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Über 600 Schweine und Ferkel in Zeil am Main lebendig verbrannt: PETA stellt Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bamberg

 
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Organisation kritisiert unzureichende Vorschriften im Brandschutz

Stand April 2015
Bamberg / Zeil am Main / Stuttgart, 10. April 2015 – Kein Entkommen: Bei einem Brand in einem Stall in Zeil am Main (Stadtteil Bischofsheim) starben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag über 200 Muttersauen und 400 Ferkel – die dort untergebrachten Tiere konnten nach Ausbruch des Feuers nicht rechtzeitig evakuiert werden. PETA Deutschland e.V. hat nun bei der Staatsanwaltschaft Bamberg Strafanzeige gegen den Betreiber der Stallanlage gestellt. Der Vorwurf: Durch unzureichende Brandschutzmaßnahmen wurde offensichtlich billigend in Kauf genommen, dass die Tiere bei einem Feuer qualvoll ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen. PETA dankt den am Einsatz beteiligten Mitarbeitern der Feuerwehr sowie allen Helfern, die sich für die Rettung der Tiere eingesetzt haben.
 
„Für Schweine bedeuten enge Kastenstände im Brandfall tödliche Gefängnisse. Eingesperrt in Gittervorrichtungen können sich die Muttersauen nicht einmal zu ihren sterbenden Kindern umdrehen geschweige denn flüchten“, so Lisa Wittmann, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA Deutschland e.V. „Wenn hunderte Sauen und Ferkel in einem Stall gefangen sind, ist es schlicht unmöglich, Soforthilfe zu leisten. Bei vielen Tierställen wird der  Brandschutz nicht ernst und das Risiko billigend in Kauf genommen. Jedes Tier, das bei einem Feuer im Stall stirbt, ist ein grob fahrlässig getötetes Tier.“
 
PETA kritisierte in der Vergangenheit wiederholt die bestehenden Brandschutzverordnungen, da ein Schutz der Tiere so gut wie nicht geregelt ist. Zudem werden selbst diese unzureichenden Schutzmaßnahmen in der Praxis meist nicht umgesetzt. Durch eine kritische Lage der Löschwasserversorgung kommt es bei derartigen Bränden häufiger zu Zeitverzögerungen, die eine Rettung der Tiere verhindern. Es ist noch zu ermitteln, ob dies beim aktuellen Einsatz auch der Fall war.
 
Für die Ernährungsindustrie sind Tiere ein reines Produktionsgut. Verbrennen oder ersticken in einem Stall Tiere, wird allein der entstandene Sachschaden berechnet. In der Tierhalteindustrie bedeutet jedoch nicht nur ein Brandfall Leid und Tod. Egal ob Rind, Schwein oder Geflügel, egal ob konventionelle oder ökologische Haltung: Tiere als leidensfähige Lebewesen werden anhand ihrer Leistung und ihres Nutzens für den Menschen beurteilt. Für Fleisch, Milch und Eier werden sie ausgebeutet und getötet, obwohl sie ihr natürliches Lebensalter nicht annähernd erreicht haben. Im Schlachthaus ist das Leiden noch nicht beendet: Kopfüber an einem Bein aufgehängt wird ihnen die Kehle durchtrennt, laut Bundesregierung sind dabei Millionen Tiere nicht ausreichend betäubt.[1]

PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, gegessen zu werden. Mit PETAs kostenlosem Veganstart-Programm gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, sondern jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten.
 
[1] Bärbel-Höhn.de/kleine_Anfrage_Tierschutz_bei_Schlachtung.pdf
 

Weitere Informationen:
PETA.de/Lifestyle
PETA.de/Themen/Ernährung
Veganstart.de
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de