DRINGEND: Uns läuft die Zeit davon – Tierversuche in Europa beenden

Giftige Chemikalien in Babykleidung: PETA-Experte erklärt, welche Gesundheitsgefahren Eltern beim Einkauf von Kindertextilien kennen sollten

Stuttgart, 23. Oktober 2014 – Gefährliche Chemierückstände: Kinderkleidung und Baby-Accessoires aus vermeintlich natürlichen Materialien wie Leder oder Wolle sind häufig mit Schwermetallen, Pestizidrückständen und Formaldehyd belastet. Die giftigen Chemikalien sind insbesondere für Babys und Kleinkinder im Wachstum ein erhebliches Gesundheitsrisiko, da sie sich durch häufigen Kontakt im Körpergewebe einlagern können. Eltern sollten daher bei der Kleidungswahl für ihre Sprösslinge genau hinschauen. Frank Schmidt, Fachreferent für Bekleidung bei der Tierrechtsorganisation PETA, kennt die Quellen gefährlicher Schadstoffe und zeigt gesunde, tierfreundliche Materialien auf.

„Generell werden Textilien, Leder und Wolle heutzutage meist in China oder anderen asiatischen Ländern hergestellt und weiterverarbeitet, wobei Chemikalien oft unsachgemäß eingesetzt werden“, erklärt Frank Schmidt. „Insbesondere tierische Fasern oder Häute kommen in dutzenden von Arbeitsschritten mit bis zu hundert Chemikalien in Berührung. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte pflanzliche Materialien bevorzugen.“
 
In diesen Materialien verstecken sich häufig Schadstoffe:
  • Babyschaffelle: Die Felle von Schafen weisen häufig Chemierückstände auf. Die Zeitschrift Ökotest entdeckte 2013 an einem der untersuchten Felle beispielsweise Spuren des Insektizids Cypermethrin – wahrscheinlich ein Rückstand giftiger Insektizidbäder, einer Standardbehandlung der riesigen Schafherden in Australien. Zudem fanden die Verbraucherschützer in den Babyfellen krebsverdächtiges Formaldehyd, welches als Gerbzusatzstoff und Konservierungsmittel benutzt wird. Als Alternative zu Schaffellen bieten sich kuschelige Fleecedecken aus feiner Bio-Baumwolle und Polyacryl an.
 
  • Babyschuhe aus Leder: Lederschuhe sind sehr häufig mit dem krebserregenden und allergieauslösenden Schwermetall Chrom VI belastet. In Baden-Württemberg wurden erst im April diesen Jahres 6 von 23 Paar untersuchter Kinder- und Babyschuhe wegen Überschreitung des Chrom-VI-Grenzwertes bemängelt. Auch die Stiftung Warentest fand im Sommer 2013 in jedem fünften Kinderschuh Chrom VI. Eltern sollten daher besser zu Schuhen aus Pflanzen- oder Mikrofaser aus europäischer Produktion greifen, um das Chemierisiko zu minimieren.
 
  • Accessoires mit Pelz: Auch für Kinder gibt es mittlerweile Bommelmützen oder Parkas mit Echtpelzbesatz. Doch die Haut und Haare der Tiere werden standardmäßig chemisch gegerbt und konserviert. Das Bremer Umweltinstitut konnte 2011 in mehreren Pelzprodukten krebs- und allergieauslösendes Formaldehyd nachweisen. Gerade bei direktem Hautkontakt im Gesicht oder durch Aufnahme in den Mund kann der Schadstoff in den Körper von Kindern gelangen. Deshalb sollten Eltern auch aus gesundheitlichen Gründen vom Kauf derartiger Pelzartikel absehen.
 
  • Wollbekleidung: Gerne stricken Eltern ihren Babys Wollmützen oder Schals. Doch in fast jeder Wolle sind umstrittene halogenorganische Verbindungen enthalten, um Bekleidung oder Wollgarne „maschinenwaschbar“ zu machen. Diese Verbindungen können sich bei der Aufnahme über die Haut jedoch im Gewebe anlagern, und nicht wenige von ihnen verfügen über ein hohes Allergiepotenzial. Alternativ bieten sich wärmende Fasern aus dichter Bio-Baumwolle, Tencel oder Polyestervlies an.
 
Weitere Tipps gegen Chemie und Tierleid:
 
  • Waschen: Allgemein sollten Eltern stark chemisch riechende Kleidung meiden und neue Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen am besten mehrmals waschen, um mögliche Chemierückstände auszuspülen.
 
  • Siegel: Ökologische Textilverbände wie der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN Best) und das Global Organic Textile Standard (GOTS) verlangen für die Vergabe ihrer Siegel weitaus höhere Standards bei der Herstellung und schließen die meisten giftigen Chemikalien aus.
 
  • Tierleidfrei: Pelz- und Lederprodukte sind mit unsagbarer Tierquälerei verbunden. Wer kein Tierleid verursachen möchte, greift auch in Modefragen zu pflanzlichen Materialien. Als Orientierungshilfe für Verbraucher vergibt PETA seit Neuestem das „PETA-Approved Vegan“-Logo für vegane Bekleidung oder komplett vegane Modeunternehmen. So können Verbraucher auf einen Blick jene Produkte erkennen, für die kein Tier leiden musste. Eine Liste mit Unternehmen in Europa, die das „PETA-Approved Vegan“ Logo bereits verwenden, steht hier zur Verfügung.
 



Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 – 860 591 529, [email protected]