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Veterinäramt Wetteraukreis gehört erneut zu den tierfeindlichsten Veterinärbehörden Deutschlands – PETA kürt Tops und Flops 2015

Stand Januar 2016
Friedberg / Stuttgart, 18. Januar 2016 – Mangelndes Engagement für den Tierschutz: Zum Jahresbeginn veröffentlicht PETA Deutschland e.V. heute eine Rangliste der besten und schlechtesten deutschen Veterinärbehörden 2015. Berücksichtigt wurden Ämter, die bei ihrer Arbeit besonders positiv oder negativ aufgefallen waren. Unter den schlecht bewerteten befindet sich nach 2012 und 2013 erneut das Veterinäramt des Wetteraukreises: Die Kreisveterinärbehörde und insbesondere Amtsleiter Dr. Rudolf Müller standen wegen ihrer einseitigen Arbeitsweise zugunsten von Wildtierzirkusbetrieben bereits in den letzten Jahren wiederholt in der Kritik von PETA – 2015 erreichte die Parteinahme ihren Höhepunkt. Im Juli – dies offenbart eine offizielle Akteneinsicht von PETA – ruft Müller das Veterinäramt in Berlin-Reinickendorf an, wo zu diesem Zeitpunkt der Circus Schollini mit zwei verhaltensgestörten Elefanten gastiert. Unfassbar: Müller „warnt“, so der Wortlaut in der Behördennotiz, seine Berliner Amtskollegen eindringlich vor der Landestierschutzbeauftragten und den Tierschützern, obwohl der Fall überhaupt nicht in seine Zuständigkeit fällt. Bezüglich der Verhaltensstereotypien der Elefanten, dem sogenannten Weben, behauptet er, dies käme auch bei Elefanten in der Natur vor – ungeachtet der Tatsache, dass einschlägige Fachliteratur dies ausdrücklich ausschließt [1]. Aufgrund ihrer wiederholten Arbeit gegen den Tierschutz wählte PETA die Behörde auf die Liste der fünf tierfeindlichsten Veterinärämter des Jahres 2015. Die Tierrechtsorganisation fordert alle Amtsveterinäre und Behörden dazu auf, jede Missstandsmeldung ernst zu nehmen und dem Tierschutz insgesamt einen höheren Stellenwert einzuräumen.
 
„Eines der Grundprobleme ist, dass es keine neutrale Aufsichtsbehörde gibt, die schlecht arbeitende Amtstierärzte kontrolliert und zurechtweist“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsindustrie bei PETA Deutschland e.V. „Schließlich sind Veterinärämter für die Überwachung des Tierschutzgesetzes zuständig. Diese Negativauszeichnung ist auch als Ansporn zu verstehen, damit sich die Amtsveterinäre im Wetteraukreis künftig engagierter für die Tiere einsetzen.“
 
Weitere Belege für Müllers einseitige Arbeitsweise: Anstatt sich in angemessener Neutralität zu üben, betont der Leiter des Veterinäramtes Wetteraukreis im Januar 2015 in einem Leserbrief in der Wetterauer Zeitung [2], wie hingebungsvoll sich Zirkusbetriebe um ihre Tiere kümmern und dass die Kritik der Tierrechtler nur Stimmungsmache sei. Im Juni 2015 nimmt Müller – obwohl der Fall nicht in sein Zuständigkeitsgebiet fällt – als Beobachter an einem Prozess gegen den Elefantenhalter des Zirkus Charles Knie wegen Tierquälerei vor dem Amtsgericht Darmstadt teil. Demonstrativ gesellt er sich vor Ort zu den zahlreich anwesenden Zirkuslobbyisten, mit denen er augenscheinlich einen vertrauten Umgang pflegt.
 
Die Tierrechtsorganisation steht täglich in Kontakt mit Veterinärbehörden, um Tierschutzmissstände und Fälle von Tiermissbrauch zu melden und zu verfolgen. Dabei konnte die Organisation 2015 in kooperativer Zusammenarbeit mit Amtstierärzten in vielen Fällen sehr gute Erfolge für die Tiere erzielen. Zahlreiche Veterinärbehörden setzen das Tierschutzgesetz bzw. die entsprechenden Verordnungen und Richtlinien jedoch nur unzureichend um.
 
Seit 2012 kürt PETA jährlich die aus Tierschutzsicht negativ oder positiv aufgefallenen Veterinärbehörden.
 
[1] https://mlr.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mlr/intern/dateien/PDFs/SLT/Praxisorientierte_Anforderungen_Zirkuselefanten.pdf
[2] Dr. Rudolf Müller (2015): „Der Zirkus hält die Tiere fit“. Leserbrief in: Wetterauer Zeitung. Januar 2015.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Veterinaeraemter2015
PETA.de/Zirkus
PETA.de/Maya
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de