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PETA kritisiert Vogelausstellung in Delitzsch, Rödinghausen und Anröchte

 
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Tiere dürfen nicht zu Prestigeobjekten degradiert werden

Stand Juli 2012
Gerlingen, 6. Juli 2012 – Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. rät eindringlich von einem Besuch der Vogelbörsen in Delitzsch, Rödinghausen und Anröchte an diesem Wochenende ab. Veranstaltungen wie diese widersprechen laut der Organisation nicht nur dem Tierschutz, sondern degradieren Tiere zu Prestigeobjekten. Die Vögel, deren Bedürfnisse den Züchtern augenscheinlich gleichgültig sind, werden in enge Käfige gepfercht und enormem Stress ausgesetzt. Weiterhin bittet PETA die Gemeinde Rödinghausen, ihre Gebäude nicht mehr für derartige Veranstaltungen zur Nutzung zu überlassen.

„Vogelausstellungen sind nicht zeitgemäß“, so Charlotte Köhler, Kampagnenleiterin bei PETA. „Wie im Mittelalter werden die Tiere preäsentiert. Nach einem belastenden Transport über teils weite Strecken, häufig ohne Nahrung und Wasser, werden die sensiblen Vögel in enge Käfige gezwängt und unter unwürdigen Bedingungen zur Schau gestellt. Diese Ausstellungen bedeuten für die Vögel erheblichen Stress und Leid, was die Hobbyzüchter und vorgeblichen Tierfreunde in Kauf nehmen, um ihre Sammelleidenschaft zu befriedigen. Die Gemeinde sollte ihrer Vorbildfunktion nachkommen und ihre Hallen nicht mehr für diese tierquälerischen Veranstaltungen bereitstellen.“

PETA-Ermittler konnten auf zahlreichen Vogelbörsen und -ausstellungen, darunter die Internationale Vogelbörse Straubing und die Meisterschaft des Deutschen Kanarien- und Vogelzüchterbunds, eindeutige Verstöße gegen den Tierschutz dokumentieren. Bereits der Transport ist mit enormem Stress für die sensiblen und intelligenten Vögel verbunden. Während der Veranstaltungen werden die Vögel dem Publikum in winzigen, oft verdreckten und überfüllten Ausstellungskäfigen präsentiert. In den Ausstellungsräumen herrscht ein permanent extrem hoher Lautstärkepegel. Besonders bei Märkten drücken sich die Besucher direkt an den aufgetürmten Käfigreihen vorbei – für die Vögel, die nicht entkommen können, eine extreme Stresssituation.

Die Präsentation von Qualzuchten ist die Regel. Viele Kanarienvögel können aufgrund angezüchteter Federhauben nichts sehen und ziehen sich Hornhautverletzungen zu, sogenannte Korkenzieherkrallen bergen ein Verletzungsrisiko und bei den „gebogenen Positurkanarien“ experimentieren verantwortungslose Züchter mit der Haltung der Vögel. Auch werden verletzte und kranke Vögel dargeboten, die auf Nachfrage vom PETA-Rechercheteam nicht in den Quarantäneraum gebracht wurden, was für die betroffenen Vögel tödlich enden kann und der Verbreitung von Krankheitserregern Tür und Tor öffnet. Bei manchen Krankheiten kann auch eine Übertragung auf Menschen nicht ausgeschlossen werden.

PETA bittet die Gemeinde Rödinghausen, keine kommunalen Gebäude für derartige Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Die Kontrolle dieser Vogelbörsen und -ausstellungen ist nicht möglich, da sie rechtlich de facto nicht geregelt sind. Es existieren lediglich Leitlinien zur Ausrichtung von Tierbörsen unter Tierschutzgesichtspunkten, die dem Tierschutzgedanken nicht genügen und zudem explizit nicht rechtsverbindlich sind. Erst wenn die Veterinärbehörden die in den Leitlinien vorgegebenen Mindestanforderungen per Verfügung gegenüber den Börsenbetreibern und den einzelnen Ausstellern festsetzen, wird dieser Mindestschutz juristisch verbindlich.

Ferner appelliert die Tierrechtsorganisation an die Bevölkerung, einschlägige Ausstellungen zu meiden und den Handel nicht weiter anzukurbeln.

 

Tiere zu Ware degradiert / © PETA
Rassenwahn: Falsch bei Menschen, falsch bei Tieren / © PETA