Speziesismus ist die Annahme, der Mensch sei anderen Arten überlegen und hätte daher das Recht, diese auszubeuten, zu konsumieren und Profit aus ihnen zu ziehen. Die Bedürfnisse der Tiere werden mit dem Gedanken zurückgestellt, das Wohl des Menschen sei höher zu bewerten. Speziesistisches Denken ist alltäglich. Ob am Frühstückstisch, im Auto oder auf Feiern: Jedes tierische Produkt steht für Ausbeutung, Missbrauch, Schmerz, Leid und Tod.

Genau wie Sexismus, Rassismus und andere Formen der Diskriminierung ist auch Speziesismus  ein diskriminierendes Denkmuster. Der Mensch gibt vor, Tieren durch seine „Vernunftbegabung“ überlegen zu sein. Damit rechtfertigt er, dass andere fühlende Lebewesen als Forschungsgegenstände, Bekleidungsmaterialien, Spielzeuge oder Nahrungsmittel betrachtet werden – und das, obwohl diese Lebewesen genau wie Menschen Schmerz, Angst, Hunger, Durst, Liebe, Freude und Einsamkeit empfinden. Und obwohl sie, genau wie wir Menschen, an ihrer Freiheit und an ihrem Leben hängen.

Von klein an wird uns Menschen vermittelt, dass Tiere bestimmter Arten umsorgt und geliebt werden sollten und Tiere anderer Arten weniger bedeutsam oder wert sind. Die Unterscheidung beruht dabei allein auf willkürlichen Präferenzen des Menschen. Ob ein Tier weniger oder mehr wert ist, entscheidet der Mensch auch dadurch, welchen Nutzen es ihm bietet. Die folgenden Beispiele verdeutlichen diese Denkweise.

  • Viele Menschen werden wütend, wenn sie hören, dass ein Hund oder ein Baby in einem überhitzten Auto zurückgelassen wurde. Doch kaum jemand denkt an die Millionen Schweine, Kühe, Schafe und anderen Tiere, die im Sommer in brütender Hitze auf Schlachthoftransporten sterben oder im Winter im Inneren eines LKW festfrieren.
  • Wir sind schnell darin, Menschen aus anderen Kulturen zu verurteilen, weil sie Hunde essen oder seltene Wildtiere jagen. Doch allzu oft vergessen die Menschen dabei ihre eigenen Essgewohnheiten – als sei der Konsum von Tieren wie Schweinen und Kühen oder die Jagd auf Rehe etwas anderes.
  • Menschen lassen sich von Geschichten über misshandelte Hunde zu Tränen rühren. Doch sie empfinden keine Reue, wenn sie einen Eimer Chicken Wings essen, für dessen Inhalt Millionen Tiere unsäglich leiden und gewaltsam sterben mussten.

Speziesismus ist…

  • die Annahme, ein Lebewesen wäre mehr wert als ein anderes
  • die Arroganz, die Bedürfnisse tierischer Lebewesen unter die des Menschen zu stellen
  • die Denkweise, eine Art wäre mehr wert als eine andere
  • die Diskriminierung, tierische Arten auszubeuten, zu quälen und zu töten
  • der Ursprung des Leids von Millionen tierischer Arten

Nicht-menschliche Tiere sind keine Gegenstände, die uns gehören. Sie sind Individuen mit ganz eigenen Interessen – genau wie wir. Gegen Speziesismus vorzugehen und die Rechte anderer Tiere anzuerkennen, kann schon darin bestehen, dass wir ihre Bedürfnisse respektieren oder sie schlichtweg in Ruhe lassen.

Es ist speziesistisch, anzunehmen, die Unterschiede zwischen Menschen und anderen Tieren würden ausreichen, um das durch uns verursachte Leid zu rechtfertigen. Es ist speziesistisch, anzunehmen, wir seien ihnen überlegen und dürften sie deshalb nach Belieben einsperren, missbrauchen, verstümmeln – nur weil sie nicht aussehen wie wir. Es ist speziesistisch, andere auszubeuten, nur weil wir sie nicht vollständig verstehen. Und es ist speziesistisch, davon auszugehen, sie seien nicht so intelligent wie wir, weil wir ihre Intelligenz nach menschlichen Definitionen messen. Wir ignorieren ihr Leid, weil wir von ihrem Leid profitieren.

Fangen Sie bei sich selbst an! Beginnen Sie den Tag nicht mit einem Frühstücksei, das Sie eigentlich so gerne essen, nur weil es schon immer so war. Greifen Sie zu pflanzlichen Alternativen, statt dem qualvoll getöteten Schwein, Rind oder Huhn in der Tiefkühltheke. Töten Sie keine Insekten, weil Sie Angst vor ihnen haben. Treten Sie nicht nach Tauben, weil Ihnen beigebracht wurde, Sie wären anders. Entscheiden Sie sich für tierleidfreie Kleidung statt für Wollpullover, Jacken mit Fellbesatz oder Lederhandtaschen.

Entscheiden Sie sich dafür, für andere Lebewesen einzutreten und alle gleich zu behandeln. Entscheiden Sie sich dafür, Tiere würdevoll zu behandeln und ihre Bedürfnisse zu achten und zu respektieren. Entscheiden Sie sich für eine vegane Lebensweise und dafür, Speziesismus zu beenden, indem Sie alle Lebewesen gleich behandeln.

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