Wir von PETA Deutschland fordern gemeinsam mit anderen Vereinen, Organisationen und Unternehmen das Ende aller Tierversuche in der EU. Obwohl 2013 bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung erfolgte und ein Verbot von Tierversuchen für Kosmetika beschlossen wurde, werden europaweit noch immer Millionen Tiere in grausamen Versuchen gequält und getötet – für Kosmetik, Haushaltsmittel, Lebensmittel oder auch die medizinische Forschung.

Es gibt tierversuchsfreie Methoden, für die kein Tier leiden oder sterben muss und deren Erfolge wissenschaftlich belegt sind. Helfen Sie jetzt mit und unterzeichnen Sie noch heute die Bürgerinitiative für eine tierversuchsfreie EU. Jede Unterschrift zählt!

In 3 einfachen Schritten zur gültigen Unterschrift

Piktogramm. Ablauf zum Unterschreiben der ECI

Tiere leiden und sterben für grausame Versuche

Seit 2013 sind Tierversuche für kosmetische Produkte in der EU offiziell verboten. Trotzdem wurden nach dem offiziellen Verbot weiterhin Tausende Tiere in Experimenten für kosmetische Inhaltsstoffe missbraucht. [1] In der EU werden jedes Jahr 9 Millionen Tiere im Namen der Wissenschaft ausgebeutet und meist getötet. Dabei scheitern 95 Prozent der neu entwickelten Medikamente beim Menschen, obwohl sie zuvor im Tierversuch als wirksam und sicher eingestuft wurden.


Gemeinsam können wir etwas Großes bewirken

Gemeinsam mit unseren internationalen Partnerorganisationen, weiteren Tierschutzorganisationen sowie den Kosmetikherstellern Dove und The Body Shop engagieren wir uns für die strikte Umsetzung des EU-Verbots von Tierversuchen für Kosmetik sowie die Erarbeitung einer generellen Ausstiegsstrategie. Jedes Jahr werden Milliarden Euro in fragwürdige Tierversuche investiert. Wir fordern eine Umlenkung der Gelder, eine Investition in tierleidfreie, menschen- und umweltfreundliche Forschungen und das Ende der Tierversuche.


Jede Stimme zählt – bewirken Sie eine Veränderung mit Ihrer Unterschrift

Tiere werden nicht gehört, aber Ihre Stimme kann und wird etwas bewirken! Um die politischen Entscheidungsträger:innen dazu zu bringen, sich mit unserer Forderung auseinanderzusetzen und die bestehenden Verbote zu verschärfen, müssen wir eine Million Stimmen von europäischen Bürger:innen für eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) sammeln. Unterzeichnen Sie jetzt die Initiative gegen Tierversuche!

Helfen Sie jetzt, Tierleid in EU-Laboren zu beenden

Schließen Sie sich der EU-Bürgerinitiative an. Nur gemeinsam können wir die klare Botschaft vermitteln: Die EU muss sich verbindlich für eine tier- und menschenfreundliche Forschung einsetzen.

Fotomontage: Hase in Waschmittel
Verschiedene Tiere in Tierversuchen

Europaweite Zusammenarbeit für ein Verbot von Tierversuchen

Gemeinsam mit Cruelty Free Europe, der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen, der Eurogroup for Animals und der Humane Society International Europe machen wir uns für ein Ende der Tierversuche in der EU stark.

Auch namhafte Kosmetikhersteller – darunter Dove und The Body Shop – haben sich uns angeschlossen, um mit uns gemeinsam eine Million Stimmen von europäischen Bürger:innen zu sammeln.

Unsere Kernforderungen an die EU

1. Schutz und Verschärfung des Verbots von Tierversuchen für Kosmetika

Wir brauchen eine Gesetzesänderung, um den Schutz von Verbraucher:innen, Arbeitnehmer:innen und der Umwelt zu erreichen, ohne dass für Inhaltsstoffe von Kosmetika neue Tierversuche durchgeführt werden.


2. Umgestaltung der Chemikalienregulierung in der EU

Es muss sichergestellt werden, dass die menschliche Gesundheit und die Umwelt geschützt werden, ohne dass Tierversuche für Chemikalien durchgeführt werden.


3. Modernisierung der Wissenschaft

Die EU-Kommission muss zusichern, über eine Strategie für die schrittweise Abschaffung aller Tierversuche in der EU zu entscheiden.

Trotz offiziellen Verbots fordert die ECHA neue Tierversuche

Seit 2013 sind Tierversuche für kosmetische Produkte in der EU offiziell verboten. Damit einher geht ein Verbot für das Inverkehrbringen von Kosmetika, deren Inhaltsstoffe für die angeforderten Sicherheitsnachweise außerhalb der EU an Tieren getestet wurden.

Wie im August 2021 veröffentlichte Zahlen des Center for Alternatives to Animal Testing (CAAT) belegen, suggeriert das Gesetz fälschlicherweise, dass Kosmetika in der EU mit gutem Gewissen gekauft werden könnten – doch trotz des Verbots fordert die Europäische Chemikalienbehörde (ECHA) weiterhin Tierversuche für kosmetische Inhaltsstoffe, weshalb unzählige Tiere für entsprechende Experimente missbraucht werden.

Zeichnung. Bugs Bunny mit Wunden und Schild gegen Tierversuche
Zeichnung. Mickey Mouse im Tierversuch
Zeichnung. Bugs Bunny mit Krueken und Schild gegen Tierversuche
Zeichnung. Mickey Mouse mit Verletzungen und Schild gegen Tierversuche
Zeichnung. Bugs Bunny im Tierversuch

Europas Chemikalien­­management generiert zahllose Tierversuche

Zudem sollen im Rahmen einer neuen „Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit“ beispielsweise die europäischen Chemikaliengesetze überarbeitet werden, was Millionen Tierversuche zur Folge haben könnte.

Die Ziele der Strategie sind gut und nachvollziehbar: Eine hohe Produktsicherheit soll gewährleistet und giftige Chemikalien beschränkt werden. Doch weitere unzuverlässige Tierversuche werden nicht dazu beitragen, Menschen oder die Umwelt zu schützen. Die EU muss sich für die Beurteilung von Chemikalien bezüglich ihrer Toxizität auf moderne, tierleidfreie Ansätze konzentrieren – diese sind effizient, zuverlässig und kosteneffektiv.

Helfen Sie jetzt, Tierversuche endgültig zu beenden

Wir brauchen eine für den Menschen relevante, tierfreie Wissenschaft – zum Wohle der Tiere und für eine bessere Medizin. Schließen Sie sich jetzt der EU-Bürgerinitiative an.

Fotomontage: Maus in Parfuemflasche
Logo. End Animal Testing

Gemeinsam können wir das Ziel erreichen – und Tierversuche beenden

Nur gemeinsam können wir alle möglichst schnell eine Million Unterschriften sammeln und damit die klare Botschaft vermitteln, dass die Forderungen der ECHA nach neuen Tierversuchen im Widerspruch zum 2013 festgelegten Tierversuchsverbot für Kosmetika stehen und gesellschaftlich nicht akzeptiert werden.

Jede einzelne Unterschrift stimmt dafür, dass Tierversuche für Kosmetika und andere Zwecke endlich beendet und durch moderne Methoden ausgetauscht werden müssen – für eine tier- und menschenfreundliche Forschung.  

Wir zählen auf Sie

Unterzeichnen Sie jetzt die Initiative und teilen Sie der EU-Kommission mit, dass Sie sich klar gegen Tierversuche und für einen Ausstiegsplan aussprechen.

  • Welche Kriterien muss ich erfüllen, um mich beteiligen zu können?

    Wer sich an der EBI beteiligen möchte, muss Bürger:in eines EU-Landes und alt genug sein, um an den Wahlen zum Europaparlament teilzunehmen. Die genauen Vorgaben zu Alter und Ausweispapieren sind von Land zu Land unterschiedlich – für Deutschland liegt das Mindestalter bei 18 Jahren, für Österreich bei 16.

    Hinweis: Deutsche Staatsangehörige, die aktuell außerhalb Deutschlands leben, müssen zur Unterzeichnung zunächst die Staatsangehörigkeit „Deutsch“ wählen und dann beim Ausfüllen der weiteren Daten beim Wohnsitzland „Sonstiges“ wählen. Außerdem muss der derzeitige Wohnsitz bei der zuständigen deutschen diplomatischen Vertretung angemeldet sein.

    Unter der folgenden Seite können Sie alle Informationen zu den einzelnen EU-Ländern einsehen: https://europa.eu/citizens-initiative/faq_de#Eine-Initiative-unterstutzen

    Ich bin Staatsbürger:in der Schweiz – kann ich die EBI unterschreiben?
    Da die Schweiz nicht zur EU gehört, können ihre Bürger:innen die EBI nicht unterzeichnen. Doch ganz egal, woher wir kommen – wir müssen unsere Stimmen gemeinsam erheben. Bürger:innen der EU können die EBI von überall her unterschreiben – auch wenn sie beispielsweise in der Schweiz leben.

    Wenn es Ihnen nicht gestattet sein sollte, die EBI zu unterzeichnen, können Sie den Tieren trotzdem helfen: Teilen Sie die EBI mit Ihrem Freundeskreis, Ihrer Familie und Ihren Kontakten in den sozialen Medien, um möglichst viele EU-Bürger:innen zu erreichen.

  • So funktioniert’s

    Um die Initiative zu unterstützen, müssen Sie eine Unterstützungsbekundung ausfüllen. Eine Europäische Bürgerinitiative geht weit über eine Petition hinaus, denn die EU-Kommission wird dazu verpflichtet, sich mit den Forderungen auseinanderzusetzen – dies bedeutet auch, dass mehr Daten abgefragt werden. Wichtig ist: Ihre angegebenen Daten sind sicher.

    Alle EU-Bürger:innen müssen Staatsangehörigkeit und Namen angeben. Zudem werden je nach Land Postanschrift und Geburtsdatum oder die persönliche Identifikationsnummer und Ausweisnummer abgefragt.

    Für deutsche EU-Bürger:innen haben wir im Folgenden eine genaue Anleitung:
    1. Nach Angabe Ihrer Staatsangehörigkeit müssen Sie dem Datenschutz zustimmen und auch dem Punkt, dass Sie die Initiative bisher noch nicht unterstützt haben. (Sollten Sie sich unsicher sein, ob Sie schon unterzeichnet haben, unterschreiben Sie bitte dennoch – eine Dopplung wird später bei der Zählung einfach aussortiert.) Dann klicken Sie „Formular ausfüllen“.

    2. Im Formular müssen Sie nun Daten zu Ihrer Person angeben. Beachten Sie, dass das Geburtsjahr nicht manuell, sondern nur über die Pfeile eingetragen werden kann: Zunächst wählen Sie die entsprechende Jahreszahl (Auswahl-Änderung über den kleinen Pfeil neben dem voreingestellten Datum), dann den korrekten Monat sowie Tag.

    Bitte nehmen Sie sich eine Minute Zeit zum Ausfüllen und fordern Sie mit uns ein tierversuchsfreies Europa
    Sobald wir die erforderliche Unterschriftenzahl erreicht haben, werden die erhobenen Daten von den Behörden in den einzelnen Ländern geprüft. Unterschriften mit fehlerhaften Daten werden für ungültig erklärt. Daher ist es wichtig, dass wir einen Puffer an Unterschriften sammeln – so wird sichergestellt, dass am Ende mindestens eine Million gültige Unterschriften übrig sind.

    Hinweis: Da die Unterschriften für eine Bürgerinitiative direkt über eine offizielle Webseite der EU generiert werden, haben wir keinen Einfluss auf das Formular.

    Unter der folgenden Seite erhalten Sie weitere Informationen: https://europa.eu/citizens-initiative/faq_de#Eine-Initiative-unterstutzen

  • Was kann meine Unterschrift bewirken?

    Damit eine EBI von der EU-Kommission in Betracht gezogen wird, müssen mindestens eine Million EU-Bürger:innen eine gültige Unterschrift geleistet haben. Jede einzelne Unterschrift hilft uns deshalb dabei, die Million zu erreichen. Diese EBI bietet uns die Möglichkeit, das Leid von Millionen von Tieren, die aktuell in der EU zu Forschungs- und Testzwecken missbraucht werden, zu beenden. Aber dafür brauchen wir Ihre Hilfe.

  • Warum ist eine EBI jetzt der richtige Schritt?

    Die aktuell geltenden Tierversuchsverbote für Kosmetika der EU sind in Gefahr. Dabei waren sie nach Jahrzehnten unermüdlicher Kampagnen ein bedeutender Schritt für den Tierschutz.

    Leider vertreten die ECHA und die Europäische Kommission jedoch die Auffassung, dass selbst Chemikalien, die lediglich als kosmetische Inhaltsstoffe zum Einsatz kommen, entsprechend den Chemikaliengesetzen der EU (REACH) an Tieren getestet werden müssen. Diese Haltung untergräbt das Verbot und widerspricht seinem eigentlichen Ziel wie auch den Erwartungen der Öffentlichkeit. Ziel war es, dass kein Tier mehr für Kosmetik leiden und sterben muss – doch trotz des Verbots wurden bislang Tausende Tiere in Versuchen für kosmetische Inhaltsstoffe missbraucht.

    Im August 2020 verabschiedete die Widerspruchskammer der ECHA zwei Entscheidungen. Ein Unternehmen, das diesen Widerspruch eingelegt hatte, sollte dadurch gezwungen werden, Tierversuche für Inhaltsstoffe durchzuführen, die ausschließlich für Kosmetika genutzt werden. Die Europäische Kommission unterstützte die Entscheidung. Sollten die Entscheidungen der Widerspruchskammer nicht im laufenden Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof aufgehoben werden, werden die Kosmetiktestverbote damit vollends bedeutungslos. Für Kosmetikunternehmen – auch für tierversuchsfreie Marken – wird es dann nahezu unmöglich, Produkte zu vermarkten, die keinen einzigen Inhaltsstoff enthalten, der unter REACH getestet wurde, wird oder werden könnte.

    Aus diesem Grund müssen wir jetzt dringend handeln! Die aktuelle Handhabung der Kosmetiktestverbote von der EU-Kommission und der ECHA darf so nicht hingenommen werden. Mit der EBI machen wir den Verantwortlichen klar, wie wichtig uns als Europäer:innen tierversuchsfreie Kosmetika sind.

    Zudem hat die Europäische Kommission kürzlich eine neue Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit (CSS) veröffentlicht. Die CSS zeichnet die langfristige Vision der EU im Umgang mit Chemikalien. Die Ziele der Strategie sind gut und nachvollziehbar: Eine hohe Produktsicherheit soll gewährleistet und giftige Chemikalien beschränkt werden. Doch das könnte zur Folge haben, dass schon bald noch wesentlich mehr Tierversuche verlangt werden – noch mehr unzuverlässige Tierversuche werden jedoch nicht dazu beitragen, Menschen oder die Umwelt zu schützen. Zudem würden die aktuellen Kosmetikversuchsverbote damit weiter ausgehöhlt, da bestehende sowie neue kosmetische Inhaltsstoffe in weiteren Tierversuchen getestet werden müssten. Die EU muss sich für die Beurteilung von Chemikalien bzgl. ihrer Toxizität auf moderne, tierleidfreie Ansätze konzentrieren – diese sind effizient, zuverlässig und kosteneffektiv.

    Wir müssen jetzt etwas unternehmen, um die Kosmetiktestverbote zu schützen und zu stärken – und um zu verhindern, dass für alle Chemikalien neue Forderungen nach Tierversuchen eingeführt werden. Wir brauchen einen Ausstiegsplan, um Tierversuche in der EU schrittweise zu beenden. Um all das zu erreichen, müssen jetzt so viele Menschen wie möglich in Europa die EBI unterzeichnen.

Sie sind kein:e EU-Bürger:in? Dann teilen Sie die EU-Bürgerinitiative in den sozialen Medien über Facebook, Twitter, WhatsApp und Co. mit Ihren europäischen Freund:innen!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und dafür, dass Sie Ihrer Stimme – und den Stimmen all der Tiere im Labor – Gehör verschaffen.

Fotomontage. Hund im Nasenspray

Fragen und Antworten zu Tierversuche und der EU-Bürgerinitiative

  • Wie ist die Kampagne entstanden?

    Das eigentlich bestehende Verbot von Tierversuchen für Kosmetik wird ausgehebelt, so dass in der EU nach wie vor Tausende Tiere in Kosmetikversuchen gequält und getötet werden. Dagegen setzen wir uns von PETA Deutschland schon lange ein und arbeiten dazu mit anderen europäischen Tierschutzorganisationen und tierversuchsfreien Marken zusammen.

    Damit die Politik das Anliegen endlich wahrnimmt, entschieden sich PETA, Cruelty Free Europe, Eurogroup for Animals, die European Coalition to End Animal Experiments und HSI Europe für eine Europäische Bürgerinitiative als nächsten starken Schritt. In diesem Rahmen baten wir zwei etablierte Unternehmen der Kosmetikindustrie, die sich seit vielen Jahren gegen den Einfluss von REACH auf tierversuchsfreie Produkte starkmachen, um Unterstützung: The Body Shop und Dove.

    So entstand unsere gemeinsame Kampagne. Wir bitten nun alle Menschen, denen ein Europa ohne Tierversuche am Herzen liegt, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um der EBI zum nötigen Erfolg zu verhelfen.

  • Wer ist an dieser EBI beteiligt?

    Die EBI wird von einem Zusammenschluss europäischer Tierschutzorganisationen organisiert – unterstützt von tierversuchsfreien Marken und Unternehmen sowie anderen NGOs. Eine entscheidende Rolle spielen natürlich die Bürger:innen Europas.

  • Was passiert, wenn die EBI nicht erfolgreich ist?

    Wir konzentrieren all unser Engagement auf die EBI und wissen, dass dieses Thema den Menschen in Europa am Herzen liegt. Eine Umfrage aus dem Jahr 2020 [3] zeigte, dass drei Viertel (74 Prozent) aller Erwachsenen in EU-Mitgliedstaaten der Auffassung sind, dass Tierversuche für Kosmetika und kosmetische Inhaltsstoffe unter allen Umständen inakzeptabel sind. Fast drei Viertel (72 Prozent) stimmen der Aussage zu, dass sich die EU verbindliche Ziele und Zeitlimits setzen sollte, um Tierversuche auslaufen zu lassen. Und sieben von zehn Personen (70 Prozent) stimmen zu, dass der komplette Austausch aller Tierversuche durch tierfreie Testmethoden in der EU Priorität genießen sollte. Deshalb sind wir zuversichtlich, unser Ziel zu erreichen.

    Die Stimmen der Bürger:innen der EU müssen gehört werden. Aus diesem Grund arbeiten wir alle Hand in Hand, zählen auf die Unterstützung unserer EU-weiten Mitglieder und schätzen die Unterstützung tierversuchsfreie Marken.

    Doch uns ist auch bewusst, dass es nicht leicht werden wird, die erforderliche Anzahl gültiger Unterschriften zu erreichen. Ganz besonders, da in vielen Gegenden noch immer Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie herrschen. Wir erkennen auch die Schwierigkeit, die Europäische Kommission dazu zu bringen, die von uns gewünschten Veränderungen umzusetzen – aber wir geben unser Bestes und wollen mit stichhaltigen Argumenten überzeugen. Wir haben einen langen Atem und werden nicht aufgeben, bis die EU tatsächlich tierversuchsfrei ist.

  • Sind Tierversuche für Kosmetika in der EU nicht schon verboten?

    Tierversuche für Kosmetika und kosmetische Inhaltsstoffe sind in der EU seit 2009 verboten; ein Verbot des Inverkehrbringens von zu diesem Zweck an Tieren getesteten kosmetischen Produkten und Inhaltsstoffen trat innerhalb der EU im März 2013 vollständig in Kraft. Diese Verbote sind Teil der Kosmetikverordnung, deren Ziel es ist, dass kein Tier für die Entwicklung oder Vermarktung von Kosmetika und kosmetischen Inhaltsstoffen leiden sollte. Die Produktsicherheit sollte durch eine Wissenschaft ohne Tierversuche sichergestellt werden.

    Doch trotz dieser Verbote verlangt die Europäische Chemikalienagentur ECHA – unterstützt von der Europäischen Kommission und der Widerspruchskammer der ECHA – nach wie vor Tierversuche für Chemikalien, die unter der REACH-Verordnung (Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien) als kosmetische Inhaltsstoffe genutzt werden. Ein solches Vorgehen schwächt die bestehenden Verbote und ist das Gegenteil dessen, was ihr eigentliches Ziel war – nämlich keine Tiere mehr für Kosmetika leiden und sterben zu lassen. Mittlerweile werden sogar Versuche für Chemikalien verlangt, die ausschließlich in Kosmetika zum Einsatz kommen.

  • Können Kosmetika sicher sein, wenn sie nicht an Tieren getestet wurden?

    Sichere Kosmetika ohne Tierversuche sind kein neuer Gedanke – viele Unternehmen machen schon seit Jahrzehnten keine Tierversuche mehr.

    Tatsächlich kann es bei Kosmetika ohne Tierversuche sogar eine höhere Sicherheit geben. Denn Toxizitätsversuche an Tieren funktionieren unter der Annahme, dass die Wirkung eines Produkts oder Inhaltsstoffs auf ein Tier die Wirkung auf den Menschen vorhersagen kann. Doch es wird immer mehr in Frage gestellt, inwieweit dies überhaupt der Fall ist.

    Viele gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche sind noch nicht einmal formell anerkannt. Das bedeutet, dass ihre wissenschaftliche Grundlage, ihre Zuverlässigkeit und ihre Relevanz für den Menschen noch nicht in ausreichendem Maße nachgewiesen wurden. Doch selbst anerkannte Tests können unzuverlässig sein und bei mehrfacher Durchführung nicht die gleichen Ergebnisse hervorbringen.

    Zwischen Menschen und den Tieren, die meist zu Toxizitätsversuchen missbraucht werden, bestehen erhebliche biologische Unterschiede. Hinzu kommt, dass den Tieren enorm hohe Dosen verabreicht werden und sie im Labor unter völlig unnatürlichen und stark stressbehafteten Bedingungen gehalten werden. Während Tierversuche oft nicht auf den Menschen übertragbar sind, kann tierversuchsfreie Forschung für den Menschen relevantere Ergebnisse liefern.

    Als Tierversuche für Kosmetik und die Vermarktung entsprechender Produkte in der EU verboten wurden, förderte das die Entwicklung tierfreier Methoden zur Sicherheitsanalyse von Kosmetika und kosmetischen Inhaltsstoffen: Hochmoderne Ansätze arbeiten beispielsweise mit dreidimensionalen Gewebemodellen und ausgefeilten Computersimulationen. Mit solchen Methoden wird mittlerweile vielfach die Sicherheit von Kosmetika festgestellt, ohne dass dafür auch nur ein einziges Tier leiden muss.

    Zudem gilt: Viele der kosmetischen Inhaltsstoffe, die nun unter REACH wieder im Tierversuch getestet werden sollen, sind schon lange völlig problemlos und sicher im Einsatz.

    In den sehr wenigen Fällen, in denen die Sicherheit eines kosmetischen Produkts oder Inhaltsstoffes nicht mit tierfreien Methoden nachgewiesen werden kann, sollte dieser Stoff schlichtweg nicht eingesetzt werden.

  • Welche Auswirkungen haben die Entscheidungen der ECHA-Widerspruchskammer auf tierversuchsfreie Kosmetika?

    Die Aufweichung der Kosmetiktestverbote ist mittlerweile derart weit fortgeschritten, dass es für Unternehmen immer schwieriger wird, kommerzielle Produkte herzustellen, ohne dafür Inhaltsstoffe zu nutzen, die unter REACH an Tieren getestet wurden oder möglicherweise getestet werden müssten. Und das gilt selbst für Inhaltsstoffe, die schon seit langem problemlos für Kosmetika genutzt werden.

    Wer etwas für die Tiere tun möchte, sollte die EBI unterschreiben und zudem beim Einkauf nach tierversuchsfreien Marken Ausschau halten.

    Als Bürger:in Europas sind Sie für den Erfolg dieser EBI mitverantwortlich. Setzen Sie sich dafür ein, dass kosmetische Inhaltsstoffe weder unter REACH noch unter einem anderen Gesetz an Tieren getestet werden, dass neue Chemikaliengesetze nicht weiteres Tierleid verursachen und dass die EU einen konkreten gemeinsamen Aktionsplan zum stufenweisen Ausstieg aus Tierversuchen umsetzt.

  • Was ist die „Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit“ und was hat sie mit Tierversuchen zu tun?

    Mit der neuen EU-Chemikalienstrategie möchten die EU und ihre Mitgliedstaaten giftige Chemikalien beschränken und sichergehen, dass Menschen nicht in gefährlichem Maße schädlichen Chemikalien ausgesetzt sind – an sich ein erstrebenswertes Ziel.

    Leider könnte der derzeitige Ansatz der Kommission und der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) und die damit einhergehenden neuen Chemikaliengesetze jedoch bedeuten, dass Millionen von Tieren in grausamen Versuchen leiden müssen. Die Ziele der Strategie sind gut und nachvollziehbar – doch weitere Tierversuche werden nicht dazu beitragen, Menschen oder die Umwelt zu schützen.

    Unsere EBI fordert die Europäische Kommission auf, die Chemikaliengesetzgebung so anzupassen, dass Mensch und Umwelt geschützt werden, ohne dass dafür neue Tierversuche stattfinden.

    Die EU muss sich für die Beurteilung der potenziellen Toxizität von Chemikalien auf moderne Ansätze konzentrieren, die effizient, für den Menschen aussagekräftig und kosteneffektiv sind. Wer besseren Schutz möchte, sollte eine moderne Wissenschaft anwenden, um das Gefahrenpotenzial von Chemikalien effektiver und effizienter verstehen und regulieren zu können.

  • Welche kosmetischen Inhaltsstoffe sollen unter REACH erneut an Tieren getestet werden?

    Die ECHA fordert beispielsweise Tierversuche für vielfach genutzte Tenside und Konservierungsstoffe. Es müssten unter anderem die hinreichend bekannten Inhaltsstoffe Propylparaben, Sodium Lauroyl Sarcosinate und Silica unter REACH in neuen Tierversuchen getestet werden, sollten wir mit unserer Kampagne keinen Erfolg haben.

    Schon bald könnten dann noch viele weitere gängige kosmetische Inhaltsstoffe betroffen sein. Diese Versuche bedeuten Leid und Tod für Tausende von Kaninchen, Ratten und andere Tiere.

    Das Leid der Tiere ist nicht die einzige Problematik hinter Tierversuchen. Es bestehen auch weitreichende Bedenken hinsichtlich der Übertragbarkeit und der Aussagekraft von Tierversuchen. [1] Gäbe es eine ambitionierte Strategie für den Ausstieg aus Tierversuchen in der Forschung, würde sich das positiv auf die Entwicklung tierfreier Methoden auswirken. So investierten etwa Kosmetikfirmen nach den EU-weiten Verboten massiv in tierversuchsfreie Methoden. Daraufhin entstanden zahlreiche tierversuchsfreie Technologien, die nun weltweit eingesetzt werden, um eine sichere Verwendung zu gewährleisten.

    Auch zur Risikobewertung anderer Chemikalien können sie genutzt werden. Es gibt starke wissenschaftliche, ethische und wirtschaftliche Argumente dafür, Tierversuche in der EU auslaufen zu lassen und sie durch moderne, für den Menschen aussagekräftige Methoden zu ersetzen.

  • Wir unterstützen einen schrittweisen Ausstieg aus Tierversuchen. Warum schrittweise?

    Damit unser Ersuchen von der Europäischen Kommission diskutiert und tatsächlich in Erwägung gezogen wird, muss es mit dem übrigen europäischen Recht in Einklang stehen und zusammen mit diesem realisierbar sein, sprich: realistisch sein. Vergangene Versuche, Tierversuche schnell abzuschaffen und zu verbieten, scheiterten leider – ein Grund ist vermutlich die Tatsache, dass ein sofortiges Verbot von den entscheidenden Institutionen als wirtschafts- und forschungsgefährdend eingestuft wird. Zielstrebiges Handeln ist jedoch dringend notwendig, um Tierversuche so schnell wie möglich abzuschaffen und damit das vor elf Jahren von der EU gesetzte Ziel, Tierversuche komplett zu ersetzen, zu erreichen. Denn aus den offiziellen Daten geht hervor, dass die Anzahl der Tierversuche nur geringfügig zurückgegangen ist und auf einem fast konstanten Level stagniert – von 11,4 Millionen (2015) über 11,2 Millionen (2016) zu 10,9 Millionen (2017) und 10,6 Millionen (2018; da Norwegen hier erstmals einbezogen ist, steigt die tatsächliche Zahl sogar auf 12,3 Millionen).

    Ein Aktionsplan zur schrittweisen Abschaffung von Tierversuchen beschreibt ein realisierbares und dringend notwendiges Werkzeug, um Tierversuche mit einem strategischen Plan so schnell wie möglich zu beenden und durch bessere, tierfreie Forschungs- und Testmethoden zu ersetzen.

  • Brauchen wir Tierversuche nicht auch in Zukunft, z. B. um neue Impfstoffe oder Medikamente zu entwickeln?

    Tierversuche sind für eine gute Forschung keineswegs erforderlich – im Gegenteil. Angesichts grundlegender biologischer Unterschiede sind Tiere keine guten „Modelle“, um die Details zu untersuchen, die für die Entwicklung sicherer und wirksamer Arzneimittel erforderlich sind. 95 Prozent der neu entwickelten Medikamente fallen in Studien mit Menschen durch, obwohl sie zuvor im Tierversuch als wirksam und sicher eingestuft wurden. Um dieser massiven Verschwendung von Ressourcen entgegenzuwirken, müssen technologisch und wissenschaftlich weitaus fortschrittlichere humanrelevante Methoden dringend angewandt, weiterentwickelt und zum Standard in der biomedizinischen Forschung werden.

    Die rasante Entwicklung hochmoderner tierfreier Methoden – etwa Mini-Organmodelle oder innovative Computermethoden – lässt uns darauf drängen, Tiere in der Forschung und im Versuchsbereich endlich zu ersetzen. Daher ist das Ende von Tierversuchen nicht nur gut für die Tiere, sondern gibt vor allem auch Hoffnung für Patient:innen, die durch die missglückte Forschung mit Tierversuchen momentan noch viel zu lange auf Medikamente und Therapien warten müssen.

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