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Birstein: Pferd stirbt nach mutmaßlichem Pferderipper-Angriff – PETA setzt 1.000 Euro Belohnung für Hinweise aus

 
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Tierrechtsorganisation fordert bundesweites Register für Pferderipper-Fälle

Stand Oktober 2017
Birstein / Stuttgart, 24. Oktober 2017 – Fahndung nach Tierquäler: Einer Polizeimeldung zufolge fügten Unbekannte im Zeitraum zwischen Donnerstag, 17 Uhr, und Freitag, 7.45 Uhr, einem Pferd auf einer Weide in Birstein tödliche Verletzungen im Bereich des Kopfes und Bauchs zu. Die Betreiberin einer Pferdepension entdeckte das tote Tier am Freitagmorgen auf einer Koppel in der Gemarkung Völzberg. Der Pferdekörper soll obduziert werden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich auf der Kripo-Hotline 06181 100-123 oder bei der Polizei in Schlüchtern (Telefonnummer 06661 9610-0) zu melden. Um die Suche nach dem Tierquäler zu unterstützen, setzt die Tierrechtsorganisation PETA jetzt eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise, die den Täter überführen, aus. Zeugen können sich ebenso telefonisch unter 01520 7373341 oder per E-Mail bei PETA melden – auch anonym. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Angriffe auf Pferde – auch in der Region um Birstein. Beispielsweise wurde im Juli 2017 eine Stute auf einer Weide in Hüttenberg-Hochelheim mit einem stumpfen Gegenstand im Genitalbereich verletzt. In Darmstadt verletzte ein Unbekannter im März 2017 eine Stute. In Nidda-Fauerbach erlitten zwei Pferde im Mai 2016 Schnittverletzungen. Bereits im August 2015 musste eine Stute in Bad Orb eingeschläfert werden, nachdem ihr ein Täter mit einer Axt ein Bein zertrümmerte.
 
„Übergriffe auf Pferde häufen sich aktuell wieder“, sagt Judith Pein im Namen von PETA. „Wir fordern daher ein bundesweites, behördliches Register, in dem Anschläge auf Pferde und bereits überführte Tierquäler erfasst werden. So könnten mögliche Tatzusammenhänge aufgezeigt sowie Täterprofile erstellt werden. Behörden könnten effektiver überregional zusammenarbeiten. Pferdehalter würden über Gefahrenschwerpunkte informiert und gewarnt, um Pferde besser vor Angriffen schützen zu können. Die Überführung sadistischer Täter ist umso wichtiger, da sich Tierquäler unter Umständen später auch an Menschen vergehen.“
 
PETA registriert seit 2013 bundesweit Taten von Pferderippern und stellt diese Informationen gerne den ermittelnden Behörden zur Verfügung.
 
PETA rät Pferdehaltern zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten – sofern möglich – nachts nicht auf der Koppel stehen, sondern in einer sicheren, bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten Stallung untergebracht werden. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem sollten Kontrollgänge nach Möglichkeit zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen ist es dabei ratsam, diese mit mindestens zwei Personen auszuführen und Mobiltelefone bei sich zu tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.
 
Die Tierrechtsorganisation warnt, dass insbesondere Taten, die von sogenannten „Pferderippern“ begangen werden, als Indikator für eine mögliche Vorstufe schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte gelten. Zahlreiche Mörder vergingen sich zunächst an Tieren, bevor ihnen Menschen zum Opfer fielen. So ließ der als „Rhein-Ruhr-Ripper“ bekannte Serienmörder Frank Gust seine perversen Fantasien zunächst an Pferden, Schafen und Rindern aus, bevor er vier Frauen auf exakt dieselbe Weise tötete wie zuvor die Tiere. Bereits in den 1990er Jahren erschütterte eine Serie von „Pferderipper“-Taten die Republik: Damals wurden über 100 Pferde, vorzugsweise in Niedersachsen, gepeinigt.

Kaltblütigen Handlungen gegenüber Tieren liegen oft schwerwiegende psychologische Störungen der Täter zugrunde. Sie können erstes Zeichen für eine gewalttätige Pathologie sein, die menschliche Opfer miteinschließt. PETA liegen zahlreiche Studien vor, die den Zusammenhang zwischen Delikten an Menschen und Tieren aufzeigen. Diese Studien haben mittlerweile Soziologen, Gesetzesgeber und Gerichte davon überzeugt, dass Gewalttaten an Tieren unsere Aufmerksamkeit verlangen. In der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ klärt PETA über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten an Menschen auf. Sie dient als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Tierquälerei
PETA.de/ZeugeVonGrausamkeit
PETA.de/Staatsanwalt
VEGANBLOG.de/2015/01/Pferderipper-Norddeutschland-gefasst/

Kontakt:
 Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, JanaF@peta.de