Wunschaquarium des Magdeburger Zoos würde Leid über zahllose Meerestiere bringen: PETA fordert virtuelles Aquarium

Magdeburg / Stuttgart, 12. Oktober 2018 – Vorbild New York: Der Magdeburger Zoo möchte ein Großaquarium bauen, das 50 bis 60 Millionen Euro kosten und zu den größten Europas gehören soll. Die Tierrechtsorganisation PETA hat den Zoodirektor Dr. Kai Perret in einem Schreiben aufgefordert, stattdessen ein virtuelles Aquarium zu eröffnen – nach dem Vorbild des Geographic Encounter „Ocean Odyssey“ am New Yorker Times Square. Der Sender National Geographic realisierte dort eine beeindruckende Unterwasserwelt mit Digitaltechnologie, 3-D-Bildern und Spezialeffekten in unterirdischen Räumen. Zudem wandte sich PETA schriftlich an den Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und bat ihn, dem Projekt auf städtischen Flächen keine Baugenehmigung zu erteilen und es auch nicht zu subventionieren.
 
„Der Meereszoo der Zukunft ist ein virtuelles Aquarium, in dem keine Wassertiere mehr in engen und kargen Becken eingesperrt sind“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Aquarien und Meereszoos tragen zur Plünderung der Ozeane bei statt zu ihrem Schutz. Wir hoffen daher, dass der Magdeburger Zoo dem New Yorker Beispiel folgt.“
 
Ein virtuelles Aquarium würde den Fang unzähliger Lebewesen verhindern und es Menschen ermöglichen, mit Walen zu schwimmen, durch Fischschwärme zu tauchen und die Unterwasserwelt auf respektvolle Art kennenzulernen. Zudem kann in einem virtuellen Aquarium das natürliche Verhalten von Meerestieren lebensecht nachgestellt werden. In Gefangenschaft hingegen lässt sich ihr natürliches Verhalten kaum beobachten. Interaktive Spiele, mit denen Besucher die Lebensweise der Tiere studieren, haben insbesondere für Kinder einen deutlich höheren Lern- und Sensibilisierungseffekt als das Beobachten eingesperrter Tiere.
 
PETA appelliert an den Zoo Magdeburg, davon abzusehen, Hunderttausende Meerestiere ihrer Heimat zu entreißen, ihren Tod bei Fang und Transport in Kauf zu nehmen und die Überlebenden den Rest ihres Lebens in reizarme Becken zu sperren.
 
Der Fang aus dem Meer oder der Transport aus anderen Aquarien ist immer mit Stress für die Tiere verbunden – oft mit tödlichen Folgen. Laut einem Bericht des Magazins Der Spiegel, der sich auf einen Report des Washingtoner Worldwatch-Instituts bezieht, werden jährlich 500 bis 600 Millionen Zierfische aus den Meeren geschöpft [1]. Zahlreiche Wildfänge stammen aus tropischen Gewässern, meist aus Korallenriffen, wo sie illegal gefangen werden. Ein großer Teil der Tiere überlebt die häufig sehr langen Transportwege über Tausende von Kilometern nicht.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.
 
[1] Philip Bethge (2000): Giftattacke im Korallenriff. Der Spiegel. 10/2000.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fische
PETA.de/Fische-In-Aquarien-Nein-Danke
 
Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de