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"Hundeführerschein" - Ein Sachkundenachweis für Halter

Mehr Verständnis zwischen Mensch und Hund führt zu weniger Beißunfällen und einem glücklicheren Hundeleben

Stand November 2013
Immer wieder berichten Zeitungen und Nachrichtensendungen über Beißunfälle. Viele Menschen haben Angst vor allen Hunden, denen sie auf der Straße begegnen. Doch was in der Regel unerwähnt bleibt, ist die Tatsache, dass Hunde nicht von Natur auf aggressiv sind – Übergriffe passieren in vielen Fällen durch eine Fehlinterpretation des Verhaltens des Vierbeiners, aber auch eine falsche Haltung oder gewaltsame Erziehung können Ursachen sein.

 

 

Um Beißvorfälle zu verhindern, aber auch um den Hunden ein besseres und artgerechtes Leben zu ermöglichen, fordert PETA die Bundesregierung sowie die Länderregierungen auf, einen Sachkundenachweis für Hundehalter einzuführen – den sogenannten „Hundeführerschein“.

In der Schweiz ist dieser bereits Pflicht und so müssen alle zukünftigen Hundehalter noch vor Erwerb des Tieres einen Theoriekurs absolvieren – sobald der Vierbeiner dann eingezogen ist, folgt ein Praxisseminar. So wird zum einen gewährleistet, dass der potentielle Halter genau über die Bedürfnisse seines Hundes Bescheid weiß und sich darüber im Klaren ist, wie er in kritischen Situationen reagieren muss – gefährliche Zwischenfälle können auf diese Weise vermieden werden. Zum anderen verhilft dies natürlich auch dem Hund zu einem besseren Leben und entspannteren Verhältnis zu „seinem Menschen“. In Liechtenstein, wo seit 2011 eine Sachkundeprüfung für Neuhalter vorgeschrieben ist, ist die Zahl Beißunfälle bei denen Menschen verletzt wurden seither zurückgegangen.

2011 hat Niedersachsen als erstes Bundesland die Einführung des „Hundeführerscheins“ beschlossen – seit Juli 2013 müssen zukünftige Hundehalter in Theorie und Praxis belegen, dass die Kommunikation mit ihrem tierischen Begleiter funktioniert. Mit dem Niedersächsischen Gesetz über das Halten von Hunden hat Niedersachsen auch die „Rasseliste“ wieder abgeschafft.

Ein „Hundeführerschein“ wird zudem Spontankäufe verhindern – denn gerade diese Tiere werden später häufig ausgesetzt oder im Tierheim abgegeben, da sich die Halter nicht ausreichend informieren. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen.

 

 

TV-Hundeprofi Martin Rütter spricht sich ebenfalls für den Hundeführerschein aus. Foto: M. Grande

Das sagen die Experten

Auch Hundeprofi Martin Rütter befürwortet das Konzept. In einem Interview antwortet er auf die Frage, ob Hundeführerscheine eine Lösung seien: „Die Lösung schlechthin. Jeder darf einen Hund besitzen, ja sogar züchten oder eine Hundeschule aufmachen. Unfälle passieren, weil die Besitzer keine Ahnung von den Tieren haben. Da ließe sich mit einer relativ kurzen Schulung der Grundkenntnisse viel verbessern.“

Diplompsychologin Dr. Silke Wechsung äußerte sich zu der Frage, ob sich Gesetze an der Größe des Hundes orientieren sollten, wie folgt: „Der Fokus muss auf den Halter fallen statt auf Größe, Gewicht oder Rasse eines Hundes. Ich würde das Ganze viel präventiver angehen: Bevor sich jemand einen Hund anschaffen darf, muss ein Sachkundenachweis stattfinden. Zum Angeln brauche ich einen Angelschein, aber einen Hund kann ich mir einfach im nächsten Hinterhof kaufen, ohne mir jemals über Verhalten, Verantwortung oder Erziehung Gedanken gemacht haben zu müssen.“

Tolle Bücher zu einer gewaltfreien Hundeerziehung finden Sie unter anderem unter: www.animal-learn.de oder www.ruetters-dogs.de.

 

 

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