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Garne & Co ohne Tierleid: PETA-Expertin gibt Tipps für tierfreundliches Häkeln und Stricken

Stand März 2016
Stuttgart, 1. März 2016 – Tierfreundliche Handarbeit: Während sich lange Zeit vorwiegend Großmütter in ihrer Freizeit dem Häkeln und Stricken widmeten, hat das eigene Herstellen von Kleidungsstücken mittlerweile Einzug in nahezu alle Altersklassen gehalten. Viele Garne zum Häkeln und Stricken bestehen jedoch aus Wolle, die unter tierquälerischen Umständen gewonnen wird: Ermittlungen von PETA USA haben aufgedeckt, wie Schafe bei der Schur geschlagen, mit Metallscheren geschnitten oder sogar getötet werden – Angorakaninchen wird auf Streckbänken bei lebendigem Leib ihr Fell aus der Haut gerissen. Ähnlich ergeht es auch Kaschmirziegen, deren weiche Unterwolle ihnen grob ausgekämmt wird, während sie gefesselt am Boden liegen. Tierfreunde lassen sich die Freude an der Handarbeit aber nicht nehmen und entscheiden sich für Strick- und Häkelgarne aus pflanzlichen und synthetischen Fasern. Dazu gehören Baumwolle, Viskose, Polyester, Polyamid (Nylon) und Polyacryl. Für eine optimale Funktionalität werden pflanzliche Fasern häufig mit synthetischen Fasern gemischt – diese haben den Vorteil, dass ihre Oberfläche sich entsprechend der geforderten Gebrauchseigenschaften in Griff und Struktur modifizieren lässt. Sabine Franke, Bekleidungsingenieurin und Fachreferentin bei PETA, erklärt, welche tierfreundlichen modernen Garne sich besonders für Socken, Pullover, Babykleidung und Co eignen.
 
„Bei der großen Auswahl an pflanzlichen und synthetischen Garnen auf dem Markt ist es kinderleicht, tierfreundlich zu stricken“, so Sabine Franke. „Moderne tierleidfreie Fasern sind nicht nur besonders widerstandsfähig und pflegeleicht, sondern auch extrem hautsympathisch und dadurch besonders gut für Allergiker geeignet.“
 
Tierleidfreie Garne und Mischungen entsprechend ihrer optimalen Einsatzgebiete:
  • Socken: Baumwolle ist hautsympathisch und einfach zu reinigen. Polyester transportiert Schweiß vom Körper weg und minimiert die Geruchsbildung. Polyamid sorgt für Elastizität, Polyacryl besitzt eine hohe Bauschfähigkeit und garantiert kuschelige Wärme. Empfohlene Garne: reine Baumwolle oder deren Mischungen mit Polyester, Polyamid und Polyacryl.
 
  • Mützen und Schals: Polyacryl hält kuschelig warm. Polyamid sorgt nicht nur für Elastizität und Geschmeidigkeit, sondern macht Mützen und Schals – wie Viskose – besonders weich.
    Empfohlene Garne: Polyacryl oder dessen Mischungen mit Viskose, Polyamid oder Baumwolle.
 
  • Pullover / Strickjacken: Aufgeraute Baumwolle hat ein gutes Wärmerückhaltevermögen; sie ist hautsympathisch und somit auch bestens für Allergiker geeignet. Polyacryl sorgt für extra Wärme und Polyamid sowie Polyester für Geschmeidigkeit – und dafür, dass Strickwaren in Form bleiben und nicht ausleiern. Empfohlene Garne: Polyacryl oder dessen Mischungen mit Baumwolle, Polyamid oder Polyester.
 
  • Kinder- und Babykleidung: Baumwolle eignet sich besonders gut für Kinder- und Babykleidung, da sie nicht nur kuschelig und pflegeleicht, sondern zudem sehr einfach zu verarbeiten ist. Polyamid hält die oft besonders beanspruchte Kleidung der Kleinen in Form, sodass sie nicht ausbeult. Empfohlene Garne: Baumwolle oder deren Mischungen mit Polyacryl und / oder Polyamid.
 
  • Sommerbekleidung wie Kleider, Röcke und Shirts: Leinen hat einen leichten Glanz, ist saugstark, schmutzabweisend und trocknet schnell. Viskose bietet einen weichen, geschmeidigen Griff und verhindert, dass sich die Kleidung elektrostatisch auflädt. Polyester und Polyamid verhindern, dass Sommerkleidung knittert. Empfohlene Garne: Leinen, Mischungen aus Viskose und Polyester bzw. Mischungen aus Viskose und Polyamid.
 
  • Wohnaccessoires wie Kissenbezüge, Decken und Tischsets: Kork ist sehr elastisch und strapazierfähig. Polyester macht Garn reißfest, Baumwolle sorgt für einen weichen Griff und gewährleistet zusammen mit Polyamid Geschmeidigkeit. Empfohlene Garne: Mischungen aus Kork, Baumwolle und Polyester oder Mischungen aus Baumwolle und Polyamid.
 
Jede gut sortierte Fachhandlung für Handarbeitsbedarf führt Garne aus pflanzlichen und synthetischen Materialien; auch in Onlineshops werden Kunden schnell fündig. Obwohl es „vegane Wolle“ an sich nicht gibt – denn als Wolle bezeichnet man Tierhaare –, kann diese Bezeichnung auf der Suche nach tierleidfreien Materialien dennoch behilflich sein. Viele Onlinehändler haben sich auf die steigende Nachfrage nach tierleidfreien Garnen eingestellt und bieten unter dem Begriff „vegane Wolle“ eine gesonderte Kategorie in ihren Shops. Wer die Suchfunktion in Onlineshops nutzt und den Filter gezielt auf die genannten Materialien setzt, findet ebenfalls leicht wollfreie Garne – dem Häkel- und Strickspaß steht also nichts mehr im Wege.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Wolle
PETA.de/Angorakontrolle
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de