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Vorsätzliche Kundentäuschung bei Agrar-Großunternehmer Richard Hennenberg?

Eier-Skandal weitet sich aus

Stand Dezember 2012
Gerlingen, 12. Dezember 2012 – Agrar-Großunternehmer Richard Hennenberg hält sich mit Negativ-Schlagzeilen im Gespräch. Nachdem dem Eierproduzenten aufgrund der Missachtung von Freilandhaltungs-Richtlinien im März 2010 das Bio-Siegel entzogen wurde, brannte im Februar 2012 eine seiner Anlagen im niedersächsischen Prinzhöfte aus. 4.000 Hühner starben in den Flammen, 15.000 Tiere wurden auf Anordnung des Veterinäramtes notgeschlachtet. In einer aktuellen Video-Recherche kommen Ermittler der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. nun zu einem weiteren Verdacht: Auch vor dem Betrug am Kunden scheint der Landwirt nicht zurückzuschrecken.

Richard Hennenberg hält in seiner Farm in Velbert-Neviges weiße und braune Hühner. Die weißen Tiere leben in Bodenhaltung und legen weiße Eier; die braunen Hennen sind sogenannte Freilandhühner und legen braune Eier. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in NRW bestätigte nach Anfrage von PETA die „Zuordnung der Eier nach den Haltungsformen aufgrund der getrennten Aufstallung der Tiere nach weiß und braun (…)“. Boden- und Freilandeier werden im Hennenberg-Betrieb auf demselben Eiertransportband befördert. An einem Marktstand in Wuppertal kaufte das PETA-Team über einen Zeitraum von mehreren Wochen stichprobenartig Eier aus dem Stall von Richard Hennenberg. Jedes Mal erhielten sie bei der Bitte um Freilandeier ("1") statt braune, weiße Eier aus Bodenhaltung ("2"), mit einem Freilandstempel versehen. Verbraucher werden allem Anschein nach getäuscht, das Kontrollsystem versagt.

„Vom neuesten Richard Hennenberg-Streich sind nicht nur Hühner, sondern auch die Verbraucher betroffen“, so Dr. Edmund Haferbeck von der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. „Auch die sogenannten alternativen Haltungsformen produzieren ausschließlich für den Profit. Industrielle Produzenten halten Mindeststandards nicht ein und täuschen Verbraucher, Behörden und Gesetzgeber – die Kontrollen versagen in grob fahrlässiger Weise. Konsumenten, die an der Situation etwas ändern möchten, sollten tierische Produkte künftig von ihrem Speiseplan streichen.“

Im Spätsommer 2012 hat die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. einen Blick hinter die Kulissen sogenannter alternativer Haltungsformen gewagt. Stichprobenartig wurden deutschlandweit Betriebe führender Bio- und Freiland-Ei-Produzenten ausgewählt, so auch zwei Anlagen des Unternehmers Richard Hennenberg. Das Ergebnis: Verstöße gegen die Tierschutznutztierhaltungsverordnung, Missachtung von Brandschutzbestimmungen und Verbraucherbetrug.

Weitere Informationen:
PETA.de/Eierrecherche2012

Bild- und Videomaterial:
PETA.de/Videoportalernaehrung
Fotos.PETA.de/categories.php?cat_id=114

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de