Zoos & Tier-Zirkusse: Tierleid zur Unterhaltung ist speziesistisch

Nahezu alle Lebewesen, mit denen wir Menschen unseren Lebensraum teilen, haben wir in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Einige von ihnen bezeichnen wir als „Nutztiere“, andere als „Haustiere“. Viele Tiere, die eigentlich in der freien Natur leben sollten, werden in Zoos, Zirkussen und als Touristenattraktionen eingesperrt und zu unserer Unterhaltung ausgebeutet.

Die „Nutzung“ von Tieren in der Unterhaltungsindustrie ist speziesistisch

Speziestisches Denken bezeichnet die Einstellung, einige Tierarten seien mehr wert als andere und der Mensch sei allen anderen Tieren überlegen. Die Einteilung von Tieren nach ihrem „Nutzen“ ist menschengemacht und willkürlich. Das zeigt sich unter anderem daran, dass wir unser Zuhause mit Tieren teilen, die an anderen Orten der Welt ausgebeutet und gegessen werden. Im Vergleich dazu essen wir hierzulande Tiere, die in anderen Regionen der Welt einen höheren Stellenwert haben.

Aufgrund dieser speziesistischen Denkweise akzeptieren die meisten Menschen, dass Tiere in Gefangenschaft gehalten werden, obwohl die Natur für sie eigentlich ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit vorsieht. Sie werden angekettet, um Touristen in Urlaubsländern anzulocken, oder in Zoos und Meeresparks in winzige Gehege oder Becken gesperrt, um von Besuchern beäugt zu werden. Viele Tiere werden sogar misshandelt und gewaltsam dressiert, um Menschen in Zirkussen, Shows und Wettbewerben zu unterhalten.

Tiermissbrauch: Shows in Zirkussen und Großaquarien

Zu Unterhaltung von Besucher:innen in Zirkussen, Großaquarien und teilweise sogar mit Show-Einlagen in Zoos werden Tiere zu völlig unnatürlichen Bewegungsabläufen gezwungen. Besonders häufig werden in solchen Tiershows Elefanten, Großkatzen und kleinere Affenarten missbraucht, doch auch Wale, inklusive Delfine, werden unter Zwang dressiert.

zoo hannover elefant kunststueck

Es spielt keine Rolle, welche Tierart zu unnatürlichen „Kunststücken“ gezwungen wird: Jedes einzelne dieser Lebewesen fristet ein trauriges Leben geprägt von Gewalt und Zwang – in einem viel zu kleinen Käfig, Gehege oder Betonbecken.

Angeblicher Artenschutz in Zoos, Tierparks und vermeintlichen Auffangstationen

Um die Öffentlichkeit zu unterhalten, werden Tiere auf der ganzen Welt in großen städtischen Zoos, kleineren Privatzoos, vermeintlichen Auffangstationen, Aquarien und Meeresparks gehalten. Sie verbringen ihr Leben hinter Gittern, Glasscheiben oder in Betonbecken und sind aufgrund fehlender Beschäftigungsmöglichkeiten verzweifelt, vereinsamt und vernachlässigt.

Um Besucher:innen Unterhaltung zu bieten und den Betreibern möglichst hohe Gewinne zu sichern, bauen solche Einrichtungen auf dem Leid intelligenter Tiere auf, denen alles verwehrt wird, was natürlich und wichtig für sie ist.

Missbrauch von Tieren als Unterhaltungsobjekte ist kein Artenschutz

Die Betreiber dieser Tiergefängnisse rechtfertigen ihre Zuchtprogramme gerne mit angeblichen Artenschutzbemühungen. Dieser vorgeschobene Grund entspricht jedoch nicht der Wahrheit, denn die kontinuierliche Zucht neuer Tierbabys dient einem einzigen Zweck: Die Tierkinder sollen Besucher anlocken und für die Betreiber möglichst hohe Einnahmen generieren.

Die meisten Tiere, die in Zoos zur Schau gestellt werden, gehören weder einer gefährdeten Art an, noch werden sie je ausgewildert. Echter Artenschutz sieht gänzlich anders aus und schützt Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum –  statt sie zur Belustigung von zahlenden Besucher:innen lebenslang einzusperren.

Alle Tiere in der Unterhaltungsindustrie leiden. Entweder wurden sie der Natur und ihrer Familie gewaltsam entrissen oder bereits in die trostlose Gefangenschaft hineingeboren. Sie führen ein trauriges und entbehrungsreiches Leben – bis zu dem Tag, an dem sie als lebenslange Gefangene sterben.

„Traditionen“, „Sport“-Wettbewerbe und andere Veranstaltungen

Zur Unterhaltung des Menschen werden Tiere weltweit in verschiedensten Veranstaltungen und mit unterschiedlichen Bräuchen missbraucht und gequält.

  • Reitturniere

    Pferderennen, Springreiten, Dressurreiten, Vielseitigkeitsreiten und andere Reitsportarten. Beim Training und in den Wettkämpfen stehen Profit und die Unterhaltung von Menschen so gut wie immer über dem Wohl der sensiblen Tiere.

  • Pony-Karussells

    Pony-Karussells: Auf vielen Volksfesten und ähnlichen Veranstaltungen gibt es immer noch Karussells, in denen Ponys stundenlang im Kreis gehen und Kinder auf ihrem Rücken tragen müssen. Das stundenlange Im-Kreis-Laufen ist artwidrig [1] und gesundheitsschädlich. [2]

  • Angelwettbewerbe

    Auch in Deutschland werden jedes Jahr zahlreiche Angelwettbewerbe und Wettfischveranstaltungen durchgeführt. Während sich Angler:innen profilieren und für Likes auf Social Media posieren, leiden und sterben unzählige Fische bei solchen Veranstaltungen.

  • Stierkämpfe und Stierläufe

    In zahlreichen Ländern werden bis heute tierquälerische Stierkämpfe ausgetragen, darunter Spanien, Frankreich, Portugal sowie einige südamerikanische Staaten wie Mexiko, Kolumbien, Venezuela, Peru und Ecuador. Allein in Spanien werden durch diese barbarische „Tradition“ jährlich Tausende Stiere getötet. Im spanischen Pamplona werden traditionell jedes Jahr mehrere Stiere durch die Stadt gehetzt und in eine Stierkampfarena gejagt, wo sie schließlich grausam getötet werden.

  • Hahnenkämpfe

    Ein Hahnenkampf ist ein Wettbewerb, bei dem zwei Hähne aufeinander losgelassen werden. Hähne neigen gegenüber Artgenossen zu einem ausgeprägten Revierverhalten, das solche Veranstaltungen ausnutzen. Der Kampf endet, sobald eines der Tiere nicht mehr weiterkämpfen kann – der Grund dafür ist meist der Tod einer der Hähne.

  • Hundekämpfe

    Hundekämpfe finden in vielen Ländern statt – und werden auch in Deutschland illegal durchgeführt. Dabei werden zwei meist hochgezüchtete Hunde durch Misshandlungen dazu angestachelt, gegeneinander zu kämpfen. In der Regel endet der Kampf damit, dass eines der Tiere schwer verletzt oder sogar getötet wird.

  • Schlittenhunderennen

    Das wohl bekannteste Schlittenhunderennen ist das Iditarod. Doch auch in Deutschland werden Hunde vor Schlitten gespannt und gequält. Immer wieder werden die Tiere bei solchen Rennen verletzt oder sterben an Erschöpfung, Nahrungs- oder Wassermangel.

So können Sie helfen, das Tierleid in der Unterhaltungsindustrie zu beenden

  • Betriebe, die Tiere zu Unterhaltungszwecken ausbeuten, können nur überleben, weil es zahlende Besucher gibt, die die Haltung von Tieren in Gefangenschaft nicht hinterfragen. Bitte informieren Sie Ihr Umfeld über das Leid der Tiere und unterstützen Sie mit Ihrem Geld niemals die Ausbeutung von Tieren zur menschlichen Unterhaltung.
  • Wenn Sie zu echtem Artenschutz beitragen möchten, unterstützen Sie bitte Organisationen, die sich für den Erhalt von natürlichen Lebensräumen einsetzen. Oder fördern Sie seriöse Auffangstationen, die exotische Tiere aufnehmen, sie aber nicht verkaufen, züchten oder ausbeuten. Dubiose Einrichtungen erkennt man unter anderem daran, dass sie die Tiere für Selfies oder andere Interaktionen anbieten.
  • Informieren Sie sich über Speziesismus und tragen Sie dazu bei, dieser unzeitgemäßen Denk- und Handlungsweise ein Ende zu setzen.