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Hollywood-Blockbuster „Greatest Showman“ verschweigt Tierquälerei und Rassismus: PETA kritisiert glorifizierende Darstellung des Zirkusgründers P. T. Barnum

 
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Stand Dezember 2017
Stuttgart, 29. Dezember 2017 – Tatsachen für die Leinwand verdreht: Am 4. Januar läuft die Filmbiografie des „Barnum & Bailey Circus“-Gründers Phineas Taylor Barnum in den deutschen Kinos an. Im familientauglichen Format erzählt das Musical-Drama die Geschichte eines Visionärs, der sich im 19. Jahrhundert für Ausgestoßene stark macht und moderne Werte gegen eine konservative Gesellschaft durchsetzt. Die Tierrechtsorganisation PETA kritisiert die romantisierende Darstellung des Zirkusunternehmers. Tatsächlich hat dieser aus wirtschaftlichem Interesse Tiere eingesperrt und misshandelt sowie Afroamerikaner/-innen und Menschen mit Behinderung zu „Kuriositäten“ degradiert und ausgebeutet.
 
„P. T. Barnum war kein Träumer mit hehren Absichten, sondern ein raffgieriger Geschäftsmann, der Tiere und Menschen für die eigene Geldbörse geschröpft und gequält hat“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Hollywood ignoriert die grausamen Machenschaften dieses Tierqualpioniers und zeichnet damit ein falsches Bild vom Zirkusbetrieb. Einen solchen Charakter zur Ikone zu stilisieren, bedeutet, Speziesismus und Rassismus zu verharmlosen.“
 
Mit einem Schiff beförderte Barnum neun Elefanten – darunter ein Kalb – von Sri Lanka in die USA. Vier Monate verbrachten die Tiere in einem stickigen und beengten Frachtraum ohne Licht; einer der Dickhäuter starb. Angaben in seiner Autobiografie zufolge wurden während des Jagdeinsatzes auf Sri Lanka viele weitere „große Bestien“ getötet. Barnum brach den Willen der Tiere mit Gewalt und traktierte sie unter anderem mit dem sogenannten Elefantenhaken. Dieses Dressurinstrument fügt den sensiblen Lebewesen schmerzhafte Wunden zu und kommt bis heute in Zirkussen und Zoos zum Einsatz. Weiterhin wendete der Zirkusunternehmer eine „Brennmethode“ an, bei der die Dompteure den Elefanten einen heißen Stab in den Rüssel einführten. Die Liste an lebensverachtenden Praktiken ließe sich fortsetzen. P. T. Barnum, von Hugh Jackman als glanzvoller Unterhaltungsinnovator verkörpert, begründete damit die Tierquälerei in amerikanischen Zirkussen.
 
Es ist begrüßenswert, dass für den Film ausschließlich computeranimierte Tiere kreiert und somit keine lebenden Wesen eingesetzt wurden. Dennoch weist PETA nachdrücklich darauf hin, dass Tierquälerei im Zirkus nicht verharmlost oder totgeschwiegen werden darf. Die Bundestierärztekammer sowie der Bundesrat sprechen sich seit Jahren für ein Verbot exotischer Wildtierarten wie Elefanten, Tiger oder Affen im Zirkus aus, ebenso wie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Einer repräsentativen forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden können. Über 20 europäische Länder, darunter Belgien, Österreich, die Niederlande und Griechenland, haben bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten. In Deutschland wird das Wildtierverbot bislang von der CDU/CSU blockiert.

Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkus
PETA.de/Zirkus-Hintergrundwissen

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de