Nach PETA-Beschwerde: Keine Fische mehr im Kieler Nachtclub „Ben Briggs“

Kiel / Stuttgart, 19. Juli 2017 – Keine Fische mehr als lebendige Dekoration in Kieler Nachtclub: Nachdem PETA im Mai 2017 die Haltung von Fischen im Kieler Nachtclub „Ben Briggs“ beim zuständigen Veterinäramt meldete, hat dieses nach Prüfung die Umsiedlung der Tiere aus der Lokalität veranlasst. Ein Clubgast hatte sich zuvor an PETA gewandt und darüber informiert, dass die Fische sehr lauter Musik, Basstönen und Flackerlicht ausgesetzt sind und ständig Gäste an die Scheiben klopfen. Die Tierrechtsorganisation bedankt sich nun für die schnelle Umsetzung bei der Behörde. 

„Wir freuen uns sehr über die tierfreundliche Maßnahme“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin bei PETA. „Fische gehören nicht in einen Nachtclub. Musik, vibrierende Bässe, Flackerlicht, umgekehrter Tages- und Nachtrhythmus, an die Scheiben klopfende Besucher – die Tiere waren enormem Stress ausgesetzt“.

PETAs Hinweise zeigten auch bei anderen Lokalitäten Wirkung: Nachdem PETA auf die ungeeignete Unterbringung der Fische hingewiesen hatte, ließ beispielsweise das bayerische Veterinäramt in Aichach ein Aquarium aus einer Diskothek entfernen. Auch ein Stuttgarter Billardclub quartierte ein Aquarium aus und in Berlin wurde ein Aquarium aus dem ehemaligen „White Trash“ entfernt und die Fische umgesiedelt.

Fische verfügen über ein Innenohr, in dem sich Otolithen (Gehörsteinchen) und Sinneszellen befinden. Durch Schallwellen geraten die Otolithen in Bewegung und leiten den Schall über die Sinneshärchen an das Gehirn weiter. Fische nehmen Schall- und Druckwellen auch über ihr Seitenlinienorgan auf, und die als Resonanzkörper dienende Schwimmblase leitet den Schall an das Innenohr weiter. Fische können nicht nur hören, sondern auch "musizieren": Aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen, dass australische Rifffische wie Vögel in der Morgen- und Abenddämmerung im Chor „singen“ [1].

Eine artgerechte Haltung von Fischen ist in Gefangenschaft nicht möglich. PETA fordert daher die Abschaffung von Aquarien.

[1] J. G. Parsons, Chandra P. Salgado Kent, Angela Recalde-Salas, Robert D. McCauley (2016): Fish choruses off Port Hedland, Western Australia. Online unter:http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/09524622.2016.1227940?ai=mv7m0. (07.12.2016).

Weitere Informationen:
PETA.de/Fische

Kontakt:
Judith Stich, +49 30 68 32 666 04, JudithS@peta.de