Termineinladung: „Hört auf, uns zu quälen“ – PETA-Tiere protestieren vor der Landwirtschaftsmesse Norla gegen Tierquälerei in der Ernährungsindustrie und bei Tierschauen / Samstag, 7. September 2019

Rendsburg / Stuttgart, 3. September 2019 – Tiere lehnen sich auf: Als Kuh, Schwein, Huhn und Schaf verkleidet werden Tierfreunde des freiwilligen Flensburger PETA ZWEI-Streetteams vor der Landwirtschaftsmesse Norla demonstrieren. Plakate mit der Aufschrift „Hört auf, uns zu quälen“ und „Ich bin jemand, nicht etwas“ unterstreichen am Samstag ab 9 Uhr am Eingang Nord der Messe in Rendsburg die Forderung: einen Wandel in der Agrarwirtschaft. Auf Tablets erinnert das Streetteam die Messebesucher mit Videomaterial daran, dass tagtäglich Millionen Tiere für Fleisch, Milch und Eier in enge Ställe gepfercht und bis zum letzten Atemzug ausgebeutet werden. Die Aktivisten appellieren zudem an die Veranstalter, keine Tiere mehr wie leblose Ware auszustellen und auf die biovegane Landwirtschaft umzusteigen.

„Auf der Landwirtschaftsmesse Norla werden Tiere zu Ausstellungsobjekten degradiert, ähnlich wie früher Menschen auf Jahrmärkten oder auf sogenannten Völkerschauen. Wir erheben unsere Stimme für die Tiere und appellieren an die Messeverantwortlichen und an die gesamte Agrarwirtschaft, fühlende Lebewesen nicht länger zur Schau zu stellen, in Ställe zu pferchen und im Schlachthaus zu töten. Wir fordern einen Wandel hin zur bioveganen Landwirtschaft – den Tieren, den Menschen und der Umwelt zuliebe“, so Streetteam-Leiterin Claudia Schultz.

Das Leid der Tiere in der Ernährungsindustrie
Allein in deutschen Schlachthäusern werden jedes Jahr über 800 Millionen fühlende Lebewesen für die Fleischproduktion getötet. Schweinen werden in den ersten Lebenstagen meist ohne Narkose die Ringelschwänze abgeschnitten, die Eckzähne abgeschliffen und männlichen Ferkeln weiterhin betäubungslos die Hoden herausgerissen. Ihr kurzes Dasein fristen sie anschließend dicht an dicht gedrängt auf harten Spaltenböden, die häufig zu Gelenkschäden führen. Kälbern werden mit mehreren hundert Grad heißen Stäben die Hornansätze ausgebrannt – meist ohne Betäubung. Hühner, die für Ernährungszwecke aufgezogen werden, müssen gewöhnlich mit mehr als 25.000 Artgenossen in Hallen auf ihren eigenen Exkrementen ausharren. Während der Transporte zum Schlachthof sind die angsterfüllten Tiere ohne ausreichend Futter und Wasser oftmals extremen Temperaturen ausgesetzt. Häufig trampeln sie sich gegenseitig tot oder verletzen sich. Im Schlachthaus sind Fehlbetäubungen keine Seltenheit, sodass Rinder, Schweine und Hühner oftmals bei Bewusstsein getötet werden [1].
 
Tierschauen sind mit immensem Stress für die Tiere verbunden
Der oftmals lange Transport zur Messe, die lauten Geräusche, übergriffige Besucher und die ungewohnte Umgebung setzen die Tiere enorm unter Stress. „Tiere sind nicht auf der Welt, um ausgestellt und nach bestimmten Merkmalen bewertet zu werden. Tierschauen oder -paraden, wie sie auf der Landwirtschaftsmesse Norla stattfinden, sind rückschrittlich und rücksichtslos“, erklärt Claudia Schultz.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
Das PETA ZWEI-Streetteam Flensburg ist ein Verbund freiwilliger Unterstützer, die sich für die Ziele der Jugendkampagne PETA ZWEI der Tierschutzorganisation PETA Deutschland e. V. einsetzen.
 
[1] Deutscher Bundestag, Drucksache 17/10021: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Bärbel Höhn, Friedrich Ostendorff, Undine Kurth (Quedlinburg), weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/9824 – „Tierschutz bei der Tötung von Schlachttieren“.

Details zur Aktion:

Datum: Samstag, 7. September 2019
Uhrzeit: 9:00–12:30 Uhr 
Ort: vor dem Eingang Nord der Landwirtschaftsmesse Norla, Grüner Kamp, 24768 Rendsburg

Weitere Informationen:
PETA.de/Bio-Vegane-Landwirtschaft
Veganstart.de
 
Kontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, [email protected]