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Hegegemeinschaft Rohr tötet 32 Füchse: PETA wirft Jägern sinnlose Tötung vor und erstattet Strafanzeige

Stand Februar 2016
Landkreis Kelheim / Stuttgart, 22. Februar 2016 – Sinnlose Fuchstötung: Einem Medienbericht zufolge töteten Jäger der Hegegemeinschaft Rohr bei der alljährlichen Fuchswoche im Zeitraum vom 17. bis 28. Januar 2016 in 33 Revieren zwischen Niederleierndorf und Wildenberg innerhalb weniger Tage 32 Füchse. Laut Tierschutzgesetz muss ein „vernünftiger Grund“ für das Töten eines Tieres vorliegen – bei der Jagd auf Füchse handelt es sich jedoch lediglich um die Befriedigung eines blutigen Hobbys. Die Tiere dienen den Jägern als lebendige Zielscheibe, denn weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht besteht ein Grund für die massenhafte Bejagung der Beutegreifer. Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz § 17 hat die Tierrechtsorganisation PETA nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Regensburg gegen alle Teilnehmer der Jagd erstattet.
 
„Aus Beuteneid und reiner Lust am Töten werden allein in Deutschland jedes Jahr etwa eine halbe Million Füchse auf grausame Weise von Jägern getötet. Viele Tiere sterben durch Fehlschüsse einen langsamen Tod oder werden in Fallen regelrecht zerquetscht“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA. „Das Töten von Tieren im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung hat im 21. Jahrhundert nichts zu suchen und muss strafrechtlich geahndet werden.“
 
PETA setzt sich für ein Verbot der Fuchsjagd ein. Die zum Teil noch immer geäußerten Bedenken gegenüber den Tieren beruhen auf längst widerlegten Annahmen: Die Gefahr einer Krankheitsübertragung durch Füchse ist nahezu auszuschließen. Deutschland ist seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut und der Fuchsbandwurm zählt zu den seltensten Parasitosen Europas. Die Jagd auf Füchse hat keinerlei regulierende oder reduzierende Auswirkungen auf die Population, weil Verluste rasch durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten ausgeglichen werden. Auch das von den Jägern vorgeschobene Argument des Artenschutzes ist Augenwischerei. Füchse ernähren sich vornehmlich von Mäusen. Populationsrückgänge betroffener Arten wie beispielsweise dem Feldhasen sind überwiegend auf den Lebensraumverlust und das schwindende Nahrungsangebot zurückzuführen. Hinzu kommt, dass die Jäger in Deutschland selbst jedes Jahr mehr als 200.000 Feldhasen töten.
 
Die Regierung in Luxemburg sprach ab April 2015 ein Verbot der Jagd auf Füchse für mindestens ein Jahr aus – dieses wurde im Februar 2016 für das Jagdjahr 2016/2017 verlängert. Fuchspopulationen regulieren sich aufgrund von Sozialgefügen sowie Nahrungsverfügbarkeit und Krankheiten selbst. Als Gesundheitspolizei sind Füchse zudem ein wichtiges Glied im Kreislauf der Natur. Sie sichern nicht zuletzt auch ihren Beutearten das Überleben, indem sie schwache und kranke Tiere erbeuten und Krankheitsherde somit sofort eliminieren. Ein Verbot der Fuchsjagd in Deutschland ist längst überfällig.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fuchsjagd
PETA.de/Jagd-Hintergrundwissen

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de