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Tödliche Tierversuche für Bier: PETA kritisiert fragwürdige Experimente im Namen der Gesundheit

 
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Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft geht auf Forderung der Tierrechtsorganisation ein

Stand September 2017
Stuttgart, 6. September 2017 – Förderung tierleidfreier Forschung im Fokus: Die Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e.V. (Wifö) unterstützte Versuche, in denen Mäusen große Mengen Alkohol eingeflößt wurden. Die Studie [1] wurde in dem Journal Alcohol and Alcoholism veröffentlicht und soll Auskunft über den chronischen Alkoholkonsum bei Menschen geben. PETA weist darauf hin, dass es zahlreiche alternative, aussagekräftigere Testmethoden gibt, für die keine Tiere gequält und getötet werden müssen. Die Tierrechtsorganisation wandte sich mehrfach schriftlich und mit einer Onlinepetition – an der sich mehr als 22.100 Menschen beteiligten – an die Wissenschaftsförderung, erhielt allerdings trotz wiederholter Nachfrage keine direkte Auskunft. Auf ihrer Website veröffentlichte die Wifö jedoch eine Stellungnahme, laut der sie die von PETA vorgetragenen Bedenken ernst nehme und bei künftigen Entscheidungen zu Förderanträgen berücksichtigen werde [2]. Dies veranlasste die Tierrechtsorganisation dazu, die Petition vorerst einzustellen und darauf zu setzen, dass die Wifö künftig ausschließlich tierfreie Forschungsmethoden unterstützen wird.
 
„Die geförderten Versuche an Mäusen sind ethisch nicht zu rechtfertigen und zudem wissenschaftlich fragwürdig – der Mensch ist keine Maus“, so Nils Drixler, Fachreferent gegen Tierversuche bei PETA.
 
Die von der Wifö unterstützten Experimente wurden von einer Gruppe von Forschern um Prof. Dr. Ina Bergheim durchgeführt und befassten sich mit der Frage, ob Bier bzw. die Inhaltsstoffe von Bier weniger schädlich für die Leber sind als Ethanol. Allerdings handelt es sich bei dem genannten Einflussfaktor für die Sterblichkeit beim Menschen um den chronischen Alkoholmissbrauch – die Mäuse hingegen erhielten in den Experimenten eine einzige Alkoholration in einem sogenannten Binge-Drinking-Modell, das mit dem Rauschtrinken vergleichbar ist. Mäusen einmalig eine große Alkoholmenge einzuflößen, ist nicht mit dem Alkoholismus beim Menschen – dem eigentlichen Anlass für die Versuche – gleichzusetzen. Im Anschluss an die Experimente wurden die Mäuse getötet, um ihre Lebern zu untersuchen.
 
PETA spricht sich grundsätzlich gegen Tierversuche aus. Derartige „Forschungsmethoden“ sind äußerst belastend für die Tiere. Zudem sind die Ergebnisse aufgrund der physiologischen und anatomischen Unterschiede nicht risikofrei auf den Menschen übertragbar.
 
PETA USA hat sich in einem Brief an Herrn Prof. P. De Witte, einen der Chefredakteure der Fachzeitschrift Alcohol and Alcoholism, gewandt – mit der Aufforderung, eingereichte Studien künftig genauer zu prüfen und sich tierfreier Forschung zuzuwenden. Innovative Wissenschaft bedient sich effektiven tierfreien Forschungsmethoden, z. B. hochmodernen Technologien wie den „Organs-on-chips“. Diese nutzen menschliche Gewebe und Zellen, um so miniaturhafte, funktionierende menschliche Organe zu schaffen, anhand derer Krankheiten und Behandlungswege untersucht werden können.
 
[1] Landmann, M. / Wagnerberger, S. / Kanuri, G. et al. (2015): Beer Is Less Harmful for the Liver than Plain Ethanol: Studies in Male Mice Using a Binge-Drinking Model. In: Alcohol and Alcoholism. Ausgabe Mai 2015. Online abrufbar unter: https://academic.oup.com/alcalc/article/50/5/493/198501/Beer-Is-Less-Harmful-for-the-Liver-than-Plain. (30.08.2017).
[2] Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e.V. (2017): Information zur Petition von Peta. Online abrufbar unter: http://www.wifoe.org/download/Wifoe/Downloads/Stellungnahme%20Peta_02.pdf.
Weitere Informationen:
PETA.de/Tierversuche

Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de