Kaninchenfell: Warum Sie niemals Kaninchenfell kaufen sollten

Bei der Herstellung von Pelzbesätzen für Jacken oder Pelzbommeln für Mützen verarbeitet die Bekleidungsindustrie auch heute noch Felle von Kaninchen. Kaninchenfell ist jedoch immer mit Tierquälerei verbunden, denn für die Herstellung von Pelzprodukten werden Milliarden von Kaninchen gezüchtet und getötet. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die Qualen von Kaninchen in der Pelzindustrie.

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Recherche offenbart Tierquälerei in chinesischen Kaninchenpelzbetrieben

Verdeckte Ermittlungen von PETA Asien aus dem Jahr 2016 brachten das immense Tierleid ans Licht, das die chinesische Pelzindustrie bei der Herstellung von Kaninchenfell verursacht. Auf drei großen Kaninchenpelzfarmen und in einem Schlachthaus dokumentierte das Recherche-Team die Haltung von Kaninchen, die einzeln in winzigen, verschmutzten Drahtkäfigen mit Holzplattenböden lebten. Auch heute noch kommen auf vielen Zuchtfarmen Käfige zum Einsatz, deren Gitterböden den Tieren große Schmerzen zufügen – auch in europäischen Zuchtbetrieben. [1] Unter den Käfigen türmten sich die Ausscheidungen der Kaninchen.

In einer der überprüften Zuchtanlagen waren etwa 1.000 Tiere untergebracht. Das Recherche-Team dokumentierte Mitarbeitende, die die Kaninchen aufhängten und häuteten – teilweise bei lebendigem Leib. Für einen einzigen Pelzmantel werden rund 20 Kaninchen getötet. [2]

Wie wird Kaninchenfell hergestellt?

Auf Pelzfarmen fristen Kaninchen in der Regel ein qualvolles Dasein in Einzelhaltung, worunter die geselligen Tiere immens leiden. Nach meist nur sechs Monaten werden sie getötet und gehäutet, damit aus ihrer Haut und ihren Haaren Pelzprodukte hergestellt werden. Bei der Tötung wird die Kehle der Tiere mit einem Messer durchgeschnitten, anschließend lässt man die Kaninchen langsam ausbluten. Im Gegensatz zu ihren gefangenen Artgenossen haben Kaninchen in der freien Natur eine Lebenserwartung von bis zu 14 Jahren.

Für die Pelzproduktion werden vor allem langhaarige, meist weiße Kaninchenrassen gezüchtet, zum Beispiel Rex und Orylag. Um das „profitable“ Fell nicht zu beschädigen, sperren viele Pelzzuchtbetriebe die Kaninchen in winzige Einzelkäfige, was für die äußerst sozialen Gruppentiere eine Qual ist. Auch sogenannte Mastkaninchen werden für die Herstellung von Schlüsselanhängern oder Pelzbommeln an Mützen ausgebeutet. Sie werden bereits im Alter von zwei bis drei Monaten getötet, wenn sie noch kein dickes Winterfell haben.

Wie werden Kaninchen in der Pelzindustrie gehalten?

Kaninchenzuchtanlagen ähneln sogenannten Legebatterien, wie man sie aus der ausbeuterischen Eier- und Fleischindustrie kennt. Hunderte von kleinen Drahtgitterkäfigen stehen dicht an dicht aneinandergereiht. Allein in der EU werden aus kommerziellen Gründen etwa 180 Millionen Kaninchen gehalten. [3] Je nachdem, für welchen Zweck die Tiere ausgebeutet werden, leben sie als Gruppe oder werden einzeln in Käfige oder Gehege gesperrt.

Insbesondere für die Pelzproduktion werden viele Tiere ab dem Jugendalter allein und isoliert von ihren Artgenossen gehalten, damit sie sich nicht gegenseitig den Pelz beschädigen. In Deutschland ist es legal, dass Käfige für sogenannte Mastkaninchen nur 30 Zentimeter breit und 50 Zentimeter lang sind, bei sogenannten Zuchtkaninchen beträgt die vorgeschriebene Mindestlänge 60 Zentimeter. [4] Auch wenn diese Vorgaben für die Tiere völlig unzureichend sind, gibt es solche Mindestanforderungen in den meisten Ländern nicht einmal. Und selbst auf EU-Ebene existiert bis heute keine einheitliche artspezifische Gesetzgebung zum Schutz von Kaninchen. [5]

Unabhängig von der geplanten „Nutzung“ hat kein einziges Kaninchen in diesen Systemen je die Möglichkeit, seinen natürlichen Verhaltensweisen nachzugehen. Die Tiere verbringen ihr kurzes, trauriges Leben in schmutzigen Drahtgitterkäfigen, in denen sie weder buddeln, hoppeln noch spielen können. Die meisten Käfige sind nicht mit festen Bodenplatten oder Einstreu ausgestattet, sondern mit Gitterböden oder Holzspalten, damit Kot und Urin direkt hindurchfallen können.

Kaninchen sind von Natur aus sehr gesellig und reinlich. Aufgrund der Einzelhaltung, der vom Boden aufsteigenden Kotgerüche und der daraus resultierenden Ammoniakdämpfe leiden die Tiere immens. Oft entwickeln sich daraus Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündungen und andere Infektionen, die zum Tod führen können. [3,6]

Wie werden Kaninchen in der Pelzindustrie getötet?

Kaninchen, die diese qualvollen Haltungsbedingungen überleben, werden auf grausame Art und Weise getötet. In China, einem Land, in dem es keine greifenden Tierschutzgesetze gibt, schlagen Mitarbeitende den Tieren beispielsweise mit einem Messerrücken auf den Kopf, hängen sie kopfüber auf und schneiden ihnen die Kehle durch. Aufnahmen aus verdeckten Ermittlungen zeigen Kaninchen, die beim Abziehen des Fells noch leben und sich winden und treten. [7]

In Europa erfolgt die Betäubung in der Regel ebenfalls durch einen Schlag auf den Kopf oder einen Elektroschock. Danach wird die Kehle der Tiere durchtrennt. Aber auch hier werden die Kaninchen häufig nur unzureichend betäubt. Teilweise sind sie noch bei Bewusstsein und schreien in Todesangst, während sie am Fließband gehäutet werden. [8]

So unterscheiden Sie Kunstpelz von Echtpelz

Als Konsumentinnen und Konsumenten haben wir die Möglichkeit, Tiere mit unseren Kaufentscheidungen aktiv zu schützen. Wählen Sie bitte immer tierfreundliche Alternativen. Wie sich Kunstpelz von Tierfell (auch Echtpelz genannt) unterscheiden lässt, erfahren Sie hier: