Wölfin bei Lipsa erschossen – PETA setzt 1.000 Euro Belohnung für Hinweise aus

Lipsa / Stuttgart, 14. Februar 2018 – Täter im Landkreis Oberspreewald-Lausitz gesucht: Medienberichten zufolge fand ein Förster am Freitag bei Reinigungsarbeiten im Bereich des Ruhlander Schwarzwassers im Raum Lipsa an der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen eine offenbar erschossene Wölfin. Das zweijährige Tier wurde durch den Wolfsbeauftragten zur weiteren Untersuchung in das Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Um die Suche nach dem Täter zu unterstützen, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise, die den Schützen überführen, aus. Zeugen, die Informationen zu diesem Fall beisteuern können, wenden sich bitte per E-Mail oder telefonisch unter 01520 7373341 an die Tierrechtsorganisation oder direkt an die Polizei.
 
Seit dem Jahr 2000 sind die Wölfe in Deutschland zurück und streng geschützt. Ihre legale Bejagung soll jedoch zukünftig vereinfacht werden. Eine neue Wolfsverordnung soll regeln, wann die Tötung von Wölfen in den Landkreisen in Brandenburg zulässig ist. Auch der Koalitionsvertrag von SPD und CDU/CSU lockert den Schutz der Wölfe. So soll der Schutzstatus des Wolfs abhängig von seinem Erhaltungszustand überprüft und eine „notwendige Bestandsreduktion“ herbeigeführt werden. Außerdem soll ein Kriterien- und Maßnahmenkatalog zur „Entnahme von Wölfen“ entwickelt werden.
 
Der Wolf übernimmt eine wichtige Funktion im Ökosystem. Über 100 Jahre hat es gedauert, bis sich Wölfe wieder in Deutschland ansiedelten, nachdem sie von Jägern ausgerottet worden waren. Die Maßnahmen zum Schutz dieser wundervollen Tiere haben erste Erfolge gezeigt: Mittlerweile leben schätzungsweise 61 Wolfsrudel in Deutschland. [1] Der Abschuss streng geschützter Tierarten, wie Wolf oder Luchs ist kein Kavaliersdelikt und kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Laut einer Recherche des MDR wurden zwischen 2000 und 2016 achtzehn illegale Wolfstötungen in Deutschland bekannt- die Dunkelziffer liegt vermutlich höher. Die Täter werden nahezu nie gefasst. Lediglich drei Schützen konnten bislang überführt werden: alle drei Jäger. [2] PETA fordert eine fachkundige und regional unabhängige Ermittlungsbehörde zur Aufklärung illegaler Tötungsdelikte von geschützten Tierarten.
 
[1] http://www.volksfreund.de/nachrichten/welt/themendestages/themenderzeit/Themen-des-Tages-Die-Rueckkehr-der-Raeuber-hellip;art742,4705368 
[2] MDR (2016): MDR Naturfilme Tier im Visier Schüsse in der Wolfsheide. https://programm.ard.de/TV/Programm/Jetzt-im-TV/?sendung=28229386471267  
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Whistleblower
PETA.de/Jagd
Veganblog.de/2016/08/woelfe-unter-beschuss-illegale-wolfstoetungen-in-deutschland/
Veganblog.de/2014/08/trophaeenjagd-wolf-erschossen-und-gekoepft/
Veganblog.de/2015/03/jaeger-starten-hetzkampagne-woelfe-unter-beschuss/
Veganblog.de/2015/07/angeblicher-wolfsangriff-von-jaeger-frei-erfunden/
 
Kontakt:
Katharina Wicke, +49 711 860591-535, KatharinaW@peta.de