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PETA-Recherche enthüllt Tierquälerei auf „artgerechten“ Angorafarmen

PETA Asia recherchiert weiter

Stand Oktober 2015
PETA besuchte weitere Angorafarmen in China, die von unabhängigen Kontrolleuren als „artgerecht“ eingestuft wurden und entdeckte schockierendes Leid, systematische Vernachlässigungen und tödliche Tierquälerei.
 
Die Schreie der Angorakaninchen gehen um die Welt
Verdeckte Aufnahmen von PETA Asia enthüllten 2013 die extreme und routinemäßige Tierquälerei an Angorakaninchen, deren langes weiches Fell herausgerissen wird, um daraus Pullover und Accessoires für die Mode herzustellen.
Obwohl über 110 internationale Unternehmen und Designer Angorawolle bereits ausgelistet haben, verwenden einzelne Modemarken für ihre Kleidung noch immer Angora. Sie gaben an, sie würden ihren Farmern vertrauen und externe Kontrolleure hätten die Betriebe als „artgerecht“ eingestuft. Kommt Ihnen das bekannt vor? Wir hatten allen Grund zur Annahme, dass diese Prüfsysteme und „Zertifikate“ reine Augenwischerei sind und dass die Angorakaninchen weiterhin unendlich leiden müssen.
 
Vertreter einer internationalen Modemarke, welchen ihren externen Kontrolleuren vertraute, stimmte einer Reise mit uns zu, um ihre Behauptungen zu beweisen. Zwei PETA USA-Vertreter – eine Kontaktperson für Firmen, ein Tierarzt und ein Dolmetscher von PETA Asia -  reisten nach China. Dort trafen wir uns mit zwei Vertretern einer internationalen Modefirma und einem Farmkontrolleur. Die Gruppe besuchte fünf Angorafarmen in verschiedenen Regionen des chinesischen Festlandes. Diese Besuche waren durchweg unangekündigt – im Gegensatz zu den standardmäßigen Farminspektionen.
 
Kahl gerupft und verhungert
Alle Mitglieder der Gruppe konnten – ausnahmslos – mit eigenen Augen bestätigen, was die Ermittlung von PETA Asia bereits zu Tage gebracht hatten: Die Kaninchen wurden an ihren empfindlichen Ohren aus den Drahtkäfigen gezogen und die Arbeiter traten auf ihre Ohren, um sie zu fixieren und gewaltsam zu scheren. Diejenigen Angoras, welche lebendig gerupft wurden, lagen danach völlig regungslos in ihren winzigen Zellen. So erschütternd diese Reise für alle Beteiligten auch war, letztendlich entlarvte sie das Scheitern der Auditsysteme, auf die so viele internationale Unternehmen vertrauen.
Die Temperatur lag bei über 37 Grad mit 80-prozentiger Luftfeuchtigkeit. Die Tiere hatten kaum bis gar keinen Schutz vor diesen Wetterbedingungen.
Kaninchen wurden an ihren empfindlichen Ohren aus dem Käfig gezerrt und von den Arbeitern mit den Füßen fixiert, während das gewaltsame Scheren stattfand.
Die meisten Kaninchen litten unter schweren Hautirritationen, verursacht durch exzessiven Speichelfluss. Der Speichel rann ihnen am Hals hinunter und auf ihre Brust und Vorderbeine. Deshalb waren diese Hautstellen stark entzündet.
Die tiermedizinische Versorgung war absolut unzureichend bis nicht existent.
Viele Tiere hatten einen um 90 Grad geneigten Kopf. Dies ist auf Ohrenverletzungen zurückzuführen. Wegen dieser Kopfneigung konnten sie sich nicht orientieren und fanden Futter und Wasser nicht. So starben viele langsam an Dehydrierung oder verhungerten.
. Viele Tiere zeigten eine schnelle Atmung bei offenem Mund, was auf den Stress durch die Hitze oder Atemwegserkrankungen zurückzuführen ist.
In vielen Fällen erhielten die Kaninchen keinerlei Behandlung bei schweren und chronischen Infektionen, wunden Stellen, Atembeschwerden, Mangelernährung, Blindheit oder neurologischen Schäden.

Was Sie tun können

Angeblich „artgerechte” zertifizierte Angorawolle gibt es nicht, genauso wenig wie „artgerechten” Pelz, Daunen oder Schafwolle. Millionen Tiere in der Bekleidungsindustrie leiden unter extremen Zuchtformen, leben in qualvoller Gefangenschaft und werden letztendlich gewaltsam getötet. Vegane Bekleidungsmaterialien sind die einzig humane Option. Bei den zahlreichen tierfreien Natur- und Zellulosefasern, die von vielen Firmen in modernen Modekollektionen eingesetzt werden, können Sie sich mitfühlend und modisch zugleich kleiden.