Der Hund – 10 faszinierende Fakten über Hunde

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Wussten Sie, dass Hunde riechen, wenn wir gestresst sind? Oder dass es gar keine guten oder schlechten „Hunderassen“ gibt, sondern jedes Tier einen individuellen Charakter hat? Hier erfahren Sie spannende Fakten über den besten Freund des Menschen!

1. In Deutschland leben mehr als 10 Millionen Hunde

Nach den Katzen sind Hunde hierzulande die beliebtesten tierischen Mitbewohner. So lebt in jedem fünften deutschen Haushalt mindestens ein Hund – im ganzen Land sind es insgesamt sogar 10,3 Millionen Tiere. [1] Hunde sind die einzigen tierischen Mitbewohner, deren Haltung gesetzliche Mindestanforderungen erfüllen muss – nämlich die der sogenannten Hundeschutzverordnung. Damit sind die Tiere durch den Gesetzgeber besser geschützt als viele andere sogenannten Haustiere, die in einem nahezu rechtsfreien Raum leben.

2. Es gibt über 350 verschiedene „Hunderassen“

Hunde sind keine Wildtiere, sondern werden seit Jahrtausenden vom Menschen nach dessen Vorstellungen und Nutzen gezüchtet. Aufgrund dieser gezielten Zucht gibt es heute 356 vom kynologischen Dachverband FCI anerkannte „Hunderassen“ – neue kommen kontinuierlich hinzu. [2] Dabei unterscheiden sich die verschiedenen „Rassen“ deutlich in ihrem Aussehen. Da viele Menschen Hunde mit einer bestimmten Optik bevorzugen, kann man von einem regelrechten Rassenwahn sprechen, mit dem Züchtende und Tierhandelnde hohe Profite erzielen – zum Leidwesen der Tiere, die oft unter den Folgen der Züchtung leiden. Aus diesem skrupellosen Geschäftsmodell ist auch der millionenschwere illegale Welpenhandel entstanden – obgleich bereits Tausende Hunde in Tierheimen auf ein neues Zuhause warten.

hund

3. Welche Hunde sind am beliebtesten?

Auch wenn inzwischen 44 Prozent aller in Deutschland gehaltenen Hunde Mischlingshunde sind, [1] werden einige „Hunderassen“ noch immer bevorzugt gezüchtet und gekauft. So sind „Rassen“ wie Französische Bulldoggen, Chihuahuas oder Golden Retriever nach wie vor beliebt, obwohl viele Menschen heute wissen, wie sehr die Hunde unter der Züchtung leiden.

So entwickeln fast alle „Rassehunde“ körperliche Beeinträchtigungen, besonders sogenannte Qualzuchten: Kurznasige Hunde wie Bulldoggen oder Möpse etwa können nicht richtig atmen, Dackel erleiden Bandscheibenvorfälle, Australian Shepherds haben Schwierigkeiten mit dem Hörvermögen und Schäferhunde entwickeln oft starke Hüftprobleme. Profitgier und falsch verstandene Tierliebe führen jedoch dazu, dass diese Tiere trotz der bekannten Probleme, die lebenslanges Leid bedeuten können, immer weiter vermehrt werden.

4. Den „besten Hund“ gibt es nicht

Wenn der Wunsch nach einem tierischen Begleiter aufkommt, stellt sich die Frage, welcher Hund am besten zu einem passt. Viele Menschen recherchieren dann fälschlicherweise nach „Hunderassen“ und ihren „typischen“ Eigenschaften. Doch die „Rasse“ eines Hundes sagt nie etwas über seinen Charakter aus, denn jedes Tier ist individuell – so wie wir Menschen alle verschieden sind, egal welche Haarfarbe oder Größe wir haben. Am wichtigsten ist es, sich die Aufnahme eines Tieres gut zu überlegen und den Hund im Vorfeld kennenzulernen, am besten in einem Tierheim. Dort kann man gemeinsam spazieren gehen und in Ruhe herausfinden, ob man gut zueinander passt – unabhängig von „Rasse“, Alter oder körperlichen Beeinträchtigungen. Da Hunde nach einer Adoption je nach Alter noch viele Jahre in ihrem neuen Zuhause leben, sollte man sich gut informieren und die Lebensumstände an den Vierbeiner anpassen.

hund liegt auf der straße

5. Hunde gähnen nicht nur, wenn sie müde sind

Wir gähnen, wenn wir müde sind – Hunde schlafen zwar viel, aber nicht jedes Gähnen deutet auf Müdigkeit hin. Bei den Vierbeinern gehört Gähnen zu den sogenannten Calming Signals bzw. Beschwichtigungssignalen, die sie zur Beschwichtigung ihres Gegenübers einsetzen, wenn sie Anspannung spüren und Konflikte vermeiden wollen. Auch sich selbst beruhigen sie damit. Weitere typische Beschwichtigungssignale sind beispielsweise:

  • Über Nase oder Mund lecken
  • Am Boden schnuppern
  • Einen Bogen gehen
  • Sich kratzen
  • Kopf abwenden

6. Hunde riechen, wenn Menschen gestresst sind

Hunde haben einen derart ausgeprägten Geruchssinn, dass sie sogar menschliche Emotionen erschnuppern können. Eine Studie hat gezeigt, dass Hunde keine sicht- oder hörbaren Hinweise auf Stress benötigen, sondern allein am Geruch erkennen können, ob wir gestresst sind. [3]

hund und mädchen

7. Schwanzwedeln bedeutet nicht immer Freude

Viele Menschen und auch Hundehalter:innen glauben noch immer, dass es ein Zeichen von Freude und Aufregung ist, wenn Hunde mit dem Schwanz wedeln. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Schwanzwedeln ist ein Ausdruck von Erregung – auch negativer Art. So kann es sein, dass ein unsicherer oder ängstlicher Hund mit dem Schwanz wedelt, seine Köpersprache aber falsch gedeutet wird. Es ist daher immer wichtig, die ganze Körpersprache des Hundes zu verstehen, also auch die Körperhaltung und die Ohren, um den Vierbeiner besser zu verstehen.

8. Hunde mögen keine Halsbänder

Viele Hundehalter:innen führen ihre Vierbeiner am Halsband spazieren. Das ist nicht nur unangenehm für den Hund, sondern kann auch zu Verletzungen führen. Zieht der tierische Begleiter beispielsweise dauerhaft an der Leine, kann seine Luftröhre gequetscht und sein Kehlkopf verletzt werden. Auch Verspannungen und Kopfschmerzen sind oft die Folge. Besonders für ängstliche und schreckhafte Hunde sind Halsbänder gefährlich – bereits ein Ruck an der Leine kann zu schmerzhaften Langzeitschäden oder sogar zum Ersticken führen.

Hundehalter:innen sollten deshalb lieber zu einem gut sitzenden Geschirr greifen. Es schützt den Hundekörper an der Leine und verhindert, dass ängstliche Hunde entwischen können.

hund mit geschirr

9. Hunde sehen auch im Dunkeln gut

Hunde besitzen mehr Sinneszellen im Auge als wir Menschen und können daher im Dunkeln und der Dämmerung viel besser sehen als wir. Die Vierbeiner nehmen bereits kleinste Unterschiede in der Helligkeit wahr. Dazu trägt auch eine reflektierende Schicht im Auge bei, die außerdem dazu führt, dass Hundeaugen im Dunkeln leuchten. [4]

hund

10. Hunde brauchen kein Fleisch

Anders als Wölfe sind Hunde keine Carnivoren, also Fleischesser, sondern Omnivoren, die alles essen können. Die Evolution hat den Verdauungstrakt der Hunde an ein Leben mit dem Menschen angepasst und dazu geführt, dass Hunde, im Gegensatz zu Wölfen, auch Kohlenhydrate verwerten können.

Wie bei uns Menschen kommt es auch bei Hunden nicht darauf an, ob sie ihre Nährstoffe aus tierischen oder pflanzlichen Quellen beziehen. Studien zeigen sogar, dass vegan ernährte Hunde gesünder sind als jene, die Fleisch erhalten. [5] Auch viele Tierärzt:innen befürworten eine vegane Hundeernährung.

Hund mit Futternapf

Warum es besser ist, Hunde zu adoptieren, statt zu kaufen

Allein in deutschen Tierheimen warten Tausende Hunde auf ein neues Zuhause. Unzählige weitere Tiere in Europa fristen ein trauriges Dasein auf der Straße. Jeder Kauf bei Züchter:innen, in der Zoohandlung oder über das Internet verschlimmert die Situation der heimatlosen Hunde zusätzlich. Zudem führt das Züchten bestimmter „Rassen“ bei den betroffenen Tieren zu immer mehr gesundheitlichen Problemen, einem Leben voller Leid und einem frühen Tod.

Wenn Sie nach reiflicher Überlegung beschlossen haben, einem Hund ein liebevolles Zuhause zu geben, besuchen Sie ein Tierheim – dort wartet Ihr neuer Begleiter bereits auf Sie.