufolge verletzte ein unbekannter Tierquäler in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch eine Stute auf einer Koppel in Katzenstein mit zahlreichen Schnitten und Stichen im Genitalbereich – die stark blutende Wunde musste tierärztlich versorgt werden. Das Pferd stand zusammen mit drei anderen Stuten auf einer Koppel in der Nähe der Gipssteinbrüche. Die Polizei Osterode bittet unter der Telefonnummer 05522 5080 um Zeugenhinweise. Wer hat verdächtige Personen oder Fahrzeuge im besagten Zeitraum in der Nähe der Weide gesehen? Um die Suche nach dem Tierquäler zu unterstützen, setzt die Tierrechtsorganisation PETA jetzt eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro, für Hinweise aus, die den Täter überführen. Zeugen können sich ebenso telefonisch unter 01520 7373341 oder per E-Mail bei PETA melden – auch anonym. Möglicherweise waren mehrere Personen an der Tat beteiligt.
 
„Momentan gibt es eine auffällige Häufung von Gewalttaten gegenüber Pferden“, so Judith Pein im Namen von PETA. „Wir fordern daher ein bundesweites, behördliches Register, in dem Anschläge auf Pferde und bereits überführte Tierquäler erfasst werden. So könnten regionale Häufungen und mögliche Tatzusammenhänge aufgezeigt sowie Täterprofile erstellt werden. Behörden könnten effektiver überregional zusammenarbeiten, Pferdehalter würden über Gefahrenschwerpunkte informiert und gewarnt, um Pferde besser vor Angriffen schützen zu können. Die Überführung sadistischer Täter ist umso wichtiger, da sich Tierquäler unter Umständen später auch an Menschen vergehen.“
 
PETA registriert seit 2013 bundesweit Taten von Pferderippern und stellt diese Informationen gerne den ermittelnden Behörden zur Verfügung. Ähnliche Fälle gab es aktuell im weniger als 100 Kilometer entfernten Meißner-Germerode. Ein Pferd starb in der Nacht zu Mittwoch nachdem ein Pferderipper es mit einem spitzen Gegenstand an der linken Flanke verletzte. Zudem führte Samstagnacht ein Unbekannter einer Stute einen spitzen Gegenstand in ihr Geschlechtsteil ein, wodurch das Tier Schnitt- und Schürfwunden erlitt. Ebenfalls am Wochenende attackierte ein Täter eine Stute in Rüthen. Bereits 2015 wurden in Holzminden zwei Stuten durch Messerschnitte verletzt.
 
PETA rät Pferdehaltern zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten – sofern möglich – nachts nicht auf der Koppel stehen, sondern in einer sicheren, bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten Stallung untergebracht werden. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem sollten Kontrollgänge nach Möglichkeit zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen ist es dabei ratsam, diese mit mindestens zwei Personen auszuführen und Mobiltelefone bei sich zu tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.
 
Die Tierrechtsorganisation warnt, dass insbesondere Taten, die von sogenannten „Pferderippern“ begangen werden, als Indikator für eine mögliche Vorstufe schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte gelten. Zahlreiche Mörder vergingen sich zunächst an Tieren, bevor ihnen Menschen zum Opfer fielen. So ließ der als „Rhein-Ruhr-Ripper“ bekannte Serienmörder Frank Gust seine perversen Fantasien zunächst an Pferden, Schafen und Rindern aus, bevor er vier Frauen auf exakt dieselbe Weise tötete wie zuvor die Tiere. Bereits in den 1990er Jahren erschütterte eine Serie von „Pferderipper“-Taten die Republik: Damals wurden über 100 Pferde, vorzugsweise in Niedersachsen, gepeinigt.

Kaltblütigen Handlungen gegenüber Tieren liegen oft schwerwiegende psychologische Störungen der Täter zugrunde. Sie können erstes Zeichen für eine gewalttätige Pathologie sein, die menschliche Opfer miteinschließt. PETA liegen zahlreiche Studien vor, die den Zusammenhang zwischen Delikten an Menschen und Tieren aufzeigen. Diese Studien haben mittlerweile Soziologen, Gesetzesgeber und Gerichte davon überzeugt, dass Gewalttaten an Tieren unsere Aufmerksamkeit verlangen. In der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ klärt PETA über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten an Menschen auf. Sie dient als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter.

Weitere Informationen:
PETA.de/Tierquälerei
PETA.de/ZeugeVonGrausamkeit
PETA.de/Staatsanwalt
VEGANBLOG.de/2015/01/Pferderipper-Norddeutschland-gefasst/

Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de