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Nach schwerem Beißvorfall in Drensteinfurt: PETA fordert Einführung eines Hundeführerscheins in Nordrhein-Westfalen

 
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Nachweis kann schwere Unfälle verhindern

Stand Juli 2017
Drensteinfurt  / Stuttgart, 4. Juli 2017 – Verantwortungslose Hundehaltung: Einem Medienbericht zufolge wurde eine 53jährige Spaziergängerin vergangenen Samstag bei Drensteinfurt von vier unangeleinten Hunden angefallen und lebensgefährlich verletzt. Auch die Halterin selbst erlitt Bissverletzungen, als sie die Hunde unter Kontrolle bringen wollte. Die Spaziergängerin kam in ein Krankenhaus, die vier Hunde wurden auf Anordnung des Ordnungsamtes eingeschläfert. Angesichts dieses Vorfalls fordert die Tierrechtsorganisation PETA die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins in Nordrhein-Westfalen: Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem vermittelt das Training Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sind. Insbesondere die FDP hatte sich vor den Landtagswahlen im Mai 2017 aufgeschlossen für ein solches Anliegen gezeigt [1]. Deshalb will sich PETA nun noch einmal an die nordrhein-westfälische Landesregierung wenden mit der Bitte um einen verpflichtenden Sachkundenachweis für Hundehalter.
 
„Offenbar können viele Halter ihre Hunde nicht einschätzen. Somit ist die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen – nicht beim Tier. Die Hunde hätten gar nicht unangeleint sein und in die Nähe der Spaziergängerin gelangen dürfen“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für den Menschen werden – unabhängig davon, ob er einer ‚Rasse‘ angehört oder ein Mischling ist.“
 
Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, bei dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend an den theoretischen Kurs folgt für Halter und Hund ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule.
 
Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen – der allgemeine Hundeführerschein ist dort seit Juli 2013 verpflichtend. Wer in München nach dem 01.05.2014 einen Hundeführerschein absolviert hat, kann sich ein Jahr lang von der Hundesteuer befreien lassen. In Mannheim gilt eine zweijährige Steuerbefreiung für alle Hunde, deren Halter den Hundeführerschein nach dem 1. Januar 2016 erworben haben. Wer in Berlin ab dem 1. Januar 2017 einen Hund neu aufnimmt, ist dazu aufgefordert, sich die notwendige Sachkunde anzueignen.
Die Einführung eines Hundeführerscheins hat einen weiteren Vorteil: Sie kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.
 
[1] www.peta.de/Wahlen-NRW
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Hundefuehrerschein

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 (0)711 860591-528, DenisS@peta.de