Tierrechtsorganisation fordert Restaurant La Mer auf, Fische auf der Speisekarte durch vegane Fischgerichte auszutauschen

Neuwied / Stuttgart, 23. Oktober 2017 – Widersprüchliche Botschaft für Restaurantgäste: Im Neuwieder Erlebnisrestaurant La Mer können die Gäste Fische in einem riesigen Aquarium bestaunen, während sie gleichzeitig tote Fische auf ihrem Teller liegen haben. Daher schlägt die Tierrechtsorganisation PETA dem Geschäftsführer nun in einem Schreiben vor, künftig ausschließlich vegane „Fischgerichte“, beispielsweise veganes Lachsfilet, Veggie-Scampis oder Algenstäbchen, anzubieten.
 
„Fischfleisch in einem Restaurant mit Aquarien zu servieren ist, als würde man Pudelburger bei einer Hundeausstellung oder Affen-Nuggets im Zoo verkaufen“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Wir appellieren daher an den Inhaber, künftig nur noch leckere vegane ‚Fischgerichte‘ auf die Speisekarte zu setzen."
 
Fische sind faszinierende Tiere. Biologen haben wiederholt gezeigt, dass Fische Angst und Schmerzen spüren [1]. Sie schließen enge Freundschaften, zeigen ihre Zuneigung durch Körperkontakt, sind sehr kommunikativ und intelligent [2]. Einige Arten benutzen Werkzeuge und sind sogar in der Lage, Menschengesichter zu unterscheiden. Im Aquarium des Restaurants können zahlreiche bunte Meeresfische bestaunt und beobachtet werden – dies ist nicht mit Fisch auf der Speisekarte vereinbar.
 
Wenn Fische in riesigen kommerziellen Fischernetzen aus den Tiefen der Meere an die Oberfläche gezogen werden, führt die starke Druckabnahme oft dazu, dass ihre Schwimmblase reißt, ihre Augen aus den Höhlen quellen und Speiseröhre und Magen aus dem Mund der Tiere herausgepresst werden. Auch auf Zuchtfarmen leiden Fische sehr, da sie ihr gesamtes Leben auf engstem Raum in überfüllten Netzen oder Becken zusammengepfercht sind und oft von Lachsläusen angefressen werden. Auf manchen Zuchtfarmen ist die Zahl der Fischläuse so hoch, dass einzelne Körperteile der Fische bis auf die Knochen abgenagt werden und die Hälfte der Tiere stirbt.
 
Hinzu kommt, dass der Verzehr von Fisch auch gesundheitliche Risiken für die Gäste birgt. Fische absorbieren zahlreiche Giftstoffe sowie mikroskopisch kleine Plastikteile, so dass ihr Fleisch oftmals mit Toxinen wie Quecksilber, Blei, Arsen, PCB und Pestiziden und Plastik angereichert ist.
 
PETA vertritt die Ansicht, dass Fische weder auf den Teller noch ins Aquarium gehören. Ein artgerechtes Leben ist nur in Freiheit möglich.
 
[1] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.
[2] Balcombe, Jonathan P. (2016): What a Fish Knows: The Inner Lives of Our Underwater Cousins.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fische
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, JanaF@peta.de